Machernatur auf Qualitätskurs
Katharina Gapp, Bachelor-Studentin Metro Cash + Carry Deutschland
Katharina Gapp
Foto: Bert Bostelmann
LZnet/kit. Auf den ersten Blick ist Katharina Gapp ihre ausgeprägte Macher-Mentalität nicht anzusehen. Doch die hinter der schmalen Brille aufblitzenden blauen Augen lassen erahnen, mit welcher Energie sie Dinge anpackt, anstatt darüber zu theoretisieren.
Sie hat schon immer lieber tatkräftig die Ärmel hochgekrempelt, sagt sie. Und so liegt es nahe, nach dem Abitur die Nähe zur Praxis zu suchen, während andere mit einer Durchschnittsnote von 1,1 wie sie an die Universität streben, um Medizin, BWL oder Jura zu studieren.
"Gleich nach dem Abi noch einmal vier bis fünf Jahre an der Uni rumzusitzen und Zeit zu vertrödeln, war nichts für mich", erinnert sich Gapp, die schon zu Schulzeiten nebenbei in der Systemgastronomie jobbte.
Jedenfalls sucht sich die gebürtige Berlinerin einen Ausbildungspartner, bei dem sie theoretisches Wissen schnell in der Realität erproben kann – und findet ihn im Großhandelsunternehmen Metro Cash&Carry Deutschland.
Ärmel hoch und los gehts
Dort lernt Katharina Gapp den Handel seitdem von der Pike auf: Nachdem sie zunächst in einem Cash+Carry-Markt in Berlin-Spandau ihre Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel abgeschlossen hat, beginnt sie im Jahr 2008 ein duales Studium.
Der regelmäßige Wechsel zwischen der Theorie an der Berufsakademie der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht und den Praxisphasen im Metro-Großmarkt ist genau nach dem Geschmack der Nachwuchsmanagerin: "So kann ich mein Wissen weiter vertiefen, bleibe aber gleichzeitig in der Praxis", sagt Gapp.
Seit Juni 2010 gehört die engagierte Studentin zum firmeninternen "Top Performer Pool", mit dem die Großhandelssparte der Metro Group herausragende Talente über alle Führungsebenen hinweg fördert.
Ebenfalls in diesem Jahr ist Gapp in das WiWi-Talents-Hochbegabtenprogramm aufgenommen, das die 20 talentiertesten Studenten eines Semesters bei ihrer zielorientierten Karriereplanung unterstützt. Und noch viel mehr: In ihrer knappen Freizeit findet sie sogar Zeit, Nachhilfe in Rechnungswesen und Mathematik zu geben.
Dass sie ein besonderes Interesse am Foodbereich hat, entdeckte Katharina Gapp bereits in der Ausbildung. Für die Dauer ihres Studiums suchte sie sich dann den Bereich Fleisch, Wurst und Tiefkühlkost als Schwerpunktabteilung aus.
Schon gleich in ihrer ersten Praxisphase übernahm sie dort die Projektleitung beim Umbau der TKK-Abteilung und organisierte die Inventur von der Zeitplanung über die Vorzählung und den Soll-/Ist-Vergleich bis hin zur Ursachenforschung. "Mit Menschen zusammenarbeiten, immer in Aktion sein, Dinge bewegen – das liegt mir einfach", stellt Gapp fest.
Keine Angst vor neuen Aufgaben
Dabei scheut die ehrgeizige Studentin nicht davor zurück, die Zügel in die Hand zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen. Im Gegenteil: Schon während ihrer Ausbildungszeit übernahm sie als Urlaubsvertretung die Leitung der Süßwarenabteilung und lernte dabei, sich als Jüngste im Team zu behaupten und Respekt zu erarbeiten.
In ihrem jetzigen Markt in Berlin-Friedrichshain ist die Nachwuchsmanagerin auf eigene Initiative hin bereits für die Erstellung der Dienstpläne ihrer Abteilung zuständig. "Eine sehr sensible Aufgabe, aber auch eine gute Vorbereitung." Außerdem organisiert sie die jährlichen Hygieneschulungen für ihre Kollegen.
In einem ihrer aktuellen Projekte hat Katharina Gapp einen Telefonverkauf aufgebaut, bei dem ausgewählte Kunden von einem Team aus zwei bis drei Kundenmanagern angerufen werden, um ihnen spezielle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote zu unterbreiten.
Kundendaten, Auftragshistorie und Bestellfunktionen werden dabei in einer Datenbank abgebildet, die Gapp eigens für diese Aufgabe erstellt hat. Dass sie die dafür nötige Skriptsprache VBA zunächst nicht beherrscht, kann sie nicht schrecken. "Ich habe einfach ein Fachbuch zum Thema durchgeackert und mir so die Befehle angelernt, die ich brauche", sagt sie mit einem Schulterzucken, "das war eben Theorie-Praxis-Transfer mit Selbststudium."
Berufsbegleitendes Studium anvisiert
Spannender findet sie aber ihr zweites Projekt, bei dem die Mindesthaltbarkeitsdaten von Produkten mobil protokolliert und innerhalb der Bestandsführung ausgewertet werden. In ihrem Ausbildungsmarkt ist das System zum Qualitätsmanagement bereits erfolgreich im Einsatz.
Aber auch andere Metro-Standorte sind schon aufmerksam geworden, freut sich Gapp. "Eine super Sache, wenn man als Student merkt, dass sich auch andere Kollegen dafür interessieren, was du da machst." Dass sie sich mit dem Thema Qualitätsmanagement in Zukunft gerne intensiver beschäftigen will, hat sich im Verlauf ihres Studiums mehr und mehr herauskristallisiert.
Ist der Bachelor-Abschluss im Herbst 2011 erst einmal in der Tasche, soll es deshalb mit Unterstützung des Stiftungspreisgeldes auch möglichst nahtlos weitergehen: Mit dem berufsbegleitenden zweijährigen Masterstudiengang Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement will sich Gapp für zwei Themen rüsten, die "zueinander gehören und den Handel zukünftig vor große Herausforderungen stellen."
Parallel will sie bei Metro C+C eine verantwortliche Führungsposition übernehmen und peilt im ersten Schritt eine Position in der Abteilungsleitung an. Mittelfristig kann sich Gapp allerdings auch vorstellen, auf Distriktebene eher konzeptionell für Metro C+C zu arbeiten.