Der deutsche Biermarkt 2007
Zum ersten Mal seit zwölf Jahren ist der Pro Kopf-Verbrauch von Bier in Deutschland wieder gestiegen. So tranken die Deutschen 2006 im Schnitt 116 Liter Gerstensaft - einen Liter mehr als im Vorjahr. Die Brauereien hierzulande sehen darin aber keine Trendwende und sind überwiegend pessimistisch, was ihren künftigen Bierabsatz betrifft. 90 Prozent gehen davon aus, dass dieser in den kommenden fünf Jahren weiter zurückgehen oder stagnieren wird. Als Ursachen hierfür sehen sie den zunehmenden Verdrängungswettbewerb, einhergehend mit einem Verlust von Marktanteilen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unter 231 Brauereien mit einem Bierausstoß von über 50.000 Hektolitern.
Die Kunden bevorzugen zunehmend Randsorten und Spezialitäten. Die befragten Brauereien sehen in den kommenden fünf Jahren steigende Absätze bei Biermischgetränken (plus sechs Prozent), Weizenbier und alkoholfreien oder -reduzierten Bieren (jeweils plus drei Prozent). Nahezu die gesamte Branche erwartet zudem ein Wachstum bei Bio-Produkten.
Beim Klassiker Pils erwarten die Brauereien bis 2012 einen Absatzrückgang um 3,9 Prozent. Das macht deutlich, dass Innovationen und neue Absatzwege gefragt sind. Export soll sinkenden Inlandsabsatz kompensieren Hoffnung setzen die deutschen Brauereien vor allem auf den Export. So gehen die Befragten davon aus, in den kommenden fünf Jahren ihren Bierabsatz im Ausland um insgesamt 4,5 Prozent steigern zu können. Demgegenüber steht für Deutschland im selben Zeitraum ein erwarteter Absatzrückgang von 2,3 Prozent.
Nach Einschätzung der Brauereien nimmt die Marktkonzentration in Deutschland weiter zu – und das Brauereisterben setzt sich fort. Fast 80 Prozent der Befragten wollen ihren Marktanteil aus eigener Kraft erhöhen. Die überwiegende Mehrzahl der Brauereien geht entsprechend davon aus, dass die Konsolidierung der Branche voranschreitet. Jede vierte (24 Prozent) zieht in Betracht, eine andere Brauerei oder Marke zu kaufen. 77 Prozent sind der Überzeugung, dass internationale Braukonzerne weiterhin deutsche Brauereien kaufen werden. Ebenso viele befürchten, dass die Zahl der Brauereien in Deutschland in den kommenden fünf Jahren infolge des verschärften Wettbewerbs um mindestens 25 Prozent sinken wird.
Herausgeber: KPMG