Freitag, 25. Mai 2012

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Managende Integrationsfigur 

Freitag, 06.11.2009

Von Jan Mende
LZ|NET. Sie kennt das, sie ist wieder mittendrin. Damals war es Reichelt in Berlin. Jetzt ist es Marktkauf in Minden. Beide sind nun Edeka. Bis wirklich alles rund läuft, wird es noch dauern.

"Eine Integration schafft man nicht von heute auf morgen", sagt Katrin Storandt. Die Berlinerin weiß das, muss es wissen, sie erlebt schließlich zum zweiten Mal, wie Edeka Minden-Hannover einen ehemaligen Konkurrenten eingliedert.

Als Reichelt dazukam, saß sie zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite war sie als Azubi sehr nah dran an den Sorgen, die Mitarbeiter im Zuge einer solchen Umstellung umtreiben. Auf der anderen Seite war sie die BA-Studentin. Eine Edel-Azubi von der die Kollegen wussten, dass sie früher oder später von der Palette an den Schreibtisch wechseln würde.

Katrin Storandt
Katrin Storandt
Dort ist die 27-Jährige längst angekommen. Die Diplom-Betriebswirtin ist bei Edeka Minden-Hannover Assistentin der Geschäftsführung und Profit-Center-Leitung. Zuständig für Marktkauf und E-Center, gehört es zu ihren wichtigsten Aufgaben Marktleiter, Selbständige Kaufleute, Geschäftsführer und Betriebsräte an einen Tisch zu holen.

Zwischen den Stühlen sitzen

Es ist jetzt ihr Job, zwischen den Stühlen zu sitzen, wenn auch viel näher am Chefsessel als damals bei Reichelt. Storandt vermittelt die Position der Marktkauf-Geschäftsführung, baut Vorbehalte ab, glättet Wogen, bereitet wichtige Sitzungen vor, arbeitet an neuen Strukturen und Prozessen mit. Sie füllt eine Rolle aus, die es vorher nicht gab: die der managenden Integrationsfigur.

"Es ist eine spannende, sehr lebendige Aufgabe", sagt die 27-Jährige. "Vor allem, weil von mir erwartet wird, nicht nur vorhandene Konzepte abzuarbeiten, sondern neue Ansätze mitzugestalten". Das kann sie. Sie hat Ideen und die Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln, "die nachhaltig die Effizienz verbessern".

So steht es in ihren Arbeitszeugnissen, aufgeschrieben von ehemaligen Chefs, die allesamt kaum Zeit hatten, von diesen Talenten zu profitieren. Denn wo immer die junge Frau hinkam, war sie schnell wieder weg.

Lebenslauf im Vorspulmodus

Sie eilte weiter, von einer auf die nächste Sprosse der Karriereleiter: Studium, Kaufmännische Angestellte, danach Abteilungsleiterin Obst- und Gemüse, stellvertretende Marktleiterin, stellvertretende Marktleiterin in einem größeren Reichelt-Markt, 2007 dann der Sprung von Berlin nach Minden.

Zunächst als Projektleiterin, jetzt als Assistentin der Geschäftsführung. Ein Lebenslauf im Vorspulmodus. Und doch ein Leben ohne Tunnelblick. Denn Storandt hat nicht nur die Arbeit im Kopf. Ihre Freizeit ist zwar spärlich, wird dafür aber umso intensiver genutzt: für Reisen in die Karibik, nach Mexiko, Asien, in die Berge. Auch dort liegt sie nicht einfach am Pool. "Ich bin ein aktiver Mensch, erst durch Einsatz erfährt man, was in einem steckt".

Katrin Storandt will diese Erfahrung weiter sammeln und ihr Preisgeld in ein MBA-Studium investieren. "Mein Ziel ist es, zunächst eine einflussreiche Führungskraft mit mehr Personal- und Budgetverantwortung zu werden." Und nach "zunächst"? Die Jungmanagerin lächelt: "Wer weiter kommen will, sollte sich nicht mit Hoffnungen aufhalten."

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