Kritik an WWF-Ratgeber
Bundesverband Fisch wirft Organisation Panikmache vor
Der neue WWF-Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte.
LZnet/dl. Die deutsche Fischindustrie bemängelt den neuen "Einkaufsratgeber Fisch" der Umweltschutzorganisation WWF. Etliche Aussagen seien nicht korrekt.
Welchen Fisch kann ich mit gutem Gewissen essen? Diese Frage will die sechste Ausgabe des WWF-Einkaufsratgebers für Fisch und Meeresfrüchte beantworten, die jetzt veröffentlicht wurde. Der WWF bewertet 115 handelsübliche Arten, die nicht aus zertifizierter Quelle erhältlich sind, nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. 38 der bewerteten Fischereien und Zuchten gelten demnach als "Gute Wahl", 61 als "Zweite Wahl", 89 fallen in die Kategorie "Lieber nicht".
Eine gute Wahl sind demnach Dorsch und Hering aus der östlichen Ostsee, Sprotten aus Nord- und Ostsee sowie Lachs aus dem Ost-Pazifik. Dagegen sollte man auf Rotbarsch, Schwertfisch, tropische Garnelen und Aal lieber verzichten. Der WWF rät zudem, sich an der Fischtheke an MSC-, Naturland- und Bioland-Siegeln zu orientieren.
Eine Einschätzung, die Dr. Matthias Keller, Geschäftsführer Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V., weitgehend teilt. Er betont aber, dass auch Fisch ohne Siegel nicht grundsätzlich eine schlechte Wahl ist. 75 Prozent der von der EU-Flotte angelandeten Menge seien nachhaltig gefischt, betont Keller im Gespräch mit dieser Zeitung.
Keller empfiehlt den Verbrauchern statt des WWF-Ratgebers einen Blick auf die "meinungsfreie" Homepage fischbestaende.portal-fischerei.de des Johann Heinrich von Thünen-Instituts als Bundesforschungsinstitut für Fischerei. Greenpeace hat unterdessen für Mitte Dezember eine Neuauflage des Supermarktrankings für den Fischverkauf angekündigt.