MSC verliert Rückhalt
Mehrheit der Lachsverarbeiter in Alaska steigt aus Programm aus
LZnet/ton. Die größten Verarbeiter von Alaska-Wildlachs stoppen überraschend die Finanzierung des MSC-Labels. Die Folgen für den hiesigen Handel sind schwer absehbar.
Die acht wichtigsten Lachsverarbeiter, die 72 Prozent der über 280.000 t MSC-Wildlachs aus Alaska aufbereiten, stellen kein Geld mehr für die aktuell anstehende Rezertifizierung der nordamerikanischen Fischerei zur Verfügung. Das teilte der zuständige Verband AFDF letzte Woche mit.
Die Wildlachsachsfischerei Alaskas ist seit über zehn Jahren im Programm. Mit der Ende Oktober auslaufenden MSC-Lizenz darf jetzt nur noch die Fangsaison des Jahres 2012 mit dem Nachhaltigkeitslabel vermarktet werden.
Die Lachsverarbeiter begründen den Entschluss mit hohen Lizenzierungskosten und wenig Mehrwert in der Vermarktung. Künftig werde "ein breiterer Marketing-Ansatz" verfolgt. Das Alaska Seafood Marketing Institute (ASMI) propagiert das eigene Nachhaltigkeitsschema, was ohnehin MSC-äquivalente Anforderungen habe.
Dem widerspricht der MSC vehement. Das ASMI-Schema sei weder unabhängig oder transparent, noch beziehe es Interessensvertreter mit ein. Auch die Kosten seien höher. "82 Prozent der Gebühren für Wildlachs in Europa werden durch die Lieferkette übernommen", sagt MSC-Deutschland-Managerin Marnie Bammert.
Auswirkungen für den hiesigen Markt seien schwer abzuschätzen. Einerseits werde TK-Ware aus 2012 teils noch zwei Jahre später verkauft, andererseits gelangten eh nur etwa 10Prozent des Alaska-Wildlaches nach Europa, so Bammert zur LZ.