Techniker mit Feingefühl
Jetmir Hajrulla, IT-Projektmanager Metro Group
Jetmir Hajrulla
Foto: Bert Bostelmann
LZnet/do. Wenn Jetmir Hajrulla über das Web 2.0 spricht, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Facebook und Twitter, Youtube und Myspace, soziale Netzwerke und Communities – "auf all diesen Kanälen finden für den Handel sehr interessante Diskussionen statt", sagt der Nachwuchsmanager der Metro-IT-Gesellschaft Metro Systems.
Hier sieht der Wirtschaftsinformatiker, der schon vor seinem Studium in Essen in einem einjährigen Praktikum bei Bremke&Hoerster Erfahrungen in der Handels-IT sammelte, seine nächste berufliche Herausforderung bei dem globalen Handelskonzern Metro.
"Ich möchte die Stimmungen, Trends und Themen im Web 2.0, die Metro betreffen, gezielter identifizieren und aufschlüsseln", hat sich Hajrulla zum Ziel gesetzt. Er will den Kunden besser verstehen lernen und sein Preisgeld deshalb in eine Weiterbildung im Bereich Monitoring-Tools für Reputations-Analysen im Social Web investieren.
"Zuhause auf der Couch vor dem Computer äußert sich der User eher aus dem Bauch heraus, als bei einer Befragung auf der Straße", sagt der Jungmanager.
Was denkt er selbst über seinen Arbeitgeber? "Die Metro ist ein internationales Unternehmen mit unheimlich viel Know-how – das hat mich gereizt", so der IT-Experte, der seine Kindheit teils in Mazedonien, teils in Deutschland verbracht hat. Die Arbeit als Projektmanager führte ihn schon nach Kroatien, Ägypten, Vietnam und in die Türkei. Hajrulla spricht vier Sprachen – Mazedonisch, Deutsch, Englisch und Spanisch – reist gerne und schätzt den persönlichen Kontakt zu Arbeitskollegen und Projektpartnern.
Anders ließen sich die komplexen IT-Implementierungen auch kaum zum Erfolg führen. "Die Computer verstehen die Software, aber der Mensch füllt sie mit Leben", sagt der 29-Jährige, der sich als Familienmensch bezeichnet.
Die ersten Sporen bei dem globalen Handelskonzern Metro hat sich Hajrulla mit der Einführung komplexer SAP-Anwendungen im Bereich Personalmanagement verdient. In Ägypten trug er als Gesamtprojektleiter zum ersten Mal die volle Verantwortung für die Integration der lokalen Systeme. Dass ihm sein Arbeitgeber dieses Vertrauen schenkte, wertet Hajrulla als einen großen persönlichen Erfolg.
Das Projekt stellte den in Arnsberg im Hochsauerlandkreis geborenen Akademiker nicht nur vor technische, sondern auch vor kulturelle Herausforderungen. Als die Arbeit wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen einigen Beteiligten ins Stocken geriet, brachte er kurzerhand alle Partner an einen runden Tisch. "Die Mentalität in Kairo ist eine andere als in Deutschland.
Da kann die Diskussion auch mal lauter werden", erinnert sich Hajrulla. In solchen Situationen gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. "Das kann man nicht aus Büchern lernen", ist er überzeugt. Man kann sich den jungen Mann, der viel Ruhe ausstrahlt, gut als Mediator vorstellen: aufgeschlossen, hilfsbereit und stressresistent. So brachte Jetmir Hajrulla das Projekt zu einem guten Abschluss.