Freitag, 25. Mai 2012

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Kreativer Initiator

Freitag, 06.11.2009

Von Birgit Loderhose
LZ|NET. Kein Weg ist ihm zu weit. Im Dienst der Logistik hat Michael Sternbeck bereits über 12.000 km zwischen Kiel und Zürich zurückgelegt. Dabei transportiert der engagierte Wissenschaftler keine Waren, sondern Fragen und Erkenntnisse, die das letzte Glied der Lieferkette betreffen: die Versorgung der Filialen.

Michael Sternbeck
Michael Sternbeck
Sie ist zunehmend in den Fokus der Konsumgüterbranche gerückt und steht im Mittelpunkt seiner Dissertation am Lehrstuhl für Produktionswirtschaft und Logistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sternbeck interviewt Vorstände und Logistikleiter von 28 Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um herauszufinden, wie eine "Filialgerechte Logistikplanung im Lebensmitteleinzelhandel" aussieht.

Wann und wie häufig werden die Märkte beliefert, und welches sind die optimalen Gebindegrößen, will der gebürtige Lindauer von den Händlern wissen. Was machen die Mitarbeiter am POS, wenn 20 Verkaufseinheiten geliefert werden, aber nur 10 ins Regal passen?

Fasziniert von Komplexität

Hier blickt er detailliert in die Praxis, was ihm, kombiniert mit theoriebasierter Forschung, am liebsten ist. Das Preisgeld will er verwenden, um die für die gesamte Branche vielversprechende Studie fertig zu stellen. Schon jetzt ist klar: "Die eine Lösung für alle gibt es nicht." Genau diese Komplexität fasziniert ihn.

Mit Begeisterung beschreibt Sternbeck die Logistik als "ein nie vollendetes Kunstwerk", das permanent Ideenreichtum, Kreativität und Fantasie fordert. In ihren Bann und in den der Konsumgüterbranche wird er während seines Studiums gezogen, als er Praktika bei Hochland, Tchibo und Unilever absolviert.

Logistik und die FMCG-Branche lassen ihn bis heute nicht los. "Ich habe mich immer tiefer in die Details eingearbeitet", sagt er. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter führt der umtriebige Jung-Forscher Lehrveranstaltungen, Exkursionen, Workshops und Studienreisen für die Kommilitonen durch.

Alles mit sehr großem Einsatz, wie ihm Doktorvater Professor Dr. Heinrich Kuhn bescheinigt. 2007 gründet Sternbeck an seiner Uni den Verein "Log-In", der mit 100 Mitgliedern den Wissensdialog und die Forschung auf dem Gebiet Supply Chain Management fördert. In Zukunft möchte Sternbeck konzeptionell tätig sein, dabei permanent lernen und sich kontinuierlich weiterentwickeln.

Teamarbeit erwünscht

Auch in der Freizeit spielt Bewegung für das Nachwuchstalent eine treibende Rolle. Seine Lieblingsbeschäftigung ist das Segeln auf dem heimatlichen Bodensee.

"Kaum an Bord angekommen, kann ich perfekt abschalten und mich gemeinsam mit Segelkameraden auf Wind und Wellen einlassen." Eine Woche seines Urlaubs verwendet er regelmäßig, um die jüngsten Mitglieder seines Vereins ehrenamtlich in die Kunst des Manövrierens auf dem Wasser einzuweihen.

Sternbeck arbeitet gerne im Team, "am besten interdisziplinär an wechselnden Fragestellungen". Zwar hat er sich noch nicht endgültig entschieden, doch seine Zukunft sieht der 30-Jährige eher in einem Unternehmen der Konsumgüterbranche als an der Universität. Den Kontakt zum Lehrstuhl möchte er aufrechterhalten, denn auf das Brückenbauen zwischen Forschung und Praxis versteht er sich.

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