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YBF bei Henkel
Georg Lukas
LZnet. Engagierte Henkel-Manager demonstrierten den Teilnehmern der YBF in Düsseldorf: Innovation steht nicht zwangsläufig für neue Produkteigenschaften, sondern auch für pfiffiges Marketing, neue Prozesse oder ungewöhnliche Recruiting-Methoden.
Dass sie sich gerne einige Fragen gefallen lassen, stellten die Henkel-Manager Jens-Martin Schwärzler (Kosmetikchef Deutschland) und Georg Baratta-Dragono (Waschmittelchef) gleich beim Auftakt der YBF unter Beweis.
In entspannter Atmosphäre erläuterten sie den rund 90 Teilnehmern aus Handel, Industrie und Dienstleistungsunternehmen, welche Anstrengungen es in der Praxis bedeutet, eine Innovationsrate von 40 Prozent (mit Produkten, die jünger sind als drei Jahre) vorzuweisen.
YBF zu Gast bei Dornseifer
"Frische auf Sauerländer Art" lautet das Motto der kommenden Young Business Factory bei der Händlerfamilie Dornseifer. Experimentierfreude, gepaart mit bodenständiger Anpassung an die Bedürfnisse der Region, machen die Läden zum Erfolgskonzept.
Gastgeber: Unternehmensgruppe Dornseifer
Termin: 2./3. Februar 2011
Ort: Siegen
Information und Anmeldung: lebensmittelzeitung.net/ybf
Doch schnell wurde klar, dass sich das Thema Innovation nicht bei neuen Produkten erschöpft: "Wir als Firma machen gerade einen Relaunch durch", sagt Baratta. Seit dem Amtsantritt von Kasper Rorsted als CEO vor zweieinhalb Jahren werde Henkel noch stärker auf Leistung getrimmt und gehe in vielerlei Hinsicht neue Wege.
Konkret wurde die Spannweite der Innovationskraft im Laufe des folgenden Tages. Henkel-Manager Ulf Wentzien, Global Consumer Intelligence, zeigte auf, wie schnell sich ein ganzes Geschäftsfeld in Luft auflösen kann: "In China gibt es die ersten Waschmaschinen, die ohne Waschmittel auskommen."
Um seine Innovationsprozesse rechtzeitig in die richtige Richtung zu steuern, berechnet Henkel Zukunftsszenarien. Anschließend, so Thomas Geister aus dem strategischen Marketing, würden Ideen gesammelt, mit Konsumentenbedürfnissen abgeglichen und schließlich in Produktkonzepten weiterentwickelt.
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Am europäischen Kosmetikmarkt habe der Neuheitenfokus Henkel zu heute fast 12 Prozent Marktanteil verholfen. Dazu hat vor allem die neue Haarpflegemarke Syoss beigetragen, laut der Symphony IRI Group der erfolgreichste Konsumgüter-Launch der vergangenen fünf Jahre.
Dass ein YBF-Teilnehmer die Linie als "reine Marketing-Innovation" bezeichnet, stört Marketingleiter Michael Kellner kaum. Kreativität könne sich ebenso an der Positionierung als professionelle Marke zum erschwinglichen Preis oder der erstmaligen Kommunikation der UVP in der Endverbraucherwerbung festmachen.
Auch der Studentenwettbewerb "Henkel Innovation Challenge" sei Teil der Konzernkreativität, ergänzt die 28-jährige Key-Account-Managerin Ailie Kraus.
Ein Highlight des Tages bei Henkel war für viele Youngster die Exkursion in die Forschungsabteilung. Im WC-Labor konnten sie lernen, dass ein global agierender Konzern sich bei der Produktentwicklung auf die unterschiedlichsten Toilettenformen einstellen muss.
Für die Kosmetik spielen die Unterschiede der Haartypen eine entscheidende Rolle. Daher kommen die Colorationen vor der Markteinführung im Testsalon auf den Prüfstand. Einen echten Praxistest mussten die Henkel-Klebstoffe bestehen.
Besonderheit dieser Sparte ist die Messlatte bei der Neuheitenfülle: Bis 2012 soll die Innovationsrate – bezogen auf fünf Jahre alte Produkte – 25 Prozent erreichen, so Henkel-Forscher Georg Kinzelmann.