Frische Convenience schafft Wachstum
Nachhaltige Verpackungen im Trend – Feinkostmarkt wächst weiter
LZnet/ton. Frische und Feinkost sind in. Darauf haben die Anuga-Verantwortlichen in Köln reagiert und ihre Fachmesse "Chilled Food" um die Segmente frische Feinkost sowie Obst & Gemüse erweitert.
Mit neuen Verfahren, die "Ultrafrische" für vier bis fünf Tage garantieren, hat sich der Chilled-Food-Markt in den vergangenen Jahren für den Handel und den Außer-Haus-Markt als attraktiver Umsatzbringer positioniert. Gleichzeitig geht der Trend bei Convenience immer mehr in Richtung Frische & Feinkost, also ebenfalls kürzer haltbare Produkte wie etwa Obstsalate oder frische Fischzubereitungen.
Wer ist wo?
Edmund Merl GmbH&Co. KG, Brühl: H5.1/A100, B101
Feinfischräucherei Noll GmbH, Schermbeck: H5.1/B097
Feinkost Dittmann Reichold Feinkost GmbH, Diez:
H5.1/B010, B011
Fructofresh Group, Polen: H5.1/A091
Hawesta-Feinkost Hans Westphal GmbH&Co. KG, Lübeck:
H5.1/C069
Heinrich Kühlmann GmbH&Co. KG, Rietberg: H5.1/A073, A079
Heinz Funken GmbH&Co. KG Bauer Funken, Kempen:
H5.1/C079
Henglein & Sohn GmbH, Abenberg: H5.1/B095
King Cuisine B.V., Tilburg:
H5.1/B070, C071
Ostsee Fisch GmbH&Co. Produktions- und Vertriebs KG, Rostock: H5.1/C069
Rügen Fisch AG, Sassnitz:
H5.1/C069
Steinhaus GmbH, Remscheid Lennep: H5.2/B011, A010
Stührk Delikatessen Import GmbH&Co. KG, Marne:
H5.1/B099
Teigwaren Riesa GmbH, Riesa: H5.1/C060, D069
Tulip Food Company, Dänemark:
H6.1/B040, C049
Werner Lauenroth Fischfeinkost GmbH, Hamburg:
H5.1/B088, C089
Dem will die Koelnmesse Rechnung tragen: "Mit Chilled & Fresh Food ist dieses Trendsegment jetzt innerhalb der Anuga noch klarer ausgerichtet." Mit der Erweiterung biete die neue "360-Grad-Frische" ein "ideales Umfeld für Unternehmen aus den Bereichen frische Convenience und Feinkost, Fisch sowie Obst und Gemüse. Unter dem Dach der vergrößerten Fachmesse versammeln sich insgesamt über 150 Aussteller – und damit etwa 60 Unternehmen mehr als vor zwei Jahren. Darunter sind auch Obst- und Gemüseproduzenten wie die polnische Fructofresh Group, die küchenzubereitetes Obst herstellt, oder die deutsche Heinz Funken GmbH & Co. KG Bauer Funken, die frische Salatzubereitungen produziert.
"Wir haben natürlich große Erwartungen an die weltweit führende Ernährungsmesse", sagt Marketingleiterin Petra Sommerfeld von
Feinkost Dittmann aus Diez. Als Top-Thema auf der Anuga sieht der Familienbetrieb Nachhaltigkeit: "Neben innovativen, qualitativ hochwertigen Produkten spielen grüne Themen sowohl auf Seiten des Handels als auch bei den modernen, umweltbewussten Verbrauchern eine immer größere Rolle", sagt Sommerfeld.
In diesem Sinne wolle Dittmann den Kunden eine maximale Produktsicherheit garantieren. Darum präsentiere man in Köln mit dem Pano Blue Seal einen umweltfreundlichen Verschluss für Glaskonserven aus PVC-freiem Weißblech. Ab sofort will der Feinkosthersteller sämtliche Glaskonserven sukzessive auf diese Weltneuheit umstellen.
In seinem Sortiment stellt der Feinkosthersteller neu die griechische Spezialitätenmarke Palirria vor, für die Dittmann den deutschen Alleinvertrieb übernimmt. Im Herbst starten die Diezer mit vier verschiedenen Meze-Variationen (etwa mit gefüllten Weinblättern) sowie dem traditionelllen Gemüse-Hackfleisch-Auflauf Moussaka. Daneben verspricht sich das mittelständische Unternehmen "einen regen Meinungsaustausch" über Preise und Konditionen – ein Thema, das aufgrund der im aktuellen Marktumfeld "unvermeidlichen Preiserhöhungen" von elementarer Bedeutung sei. Zumal, so entstehe manchmal der Eindruck, man sich "in Jahresverhandlungen einem höheren Forderungsdruck als die Lebensmittel-Großkonzerne" ausgesetzt sieht.
Für den Delikatessen-Import
Stührk aus Marne ist die Anuga in erster Linie wichtig für die Pflege von alten und den Aufbau von neuen Branchenkontakten, weniger für konkrete Abschlüsse. "Die Qualität der Messe – insbesondere die Fachmesse-Ausrichtung – hat sich in den letzten Jahren aus unserer Sicht deutlich verbessert", so Geschäftsführer Lars Jochims.
Als entscheidendes Thema für die Messe sieht er die Nachhaltigkeit. Zu schaffen macht dem Marner Unternehmen die Preissteigerung. "Bei einigen Rohwaren hatten wir Preiserhöhungen über 60 Prozent in sechs Monaten", so Jochims. Die Kunden seien aber äußerst preissensibel.
Bei den Neuprodukten ist Stührk besonders auf den ersten deutschen Kaviar aus nachhaltiger Fischerei stolz. Das MSC-zertifizierte Produkt aus Heringsrogen biete eine "geschmacklich und optisch vollwertige Alternative" zu konventionell produzierten Fischeiern. Daneben bietet Stührk eine neue Carpaccio-Range (Alaska Widlachs, Frutti di Mare, Shrimps, Oktopus).
Der komplette Verzicht auf Zusatzstoffe spielt für das Sortiment des Feinkostspezialisten Heinrich
Kühlmann aus Rietberg die wichtigste Rolle auf der Anuga. Hier biete man bereits heute umfangreiche Lösungen an, so Marketingmanager Oliver Krück. Weiterhin nimmt das Thema Verpackung für Kühlmann nach wie vor eine wichtige Rolle ein.
"Wir erwarten, dass sich der Trend zu mehr Transparenz bei Verpackungen auch auf der Anuga weiter verfestigen wird", sagt Krück. Daneben ist auch die Steigerung des Exports für die Rietberger ein wichtiges Ziel für den Auftritt auf der Weltleitmesse. Inhaltlich setzt Kühlmann den Schwerpunkt auf die Präsentation frischer Antipasti-Spezialitäten. Neu werden dabei unter anderen frisch gegrillte Champignons in mediterranem Kräuteröl sowie gefüllte, getrocknete Tomaten ohne Öl vorgestellt.
Als "Heimatmesse" für einen der wichtigsten Auslandsmärkte sieht das niederländische Unternehmen
King Cuisine, Tilburg, die Anuga an. "Angesichts des Wachstums im Segment temperaturgeführte Feinkost in Deutschland gehen wir davon aus, dass viele wichtige Handelsentscheider auf der Messe vertreten sein werden", sagt Vertriebsleiter Leonard Boddenberg. Trendthemen sieht der Hersteller von gekühlten frischen Spezialitäten aus der internationalen Küche bei nachhaltigen Produkten und Verpackungen. Im Fokus der Produktpräsentation von King Cuisine steht die neue Tapas-Reihe der Niederländer. Unter den acht gezeigten Spezialitäten sind etwa Chorizo-Fleischbällchen in Tomatensauce sowie die gefüllten Salamirosetten mit Kräuterfrischkäse.
Die Hoffnung auf intensive Kontakte zu Entscheidern aus dem Einkauf des Lebensmitteleinzel- und Großhandel aus Deutschland und Europa verbindet Feinkostproduzent Edmund
Merl aus Brühl mit der diesjährigen Anuga.
"Dabei erhoffen wir uns neben neuen Kontakten auch den Dialog und die Diskussion mit bestehenden Entscheidern und Kunden", teilt Geschäftsführerin Susanne Merl mit. Sie sieht als thematische Schwerpunkte am Messestand die Rohstoffpreise und neue Konzepte sowohl für Produkte als auch Verpackung und Logistik.
Produktsicherheit und Produktkennzeichnung werden laut Aussage von Susanne Merl sicherlich auch eine Rolle spielen. Ebenfalls wird das Brühler Unternehmen seine Lizenzpartnerschaft mit Feinkost Käfer vorstellen, wozu zunächst zwei Wiesn-Spezialitäten umgesetzt werden (Brathendl Salat und Haxen-Krautsalat).
"Wir sehen beim Thema Nachhaltigkeit im Verpackungsbereich den Hauptansatz für neue Konzepte", sagt Marketingleiter Oliver Frielingsdorf vom Feinkosthersteller
Steinhaus. Zusätzlich bleibe die Anuga durch die internationale Ausrichtung eine wichtige Plattform für eine weitere Export-Expansion. Drei neue Pasta-Spezialitäten stellt Steinhaus im Bereich Chilled Food vor.
Mit den Trüffel-Tortelloni, den Steinpilz-Tortelli und der Spinat-Pappardelle wird das Spezialitätensortiment "Pasta Rustica" ergänzt. Die neuen Varianten werden mit kontrollierten Freilandeiern und Reismehlbestäubung hergestellt. Auf den Einsatz von Geschmacksverstärkern, Hefeextrakten und Farbstoffen wird verzichtet.