Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: Goldener Zuckerhut

Neue Spielregeln

Donnerstag, 13.11.2008

Rasante Preisänderungen an den Rohstoffmärkten und ein sich verschärfender Wettbewerb verunsichern Verbraucher und Unternehmen. Beim 51. Goldenen Zuckerhut der LZ diskutierten namhafte Experten Probleme und Lösungsansätze / Von Rebecca Frener
LZ|NET. Die Märkte befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Steigende Volatilitäten der Rohstoffmärkte, ein immer schärferer Wettbewerb und der rasante wissenschaftliche Fortschritt sorgen bei Verbrauchern, aber auch auf Unternehmerseite für Verunsicherung.

Der Kongress zum 51. "Goldenen Zuckerhut" der Lebensmittel Zeitung stand darum ganz im Zeichen des Mottos "Neue Spielregeln - Worauf sich Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft einstellen müssen". Namhafte Experten referierten und diskutierten in der Berliner Philharmonie Probleme und Lösungsansätze.

"Glaubwürdigkeit ist die Voraussetzung für Vertrauen", sagte LZ-Chefredakteurin Angela Wisken zum Auftakt. In ihrer einführenden Rede stimmte sie die Anwesenden auf die wichtigsten Herausforderungen ein.

Zu den angesprochenen Themen gehörten neben dem immer aggressiveren Wettbewerb und der Finanzkrise auch die öffentliche Skandalisierung von Problemen der Ernährungswirtschaft und die Entwicklung der Rohstoffpreise.

Die Explosion der Weltmarktpreise

In diesem Zusammenhang appellierte der OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft, Prof. Dr. Stefan Tangermann, die politische Förderung von Biosprit zu beenden.

Denn die Explosion der Weltmarktpreise sei nicht nur der steigenden Nachfrage in den Schwellenländern, den hohen Energiepreisen oder riskanten Spekulationen geschuldet, sondern zu einem Großteil auch der Verwendung von Getreide und pflanzlichen Ölen als biologische Kraftstoffe.

Zudem wagte der Wissenschaftler einen Blick in die Zukunft: Fundierte Prognosen lassen erwarten, dass die Rohstoffpreise zwar wieder sinken, insgesamt jedoch auf einem höheren Niveau verharren werden. "Wegen niedriger Lagerbestände ist außerdem mit einer starken Volatilität der Preise zu rechnen", erklärte Tangermann.

Romantisierende Werbung

Publizist Michael Miersch knüpfte an das von Angela Wisken thematisierte Glaubwürdigkeitsproblem an. Mit dem Stellvertretenden Chefredakteur Bernd Biehl, der als Moderator durch die Veranstaltung führte, sprach er über die Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und öffentlicher Wahrnehmung.

In Hinblick auf die Qualität von Lebensmitteln sei der Auslöser die romantisierende Bewerbung von Produkten, die deren "natürliche" Herkunft in den Mittelpunkt stelle. "Wenn dann die tatsächlichen Produktionsabläufe publik werden, kommt es zum Schock."

Darüber hinaus kritisierte Miersch die Fokussierung auf das Randproblem Pestizide und votierte dafür, die Gentechnik-Forschung zu fördern und gezielt zu nutzen.

Die Ansicht, dass den Ängsten der Verbraucher nur durch grundlegende Aufklärung entgegengewirkt werden kann, teilte auch Ranga Yogeshwar. In einem fesselnden und bildreichen Vortrag thematisierte der populäre Wissenschaftsjournalist die Verunsicherung in der Gesellschaft beim Umgang mit dem technischen Fortschritt.

"Sie ist der Grund dafür, dass die Menschen auch im Food-Bereich so sensibel sind", konstatierte Yogeshwar. "Die Technik ist nicht schlecht, sondern nur zu schnell. Sie muss besser erklärt werden."

Goldener Zuckerhut







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