Händler mit Studenten-Show im Schweizer Privatfernsehen – Kritik an Heidi-Spot
Video: Migros-Spot: "1. August"
LZnet/moh/dr. Das Schweizer Handelsunternehmen Migros weitet seinen Auftritt im Fernsehen aus und setzt dabei nicht mehr nur auf Werbespots. Der Wettbewerb M-Budget-WG wird in Kooperation mit dem Privatsender Joiz ausgetragen. Digitale Medien und interaktives Fernsehen dienen als Plattformen.
Bereits zum zweiten Mal suchen die Schweizer die M-Budget-WG – in diesem Jahr allerdings mit neuem Konzept. Migros verzichtet bei der Aktion auf klassische Werbung. Stattdessen stehen digitale Medien sowie interaktives Fernsehen durch den Kooperationspartner Joiz im Vordergrund, dessen crossmediales Konzept TV, Web und Social Media verbindet. Mit dem Wettbewerb zielt der Händler auf die Vermarktung der niedrigpreisigen Handelsmarke M-Budget.
In der zweiten Phase bis Mitte November müssen sich die Finalisten verschiedenen Aufgaben stellen. Die Online-Community stimmt über die Herausforderungen ab und entscheidet, welche Studentengemeinschaft weiterhin im Rennen bleiben darf. Joiz-Mitarbeiter sind bei allen Aufgaben mit der Kamera dabei. Die Videos werden auf der Migros-Homepage ausgestrahlt. Von besonderer Bedeutung sind auch fünf Studio-Sendungen auf Joiz, bei der sich die Teilnehmer live behaupten müssen. Um die User zu aktivieren, werden wöchentlich Preise an die Abstimmenden verlost.
Mit diesem Schritt sagt Migros aber keinesfalls klassischen Werbefilmen ade. Nach wie vor ist das Handelsunternehmen im TV vor allem mit heimatbezogenen Spots unterwegs: So initiierte Migros zum Geburtstag der Schweiz ein eigenes Commercial. In diesem blasen die zwei Schwingerkönige Kilian Wenger und Jörg Abderhalden anlässlich des Jubiläums die Geburtstagskerzen aus. Schwingen, eine Variante des Ringens, ist im Alpenstaat Nationalsport. Treffend heißt es im Film. "Die Schweiz und die Migros gehören von jeher zusammen."
Kritik an Werbespot "Heidi"
Erst kürzlich stand der Händler aber in der Kritik: Für die Eigenmarke Heidi setzte Migros auf die heimatliche Idylle und schickte eine junge, blonde Heidi mit Hund und Milchkannen durch die Alpen. Der Plot: Eine Tonne fällt vom Karren, die pflichtbewusste Heidi spurtet der Kanne hinterher – vorbei an imposanten Gebirgszügen, schmatzenden Kühen und grünen Feldern. Dem Zuschauer wird eine herrliche Schweizer Landschaft geboten.
Einziges Problem: Das Mädel befand sich gar nicht im Alpenland. Wie die Schweizer Zeitung "Sonntag" vor Kurzem berichtete, wurde der Spot in Neuseeland gedreht. Das kam bei den heimatverbundenen Schweizern nicht gut an. Migros begründete die Ortswahl damit, dass der Film im Winter gedreht wurde. Die Enttäuschung im Heidi-Land war dennoch groß. Man hätte dem Handelsunternehmen auch eine passende Kulisse in der Region anbieten können, heißt es beim "Schweizer Bauer", eine Fachzeitung für Landwirtschaft.
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