Neuer Typus Controller
Günther Hofer, Finanz-Koordinator Haribo Südeuropa
Günther Hofer
Foto: Bert Bostelmann
LZnet. Günther Hofer weiß genau, was er will: Mittelfristig sieht sich der heutige Finanz-Koordinator der Haribo-Töchter in Spanien, Frankreich und Portugal auf dem Weg zum Finanzchef einer Ländergesellschaft des Bonner Familienunternehmens. Zunächst erscheint so viel Ehrgeiz bei einem 28-Jährigen eher befremdlich. Doch Hofers bisheriger Lebensweg spricht eine klare Sprache.
Derzeit arbeitet der im österreichischen Linz geborene Jungmanager mit dem Aufbau einer länderübergreifenden Innenrevision für die Haribo-Gesellschaften in Spanien, Frankreich und Portugal an seinem Gesellenstück.
Dafür ist es erforderlich, sämtliche Prozess-Stufen genau zu definieren – vom Einkauf bis zum Vertrieb. "Dreh- und Angelpunkt ist die Verbesserung der täglichen Zusammenarbeit auf allen Ebenen", sagt Hofer. Besonders wichtig sei es, das Vertrauen aller Beteiligten zu gewinnen. Und "das gelingt nur mit der nötigen Sensibilität".
Controller als Berater statt als PolizeiAuf den ersten Blick mag Hofers Tätigkeit trocken und nüchtern anmuten. Doch er versteht es, auch den unbedarften Zuhörer von seiner Arbeit zu begeistern. Schließlich gehe es längst nicht nur um schnödes Zahlenwerk, den reinen Abgleich von Daten oder Finanz-Kennziffern. Der Jung-Manager zeichnet das neue Bild des Controllers – als "interner Berater und nicht als Polizei".
Gegenseitiges Verständnis sei eine entscheidende Grundvoraussetzung, sagt er. Für Hofer ist es "wichtig zu lernen, das Team besser zu verstehen. Wir müssen raus aus der reinen Zahlenanalyse." Etwa Marketing und Vertrieb begreift er als wichtige "Sparring-Partner". Das klingt nicht nach einem typischen Zahlenmenschen. Kommunikationsfähigkeit gehört spürbar zu Hofers Stärken.
Die Entscheidung, sich beruflich auf den Bereich Finanzen zu konzentrieren, traf er schon früh während seines Praktikums bei der General Motors-Tochter Saab in Schweden. Dorthin zog es ihn, weil er in Österreich und Schweden sein Hochschulstudium über Internationale Wirtschaft und Management absolvierte.
Noch etwas wurde ihm bei Saab klar: "Solche Konzerne sind mir einfach zu groß. Ich brauche mehr Entwicklungs- und Gestaltungsspielraum." Diesen fand er schließlich nach seinem Einstieg bei Haribo vor vier Jahren. Das Unternehmen biete ihm "die ideale Größe" – einerseits groß und international genug, gleichzeitig aber mit den für ein Familienunternehmen typischen kurzen Entscheidungswegen, die genügend eigenen Handlungsspielraum ermöglichen.
Ausdauer braucht training
Hofer formuliert für seine Zukunft klare Ziele: seine bisher erworbenen Kompetenzen weiter ausbauen. Und noch etwas steht auf dem Fahrplan des zielstrebigen Jungmanagers: Um sich körperlich und geistig fit zu halten, zieht er mehrmals pro Woche seine Laufschuhe an. Für das kommende Jahr hat er sich seinen ersten Marathon vorgenommen.
Intensives Ausdauertraining benötigt er schließlich auch für seine beruflichen Ziele. Momentan bereitet sich der junge Manager an seinem derzeitigen Wohnsitz nahe des spanischen Haribo-Hauptquartiers in Gerona auf seine letzte Prüfung als zertifizierter Innenrevisor vor.
Die nächsten Etappen sollen die kostspieligen Kurse für Führungskräfte beim Management Center Europe sein. Und natürlich kann Günther Hofer dafür das Preisgeld der "Stiftung Goldener Zuckerhut" bestens gebrauchen.