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LZnet/ton. Wie nachhaltig darf beziehungsweise muss ein Unternehmen heutzutage ausgerichtet sein? Diese weitreichende Frage war zentrales Thema der Agrarmarketingtage.
Zum dritten Mal fanden sich Anfang der Woche mehr als 100 Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu den Agrarmarketingtagen ein, welche die Agrifood Consulting GmbH und die Universität Göttingen veranstaltete. .
Verbraucher richten immer stärker ihren Konsum an Kriterien der Nachhaltigkeit aus, so Staatssekretär Dr. Robert Kloos vom Bundeslandwirtschaftsministerium. Darum sei die Schaffung von Transparenz – vor allem bei den 180 Gütesiegeln – entscheidend für die Orientierung. Kloos fordert die Wirtschaft zum Handeln auf, staatliche Ordnungspolitik allein reiche nicht aus.
Auch Prof. Dr. Achim Spiller von der Uni Göttingen bemängelt die "miserable Labelling-Politik der EU", die selbst für Fachleuchte undurchschaubar sei. "Wir müssen für Kernlabel sorgen", sagt der Experte für Lebensmittel-Marketing, welche für Säulen wie Gesundheit, Umwelt, Soziales oder Tierschutz stünden.
Die Diskussion über Maßstäbe der Nachhaltigkeit bedürfe gründlicher Definition, Analyse und anschließender zielführender Umsetzung, verdeutlicht Dr. Philipp Inderhees, Projektleiter Nachhaltigkeit beim DMK Deutsches Milchkontor GmbH, die Relevanz im Unternehmen.
Dafür seien Arbeitsgruppen gebildet worden, welche weiterführende Ansätze entwickeln sollen. Die kontinuierliche Senkung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie der CO
2-Emissionen durch gezielte Effizienzmaßnahmen stehen dabei auf dem Programm.
Inderhees warnt jedoch davor, sich jeder Forderung von außen zu beugen: "Wir dürfen uns auch nicht ausschließlich vom Markt treiben lassen."
Dr. Helfried Giesen, Vorstandssprecher der Westfleisch eG, und Norbert Barfuß, Geschäftsführer Vion Germany, stellten die jeweiligen Initiativen der Unternehmen zum nachhaltigen Tierschutz vor. Dabei wurden vor allem die Unterschiede zwischen den Labels deutlich.
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Westfleisch setzt mit der "Aktion Tierwohl" auf ein unternehmensinternes Produktkonzept, welches schneller im Markt umsetzbar ist. Das gestufte Label soll verbessertes Wohlergehen der Tiere durch 16 Punkte fördern, die oberhalb der gesetzlichen Vorgaben liegen, etwa den Haltungsbedingungen im Stall.
2012 sollen bereits 1 Mio. Schweine unter dem Tierwohl-Label in 2000 Märkten vermarktet werden. Neuerdings werden auch objektive Kriterien am Schlachtband angelegt, welche die Unversehrtheit der Tiere sicherstellen sollen.
So dürfen Schweine, die mit Tierwohl-Smiley versehen werden, beispielsweise keine offensichtlichen Verletzungen aufweisen, etwa durch Elektrotreiber. "Wir wollen ein makelloses Schwein am Schlachtband", sagt Giesen.
Dagegen betont Barfuß von Vion mit der gemeinsamen Entwicklung eines Labels mit dem Deutschen Tierschutzbund (DTB) und der Coop Kiel die übergeordnete Ebene. "Die Politik schafft beim Tierwohl Fakten, Vion bietet Marktlösungen", betont Norbert Barfuß.
Die Vielzahl der regionalen Standorte von Vion sind für Barfuß entscheidend für den Erfolg eines entsprechenden Labels: "Tierwohl wird durch Regionalität erst glaubwürdig." Das käme insbesondere bei den verkürzten Tiertransportzeiten und der Lieferung von Produkten zum Tragen.