Startschuss für ASC-Label
Erste Ware mit Aquakultur-Siegel kommt nach Fish International
LZnet/ton. Ende Januar startet das ASC-Label. Die ersten zertifizierten Produkte werden nach der Fischmesse Fish International erwartet.
Für Ende Januar kündigt das Aquaculture Stewardship Council (ASC) neben der Präsentation des offiziellen Logos auch den Zulassungsstart für die erste Fischsorte Tilapia an. Dann können Zuchtfarmen die Audits für Tilapia durchlaufen und laut ASC "im besten Fall" Ende Februar abgeschlossen haben.
LZ-Forum auf der
Fish International
Thema: "Zertifizierungen in der Aquakultur" mit Blick in den Markt, Diskussion mit Handel, Verbrauchervertretern, Zertifizierern, Anregungen für strategische Entscheidungen.
Termin: 13. Februar, 15 bis 17 Uhr.
Fish International: 12. bis 14. Februar in Bremen.
www.fishinternational.com
Die ersten gelabelten Tilapien werden frühestens Anfang März im niederländischen LEH zu kaufen sein, teilt der ASC auf LZ-Anfrage mit. Mitte Februar soll dann auch die Zulassung für den hierzulande beliebten Pangasius offen stehen. Wann ASC-Produkte in deutschen Regalen zu finden sein werden, ist indes offen.
Dennoch sind auch hier die Erwartungen an das Nachhaltigkeitssiegel groß, insbesondere weil der Handel das schlechte Image von Aquakulturen verbessern will. Mittlerweile sind die Standards für Tilapia, Pangasius, Abalone und Muscheln fertig, im Mai sollen die finalen Versionen für Krabben, Forellen, Seriola sowie Lachs folgen.
Chris Ninnes im Wortlaut
Der Geschäftsführer des neuen Label Aquaculture Stewardship Council (ASC) Chris Ninnes
im Gespräch mit der Lebensmittel Zeitung zu den Gründen für die Verzögerung und die Effizienz des geplanten Programmes.
ASC-Geschäftsführer Chris Ninnes hält die Verzögerungen beim Start für verkraftbar und betont im LZ-Gespräch die Effizienz des Programms: "Wir benötigen im Verhältnis zum MSC-Programm deutlich weniger Expertenmeinungen, weshalb die gesamte Branche von der sehr effizienten Auditierung profitiert." Ninnes hat Erfahrung mit Nachhaltigkeitslabeln.
Zuvor vor war er stellvertretender Vorstandsvorsitzender beim Marine Stewardship Council, darum ist ihm die breite Beteiligung von Interessensgruppen besonders wichtig. "Keine anderen Standards verfügen über eine solch umfassende Unterstützung von Stakeholdern", so Ninnes, "außerdem ist das ASC-Programm das einzige, was den sozialen und ökologischen Normen der Nachhaltigkeitsinitiative ISEAL sowie den Richtlinien der Welternährungsorganisation entspricht."
Umweltschützern gehen die Regeln des ASC dennoch nicht weit genug. Sie bemängeln etwa, dass genmodifiziertes Futter oder auch Fischmehl in der Produktion eingesetzt werden darf. Dem entgegnet Ninnes, dass einerseits die ASC-Regularien eine eindeutige Kommunikation über den Einsatz von genmodifiziertem Futter erfordern, andererseits ein Verbot von Fischmehl die Chancen zur Veränderung der Branche durch das ASC-Programm viel zu sehr eingeschränkt hätte.
Die Kosten für die Einführung des ASC-Labels führen laut Ninnes nicht zu einer Preissteigerung für Händler und Verbraucher. "Die Rückverfolgbarkeitsstandards des MSC sind auch für den ASC anwendbar. Wer bereits in die MSC-Kontrollkette eingebunden ist, muss keine Audits vor Ort mehr vornehmen."
Auf der Fish International sollen die ersten ASC-zertifizierten Tilapien präsentiert werden. Die Bremer Messe beschäftigt sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit Aquakulturen. Erstmals sind auch Technik und Ausstattung sowie komplette Anlagen für die Fischzucht zu sehen. Die LZ beteiligt sich mit einem eigenen Forum.