Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: LZ Leserreisen

Inspiration Amerika

Montag, 31.05.2010

Auf der Suche nach Ideen und Impulsen haben sich einige Händler und Manager mit der LZ zur Storecheck-Tour nach Chicago und New York aufgemacht. Ein Erfahrungsbericht.
 


Was machen wir bereits gut - und was können wir noch besser machen?", mit dieser Frage im Hinterkopf ist der selbstständige Edeka-Händler Burkhard Schmitt zusammen mit seinem Sohn Simon, und 15 weiteren Teilnehmern der LZ-USA-Reise Mitte Mai durch eine Vielzahl von Lebensmittel-Märkten in den Metropolen Chicago und New York gepilgert.



Aufgefallen sind der Gruppe vor allem die üppigen Frische-Präsentationen, mit denen die Kunden zumeist schon im Eingangsbereich sehr emotional angesprochen werden, das breite Gourmet-Angebot sowie die Vielfalt an frisch zubereiteten Mahlzeiten. Keine Frage: Beim Thema "Meal Solution" ist Amerika dem deutschen Handel einen großen Schritt voraus. Gerade bei diesen wertschöpfungsträchtigen Sortimenten ließe sich auch hierzulande eine Differenzierung gegenüber dem Discount erreichen, sind die Teilnehmer überzeugt.

Händler werden zu Gastronomen

Vor allem an hochfrequenten Standorten bietet der US-LEH Convenience auf höchstem Niveau. Fertige Gerichte, Suppen, Salate, Desserts sowie frisch geschnittenes Obst laden massenhaft zum direkten Verzehr ein - vorverpackt in Kühlregalen oder zum selbst Abwiegen in Buffet-Theken. Gastronomische Konzepte samt Tischen und Stühlen sind oftmals in die Verkaufsfläche integriert oder schließen sich direkt daran an.

Eine Art Gourmet-Fastfood ist bei namhaften Händlern wie Whole Foods, Wegmans, Balduccis, Dean & Delucca, Fox & Obel, Eatzie's, Fairway und auch Megastores wie Meijers oder Domnick's fester Bestandteil des Sortiments. Ganz offensichtlich handelt es sich nicht etwa um Resteverwertung, sondern um frische Qualität, die begeistert.

Ladenbau in Filmkulissen-Qualität

Aber nicht nur das Angebot selbst fällt auf - Rewe-Händler Jörg Hundertmark schaut sich unter anderem beim Ladenbau einiges ab: "Selbst Großflächen schaffen durch die emotionale Gestaltung mit Licht und Farbe ein einladendes Ambiente." Dabei werden nicht nur im direkten Blickfeld der Kundschaft eindrucksvolle Kulissen geschaffen - die Gestaltung reicht bis zur Decke. Bei Wegmans wird beispielsweise die Atmosphäre eines Bauernmarktes imitiert, indem großräumig die Fassaden ganzer Häuser nachgebaut werden - ähnlich einer Filmkulisse.

Einige US-Händler schaffen es außerdem, ihrem Laden schon durch die Architektur ein eigenes Gesicht zu geben. Interessant, aber wohl nur bedingt zum Nachahmen geeignet, ist die Nutzung historischer Gebäude. Das verleiht eine sehr individuelle Note mit Kultfaktor.

Anregungen für den deutschen Markt

Die beiden Frischeexpertinnen Ivonne Geurten von The Greenery und Elisabeth Boekestein von Koppert Cress entdecken unzählige Anregungen zur Vermarktung von Obst und Gemüse: Gemüse-Sticks mit passendem Dip, kindgerechte Packungen und Sorten oder zielgerichtetes für Senioren, Gesundheitshinweise, produktschonende Spezialverpackungen und vieles mehr. Sehr häufig wird Gemüse in amerikanischen Märkten außerdem in Kühlregalen präsentiert. Das hält sichtbar länger frisch. Mit besonderem Interesse hat die Runde ein Outlet von Trader Joe's unter die Lupe genommen - ein Ableger von Aldi Nord, der sich deutlich vom klassischen Discounter abhebt. Im Sortiment setzt Trader Joe's auf Premiumqualität und Gourmet-Food.

Das wird auch durch die Gestaltung des Marktes mit sehr viel Holz unterstrichen. Bunte, künstlerische Bilder zieren die Wände und auch die Preisschilder wirken wie mit Buntstiften von Hand gemalt. Dennoch entgeht den Branchenexperten nicht, dass die Abläufe auch hier denen eines Discounters gleichen - nur eben mit einem deutlich höherwertigerem Angebot. Könnte dies ein Vorbild für Deutschland sein? Edeka-Einzelhändler Schmitt ist sich sicher: "Ich werde etliche Anregungen und Impulse für unser eigenes Geschäft von der Storecheck-Tour mitnehmen."

Ein PDF-Dokument mit dem gesamten Text der LZ finden Sie hier:
PDF-Datei

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