Immer voller Einsatz
Von Christiane Ronke
LZ|NET. David Ludewig weiß genau, was er will. "Mein Ziel war von
Anfang an: Du wirst Führungskraft." Diesen Plan hat er in kürzester
Zeit umgesetzt. In nur wenigen Jahren stieg der Dresdner von der
Pauschalkraft auf 400 Euro-Basis auf zum Hausleiter bei Kaufland in
Marienberg.
Der 23-Jährige führt heute mehr als 100
Mitarbeiter. "Nie hätte ich als Jugendlicher gedacht, dass es mir
gelingt, bei der Berufswahl sofort diejenige Branche zu finden, die
mir so sehr gefällt, mich so ausfüllt und so viel Begeisterung in
mir weckt", sagt Ludewig.
Vor allem der Umgang mit Menschen
habe ihn schon immer fasziniert. Als junger Mensch sei es besonders
schwierig, plötzlich Vorgesetzter zu werden, so Ludewig, gerade
wenn die meisten Mitarbeiter älter seien als man selbst.
David Ludewig
Sein Erfolgsrezept: menschlich bleiben und
andere auch mal um Rat fragen. "Denn man kann von jedem Menschen
etwas lernen." Bei Ludewig wirkt ein solcher Satz glaubwürdig. "Ich
habe am Anfang auch Paletten gekloppt", erzählt er. Da hätten seine
Mitarbeiter gemerkt: "Der packt mit an und quatscht nicht nur."
Begonnen hat Ludewig seine Laufbahn als 16-Jähriger im
Kaufland in Pirna. Er war damals gerade in der 10. Klasse und
arbeitete nebenbei als Kassierer, bekam aber schnell weitere
Aufgaben übertragen. Nach dem Abitur absolvierte Ludewig ein
BA-Studium bei Kaufland. Schnell übernahm er Verantwortung und
ergriff jede Chance, neue Dinge zu lernen.
Die in seinen Augen
größte Bewährungsprobe musste Ludewig bestehen, als er gerade im 5.
Semester war. Ein Hausleiter fiel ausgerechnet kurz vor dem
Weihnachtsgeschäft wegen eines Unfalls aus und Ludewig sollte
einspringen. "In Anbetracht der Situation, dass Weihnachten vor der
Tür stand, hatte ich riesengroßen Respekt vor der neuen Aufgabe,
aber sagte selbstverständlich zu." Der Dresdner beschreibt die Zeit
als schönste, lehrreichste, aber auch anstrengendste seines
Studiums. "Mein Alltag bestand
aus Arbeiten, Essen und Schlafen", erinnert er sich, "aber ich
hatte mir geschworen, alles zu geben." Der Einsatz lohnte sich:
Kurz vor Ende des Studiums, im September 2008, wurde ihm angeboten
das Kaufland in Marienberg zu übernehmen. Direkt nach der
Ausbildung als Hausleiter einzusteigen, ist bislang nur Wenigen bei
Kaufland gelungen. "Ich habe so viel erreicht, wie ich mir nie
erträumt habe", so der Jung-Manager.
Jetzt will er sich erst
einmal auf seinen Markt in Marienberg konzentrieren und dort seine
Position als Hausleiter festigen - nach dem Motto: ständig besser
werden - zum einen, was die Leistung des Marktes betrifft und zum
anderen, was das Thema Führung angeht.
Mit einem individuellen
Coaching, für das er das Stiftungspreisgeld verwenden möchte, will
Ludewig sein Wissen in Psychologie als Grundlage der
Mitarbeiterführung vertiefen. "Das wird nicht nur mir, sondern auch
meinen Mitarbeitern zu Gute kommen."