Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: YBF Workshops

Erfolgreiche Grenzgänger im Südwesten

Dienstag, 13.04.2010

Jörg Hieber und Karsten Pabst führen die YBF-Gäste durch Ihre Läden.
Jörg Hieber und Karsten Pabst führen die YBF-Gäste durch Ihre Läden.
Fotos: Hauck
LZnet. Die Stärke und Eigenständigkeit der selbstständigen Edeka-Händler Hieber stand im Fokus der Young Business Factory (YBF) der LZ. Die Gastgeber gaben dem Branchen-Nachwuchs lebendige Einblicke in die Kaufmannspraxis.

Die eigentliche Edeka-Stärke sei die Stärke der Mitglieder, fasste Jörg Hieber, Gründer von Hieber's Frische Center und langjähriger Aufsichtsratschef der Edeka-Zentrale, in seinem Schlusswort zusammen, wie er den größten deutschen Lebensmittelhändler sieht.

In den eineinhalb Tagen zuvor hatten 110 Nachwuchsmanager aus Handel und Industrie im Rahmen der YBF erlebt, was das in der Praxis bedeutet: Mut zum Risiko und zu eigenen Konzepten, unternehmerische Disziplin, Reaktion auf Kundenbedürfnisse und kontinuierlicher Wandel. "Was vor fünf Jahren galt, muss heute nicht mehr gelten", erklärte Hieber gleich zu Beginn im "Colloquium Privatissime" in der Bezirkskellerei Markgräflerland. Seine eigene Erfolgsgeschichte ist das beste Beispiel.

Die Geschichte beginnt in den 60er-Jahren. Damals mietet der Konditor Jörg Hieber mit seiner Frau eine Wohnung, in deren Erdgeschoss sich auf 50 qm ein Lebensmittelgeschäft befindet. 1985, die Unternehmerfamilie betreibt einen größeren Laden und ist von Rewe zu Edeka gewechselt. Der Betrieb steht vor der Pleite. Die Hiebers beißen sich dennoch durch.


Mit Erfolg, wie sich heute zeigt: Mit 116,3 Mio. Euro Umsatz in 10 Filialen, einem Bruttoumsatz von 6000 Euro pro Quadratmeter und preisgekrönten Marktkonzepten gehört der badische Betrieb zu den Vorzeige-Unternehmen der Branche. Der 72-jährige Gründer hat sich Anfang des Jahres aus dem operativen Betrieb zurückgezogen und ist seither Vorsitzender des Beirats. Das Tagesgeschäft führen Sohn Dieter (Personal und Marketing), der Geschäftsführende Gesellschafter Karsten Pabst (Vertrieb und Ausbildung) und Geschäftsführer Norbert Schoeffel (Einkauf, Controlling, IT).

Auch die zweite Generation legt Wert auf Details, die sie in Vorträgen zur Funktion ihres arbeitsteiligen Managements und während der Storechecks in Weil am Rhein, Lörrach und Grenzach näher bringt. Ein Kundenbeirat, regionale Sortimente, der Verzicht auf Nonfood, innovative Ladenbaukonzepte, Weinreisen, Sportereignisse, Spots im Basler Lokalfernsehen, elektronische Preisschilder und Self-Scanning-Kassen tragen zur eigenen Note des Unternehmens bei.

Vielfalt und Kreativität der Einzelhändler hätten innerhalb der Edeka-Region Südwest eine große Bedeutung und würden gezielt unterstützt, betonte Hans-Dieter Bader, Geschäftsführer der Regionalgesellschaft Südwest. Die Großhandlung verstehe sich als Dienstleister der rund 580 selbstständigen Einzelhändler. Als Belege dafür führte er die Eigenmarke "Unsere Heimat", stetige Investitionen in IT und Logistik sowie die Förderung der Kaufleute an.

Dass diese über hohe Freiheitsgrade verfügen, dokumentierten die Vorträge von Daniel Praetzelt, Category Manager bei L'Oréal, und die Haribo-Manager Jürgen Peter und Ralf Swienty. Sie haben mit dem Hieber-Team Warenpräsentationslösungen verhandelt, die den Empfehlungen der Großhandlung Südwest und der Zentrale in Hamburg zum Teil widersprechen. Unternehmerische Freiheit und der Mut zum eigenen Weg gehören dazu, ist Jörg Hieber überzeugt.

So verzichtet er in seinen Läden etwa auf Deckenhänger, seine Regale sind niedriger als anderswo (maximal 1,60 Meter). Edeka-Vertriebsleute hielten viele seiner konzeptionellen Bausteine für falsch, erklärte Hieber. Der Erfolg der Hieber-Läden beweist das Gegenteil, dies wurde im Rahmen der YBF deutlich. men/sb/lz13-10



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