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Henkels Purex-Projekt zeigte, dass die "3-in-1"-Lösung nachhaltiger ist als Einzelpacks.
Henkel
LZnet/hdw. So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Intelligente Verpackungslösungen kombinieren viele Funktionen und bringen sie im Hinblick auf Nachhaltigkeit ins Gleichgewicht. Um einen einheitlichen Bewertungsrahmen zu schaffen, kooperieren seit 2009 internationale Experten aus der Konsumgüter- und Verpackungsindustrie, dem Handel und Verbänden im Global Packaging Project (GPP) des Consumer Goods Forum.
Die 22 Pilotprojekte, die die 2010 erarbeiteten Kriterien in der Praxis überprüften, sind jetzt abgeschlossen. Ziel des GPP ist es, eine gemeinsame Sprache und Methodik zur Messung von nachhaltigen Verpackungslösungen zu entwickeln. Basierend auf einem Ökonomie, Ökologie und soziale Aspekte einschließenden Nachhaltigkeitskonzept liegt der Fokus auf der gesamten Supply Chain – von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Distribution bis hin zu den Stationen Verkauf, Konsum und Entsorgung.
In dem 2010 vorgelegten Zwischenbericht „A Global Language for Packaging and Sustainability“ haben die GPP-Teilnehmer 52 Messgrößen definiert, darunter das Gewicht und die Kosten einer Verpackung, den Wasserverbrauch im Lebenszyklus sowie die Produktsicherheit. Die Praxistauglichkeit der Methodik wurde in 22 Pilotprojekten ausgelotet. Dabei wurde etwa ermittelt, welchen Einfluss auf die Nachhaltigkeit einer Verpackungslösung Materialreduktionen oder der Wechsel zu neuen Packstoffen haben.
Der WPR-Spezialist Henkel war an drei Piloten beteiligt. Einmal untersuchten die Düsseldorfer mit dem britischen Top-Händler Tesco, wie nachhaltig eine „Shelf Ready“-Umverpackung ist, die gleichzeitig Regalpräsentation und Produktplatzierung verbessert. Am Beispiel des Haarshampoos Supersoft zeigte sich: Eine Alternative zur klassischen American Box kann zwar in sozialer Hinsicht nachhaltiger sein, da sie eine Packungsöffnung ohne Messer ermöglicht.
Dem gegenüber stehen jedoch gravierende ökologische und ökonomische Nachteile wie etwa deutlich mehr Materialeinsatz zum Realisieren bestimmter Stabilitätswerte. „Zusätzlich zu ungünstigeren Abläufen in der Produktion und der Logistik wäre eine Umstellung erheblich teurer“, so Franz Speer, Director International Sales WPR und Repräsentant von Henkel im Consumer Goods Forum. Im Fokus eines zweiten Piloten standen in den USA Nachfüllpacks für die „Purex Complete 3-in-1“-Wäschetücher.
Im Vergleich zu den separaten Purex-Produkten Flüssigwaschmittel, Weichspüler und Anti-Statik-Wäschetücher beansprucht die Kombilösung zehnmal weniger Wasser sowie deutlich weniger Verpackungsmaterial. Obendrein punktet die 3-in-1-Variante mit einer erheblich besseren CO2-Bilanz. Eine dritte Fallstudie zeigte, dass Henkels Metalleffekt-Farbe Mirafoil bei der Verpackungsproduktion umweltfreundlicher und auch wirtschaftlicher ist als eine metallbedampfte PET-Folie.Anfang September 2011 ist der GPP-Abschlussbericht „Global Protocol on Packaging Sustainability“ erschienen.
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Der Bericht umreisst die zentralen Learnings aus allen Pilotprojekten der kooperierenden Unternehmen. Neben einer klaren Terminologie, einer einheitlichen Methodik und festen, vereinfachten Messgrößen enthält das Resümee auch einen Anwendungsleitfaden. Dieser soll Unternehmen dabei unterstützen, die erarbeiteten Kriterien in ihr Geschäft zu integrieren, um somit fundierte Entscheidungen bezüglich nachhaltiger Verpackungen zu treffen. Der empfohlene Prozess, die Nachhaltigkeit von Verpackungslösungen zu bewerten, setzt bereits bei der zugrunde liegenden Fragestellung an.
Ob für eine konkrete Verpackung Glas oder Kunststoff das nachhaltigere Packmittel ist, hängt vom Blickwinkel ab – beispielsweise hinsichtlich der CO2-Bilanz oder der Wiederverwertbarkeit der verwendeten Materialien. Um einseitige Bewertungen zu vermeiden und Lasten nicht auf andere Marktpartner oder andere Stufen der Wertschöpfungskette abzuwälzen, empfiehlt das GPP stets einen multidimensionalen Bewertungsansatz.Das jetzt vorliegende System umfasst 35 Kriterien, aus denen je nach Ausgangsfrage die relevanten Messgrößen ausgewählt werden können.
Dabei werden die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Dimension gleichermaßen berücksichtigt. Somit bietet das „Global Protocol on Packaging Sustainability“ (GPPS) einen modularen und flexiblen Ansatz, um Verpackungslösungen ganzheitlich zu bewerten. Begleitend zum Abschlussbericht hat das GPP vor, noch im laufenden Herbst ein Evaluierungstool namens „Pack Check“ anzubieten. Dieses soll im Internetbrowser lauffähig sein und darüber hinaus auch als mobile App verfügbar gemacht werden.
In wenigen Arbeitsschritten soll das Instrument eine Antwort auf konkrete Fragen bei der Verpackungsentwicklung liefern. Nach Auswahl der relevanten Messgrößen aus dem GPPS, die im Pack-Check hinterlegt sind, vergleicht der Anwender in Frage kommende Verpackungsalternativen und bewertet sie hinsichtlich der einzelnen Kriterien auf einer fünfstufigen Skala. Die Bewertung erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die drei Zielgruppen Hersteller, Handel und Verbraucher. Abschließend zeigt das Instrument an, welche der verschiedenen Verpackungslösungen als die insgesamt nachhaltigste einzustufen ist.