Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: Stiftung Goldener Zuckerhut

Vertriebler mit Weitblick

Freitag, 05.11.2010

Christian Wirtz, Key-Account-Manager Unilever
Christian Wirtz
Christian Wirtz
Foto: Bert Bostelmann
LZnet/jh. Der 26. August 2010 ist zweifelsohne ein sehr wichtiges Datum im bisherigen Berufsleben von Christian Wirtz. An diesem Tag zogen über 500 Mitarbeiter der Hamburger Unilever-Zentrale aus, um in den Rewe-Filialen der Region Nord Margarine zu verkaufen – und folgten damit einer Promotionidee, die der 29-Jährige vorangetrieben hatte.

Selbst Deutschland-Geschäftsführer Harry Brouwer und Vertriebschef Stefan Leitz verließen ihre Büros, um bei der Spendenaktion dabei zu sein. Bis auf die letzte Ziffer weiß Wirtz noch immer, welcher Umsatz durch Becel, Rama und Co. zusammenkam: 101583 Euro, die das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen für Schulmahlzeiten von Kindern in Kenia verwenden wird.

Analytische Fähigkeiten weiter ausbauen

Aus Sicht von Wirtz ist damit nicht nur den Betroffenen hoffentlich etwas geholfen – auch zum Profil von Handel und Hersteller passe die Aktion sehr gut. Die gemeinsame Wertschöpfung hat er auch bei der Verwendung des Preisgeldes der Stiftung Goldener Zuckerhut im Blick: Wirtz, der bei Unilever als Key-Account-Manager das Food-Geschäft mit Rewe Nord und Coop betreut, will eine Category-Management-Schulung bei GS1 absolvieren.

"Die Zeiten des klassischen Vertriebs sind vorbei", beobachtet der gebürtige Duisburger. "Neben den Qualitäten als Verkäufer braucht man heute vor allem analytische Fähigkeiten – und die will ich weiter ausbauen."

Wirtz scheut die Herausforderung nicht, er sucht sie vielmehr – das wird im Gespräch mit ihm schnell klar. Nach einem Jahr bei der Unternehmensberatung McKinsey hat Wirtz 2007 bei Unilever als Trainee angefangen, seit einem Jahr besetzt er dort eine sogenannte "Talent Position".

Das Prinzip: Vielversprechende Mitarbeiter bekommen vergleichsweise viel Verantwortung – und müssen beweisen, was sie können. "Es ist zeitintensiv, aber es macht sehr viel Spaß", sagt Wirtz, der in Münster Betriebswirtschaft studiert hat.

Dass er beim regelmäßigen Joggen um die Alster gerade für seinen ersten Halbmarathon trainiert, spielt dabei zwar eher eine Nebenrolle. Doch der Sport bietet ihm auch Ausgleich für die Energie, die er in seinen Job steckt.

Keine Scheu vor Verantwortung

Kein Wunder also, dass der Kaufmann eine recht genaue Vorstellung davon hat, welche Schritte er bei dem Konsumgüterriesen als nächstes machen will. Um einen "ganzheitlichen Blick" vom FMCG-Geschäft zu bekommen, möchte der Vertriebler zunächst gerne im Trade Marketing von Unilever Station machen.

Danach peilt er die Position des National-Account-Managers an, weil ihn die "Verantwortung für Budget, Personal und Strategie" reizt. Als Customer Director möchte er schließlich die übergeordnete Zuständigkeit für einen Kunden aus dem Handel übernehmen.

Aber auch privat hat sich der Nachwuchspreisträger noch Ziele gesetzt. Eines davon lautet, noch einige Länder auf dem Globus zu erkunden. Zuletzt hat Wirtz seine Reise-Leidenschaft nach Venezuela geführt – und ein weiterer Wunschkandidat steht bereits fest: Kenia, das Land, in das die Umsätze aus der Spendenaktion geflossen sind. "Das würde ich gerne mit eigenen Augen sehen", sagt er.

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