Danone wehrt sich
Deutsche Umwelthilfe greift Werbung mit Bio-Kunststoff an
LZnet/mur.
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) droht Danone wegen der Werbung für deren Joghurtbecher aus Bio-Kunststoff mit Klage. Danone weist die Vorwürfe zurück.
Mit der Einführung von Joghurtbechern aus dem Bio-Kunststoff Polymilchsäure (PLA), hergestellt aus Maisstärke, wolle sich Danone ein falsches grünes Image verschaffen, wirft die Naturschutzorganisation dem Markenartikler vor. Die PLA-Verpackung werde in der Werbung als umweltfreundlicher als die aus Polystyrol bezeichnet. Doch solche Aussagen gebe die von Danone vorgelegte Ökobilanz nicht her.
Die DUH verlangte von der Danone GmbH, Haar, die Unterlassung der betreffenden Aussagen. Ein verabredetes Gespräch am Dienstag ließ die DUH platzen und kündigte stattdessen öffentlich Klage gegen Danone an. Das ist Routine.
Allein seit Anfang Juni berichtet die DUH in sieben Pressemitteilungen von tatsächlichen oder beabsichtigten Klagen, Beschwerden und Abmahnungen gegen Baumärkte, Porsche, Bundesregierung, Kommunen, Länder- und Bundesminister.
Danones Geschäftsführer Andreas Ostermayr nennt die Vorwürfe "völlig inhaltsleer". Danone habe deutlich kommuniziert, dass die Umstellung auf PLA nur der erste Schritt sei. Die von der DUH zitierte Ökobilanz stehe auf der Homepage von Danone zum Download für jedermann bereit.
Tatsächlich stellt das renommierte Ifeu-Institut darin nach Betrachtung von zwölf Wirkungskategorien fest, dass sich "kein ökobilanzieller Vor- oder Nachteil für eines der beiden Systeme ableiten" lässt. Auch auf dieses "ökologische Patt", so Ostermayr, habe er hingewiesen.
Die Werbung für Activia stützt sich jedoch auf die unbestrittenen Vorteile von PLA: Die Herstellung schont die fossilen Ressourcen und erzeugt 25 Prozent weniger Treibhausgas.
Sobald sich die Menge von PLA im Verpackungsmüll auf gerade mal 20000 t verdreifache, so betont Ostermayr, realisiere sich ein weiterer ökologischer Vorteil: Alte PLA-Verpackungen können, im Gegensatz zu vielen anderen Kunststoffen, wieder in ihre Molekülbestandteile zerlegt und zu neuwertigem Granulat verarbeitet werden. Ein solcher geschlossener Wertstoffkreislauf würde die Ökobilanz noch einmal entscheidend verbessern.