Dienstag, 21. Mai 2013
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Die Hungermacher

Oktober 2011


Die Spekulationen mit Agrar-Rohstoffen treiben die Nahrungsmittelpreise weltweit in die Höhe. Investmentbanken sowie die Verwalter von Versicherungen und Pensionsfonds machen sich am Anstieg des globalen Hungers mitschuldig. Zu diesem Ergebnis kommt der kritische Report "Die Hungermacher - wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Lebensmitteln spekulieren" der Verbraucherorganisation Foodwatch. Er zeichnet die Entwicklung der letzten Jahre nach, zeigt den Anteil der Spekulationen am Rohstoffboom und stellt Forderungen auf, wie der Machtkampf um die Preishoheit zu durchbrechen wäre.

Die große Deregulierung um die Jahrtausendwende hat den Rohstoff-Handel für institutionelle Anleger wie Index- Investoren attraktiv gemacht. Mittlerweile hat das Ausmaß der Spekulation überhandgenommen: So lag der Anteil der zu rein spekulativen Zwecken gehaltenen Weizen-Kontrakte an der Chicagoer Börse bis 1999 bei 20 bis 30 Prozent – heute beträgt er bis zu 80 Prozent. Anleger haben bislang 600 Milliarden Dollar an den Rohstoffbörsen investiert – das entspricht etwa einem Zehntel des Wertes aller weltweit gehandelten Aktien.

Dabei ist die Zahl der gehandelten Futures völlig unabhängig von den verfügbaren Mengen der physischen Ware und überschreitet diese um ein Vielfaches. Durch spekulative Anleger hat auch die Volatilität zugenommen, also Ausmaß und Frequenz der Preisschwankungen.

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