Fischhandel wird nachhaltig
Anuga-Seminar beschäftigt sich mit nachhaltiger Einkaufspolitk beim Trendprodukt Fisch. Matthias Keller vom Fisch-Informationszentrum fordert mehr Aufklärung.
LZnet/ton. "Der Handel ist sich seiner Rolle bei nachhaltigem Fisch bewusst." BVL-Präsident Friedhelm Dornseifer lobte einleitend auf dem Seminar "Nachhaltiger Seefisch und umweltverträgliche Aquakultur" die Einkaufspolitik des LEH. Die Wirtschaft solle ihre Nachhaltigkeitsinitiativen bündeln, forderte er.
"Die Branche muss sich öffnen und Verbraucher wieder besser informieren", mahnte Dr. Matthias Keller vom Fisch-Informationszentrum. Keller sieht jedoch einige Grundprobleme in der praktischen Umsetzung, etwa die undifferenzierte Skandalisierung der gesamten Branche durch einige wenige Interessengruppen.
Zweifelhaft sei außerdem der Vorschlag der EU-Kommission zu einer verbindlichen Angabe von Fangtag respektive Entnahmetag auf der Verpackung ab 2013. Der Verbraucher erhalte keinen zusätzlichen Nutzen, im Gegenteil verunsichere die Angabe des Fangtages etwa bei TK-Lachs den Konsumenten, da das Datum aufgrund von Kühlmaßnahmen teils lange zurückliegen kann.
Ein Instrument zur Stärkung des Verbrauchervertrauens sieht Dr. Christopher Zimmermann vom Institut für Fischereiökologie in der Datenbank "Fischbestände online", die eine "Grundlage für die Entscheidungen und Bewertungen durch Industrie, Handel und NGOs" sei und von bislang 16 auf 120 Arten erweitert werden soll.
Sein Kollege Dr. Reinhold Hanel zeigte auf, welche Möglichkeiten zur "Welternährung mit Proteinen" die moderne Aquakultur bietet, verdeutlichte aber auch akute Schwierigkeiten, z.B. mit genetisch veränderten Arten, die seiner Meinung nach in Asien bereits gezüchtet werden.