Zielstrebige Kreativkraft
Jana Götte, Chefin des Produktmanagements Halloren
Jana Götte
Foto: Bert Bostelmann
LZnet/dr. Sie liebt Schokolade. Jana Götte kann sich ein Leben ohne zarten Schmelz am Gaumen und Kakaoduft in der Nase gar nicht vorstellen. Schon als junges Mädchen faszinierten sie üppig bestückte Süßwarenregale.
Seit fünf Jahren nun hat die 29-Jährige ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie ist Chefin des Produktmanagements für die Marken der Schokoladenfabrik Halloren im sächsischen Halle. "Ich verkoste täglich neue Varianten", sagt das erstaunlich schlanke Nachwuchstalent.
Gemeinsam mit ihrem fünfköpfigen Team und dem Vorstand entwickelt sie süße Ideen. "Das läuft Hand in Hand", betont Götte. Sie ist die erste, die die zentrale Schaltstelle der Produktentwicklung bei dem mittelständischen Pralinenhersteller inne hat.
Zuvor kümmerten sich Vertrieb, Einkauf und Marketing zusammen um Produktentwicklung und Verpackungsdesign. "Jetzt koordiniere ich alles", so Götte, die zugleich Marketingleiterin für die Lizenzmarke Mövenpick sowie Key Account-Managerin der Handelsmarken ist.
Praxis spielt schon im Studium große Rolle
Kreativität ist ihre Stärke. Das Geschäft mit Zahlen eher nicht. Trotz guter Schulnoten in Mathematik merkt die gebürtige Bernburgerin schon 2002 während eines Praktikums im Controlling bei Südzucker, dass sie hier nicht richtig ist: "Das konnte ich mir für den Rest meines Lebens nicht vorstellen."
Man könne nichts verändern, nichts bewegen, sagt sie. Sie hat dann auch beim BWL-Studium an der Fachhochschule die Weichen anders gestellt und ist vom Schwerpunkt Controlling auf Handelsbetriebslehre sowie Marketing umgeschwenkt.
Das mehrmonatige Pflichtpraktikum führt sie dank der Ermunterung ihres damaligen Professors zu Halloren, und dies ist zugleich der Grundstein für ihre Karriere. Denn schon nach dem regulären Praxissemester wirkt die ambitionierte Nachwuchskraft weiter an einzelnen Projekten des Unternehmens mit.
2005 bewirbt sich Götte um eine Diplomandenstelle zum Thema "Der Süßwarenmarkt aus Sicht eines mittelständischen Schokoladenwarenherstellers: Auswirkungen von Trends auf das aktuelle und zukünftige Produktprogramm der Halloren Schokoladenfabrik".
Erste Ideen waren schon 2003 während ihres dreimonatigen Auslandsstudiums in Ungarn geboren. Dort lässt sie sich von ihrer Leidenschaft für Schokolade und Probierfreude an unbekannten Rezepturen leiten und verbringt sehr viel Zeit im Handel, bevorzugt an Süßwarenregalen.
Das umtriebige Nachwuchstalent beginnt, die ungarische Schokolade mit der deutschen zu vergleichen, Gemeinsamkeiten zu identifizieren und Tendenzen auszumachen.
Klare Vorstellung von ihren Zielen
Später versucht sie, diese Erkenntnisse auf Halloren zu übertragen. Nicht zuletzt auch aufgrund der Ergebnisse der Diplomarbeit mit der Traumnote 1,2 folgt bald ihre erste Festanstellung in Halle.
Seitdem tüftelt die Pilates-begeisterte Hobby-Sportlerin fleißig an neuen Kreationen. Zur Fußball-WM etwa gab es im Sommer eine Sonderedition Hallorenkugeln mit der südafrikanischen Marula-Frucht. Ihrer weiteren beruflichen Zukunft sieht Götte gelassen entgegen.
"Ich bin kein Mensch, der Jahrespläne aufstellt und einen Haken dahinter macht", erklärt die Karrierefrau. Wofür sie das Preisgeld einsetzen will, weiß die Managerin allerdings genau. Götte möchte die Süßwarenmärkte in Rumänien und Bulgarien analysieren. Hinfahren. Supermärkte abklappern.
Verzehrsgewohnheiten checken. Auch plant sie ein Führungskräftecoaching, nicht in der Gruppe, sondern ein Einzeltraining.