Expertin in Sachen Bio
Von Andreas Wessel
LZ|NET. Jennifer Theobald hat die Bio-Welt verändert: Sie ist die
treibende Kraft hinter der Kaufland-Eigenmarke K-Bio, deren Start
Anfang des Jahres in der Branche kräftig für Wirbel gesorgt hatte:
Denn der von allen Mitbewerbern mit Argusaugen beobachtete
Großflächen-Discounter forciert das Bio-Sortiment.
Dass die
junge Frau heute bei der Kaufland- Eigenmarke K-Bio im Hintergrund
die Strippen zieht ist kein Zufall. Noch bevor sie vor vier Jahren
ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften beendete, hatte das
schwäbische Unternehmen bereits ihr Interesse geweckt. Keine
Selbstverständlichkeit übrigens, denn ihre Studienzeit verbrachte
die gebürtige Koblenzerin im hessischen Gießen.
Jennifer Theobald
Kommissar
Zufall hatte wohl seine Finger im Spiel, als die Studentin auf der
Suche nach einem Praktikumsplatz auf den Neckarsulmer
Großflächendiscounter stieß. Dort hatte sie dann Gelegenheit sich
in der Marktforschung umzusehen.
Was sie dort von Beginn an
faszinierte, war das hohe Maß an Selbstständigkeit, die ihr bei der
Arbeit zugebilligt wurde: "Ich lernte dort sehr viel und konnte
sehr früh schon eigene Entscheidungen treffen", berichtet Frau
Theobald von ihren ersten Erfahrungen in der Neckarsulmer Zentrale.
Eine besondere Faszination hatten für sie aber schon zu einem
sehr frühen Zeitpunkt die Kaufland-Eigenmarken. "Das Thema
Handelsmarken war auch im Studium ein Bereich, der mich besonders
interessierte", erinnert sie sich heute. "Also bin ich ins
Produktmanagement gegangen."
Eine Entscheidung, von der sowohl
die Berufsanfängerin, als auch Kaufland als Arbeitgeber, sehr bald
profitieren sollten. Jennifer Theobald brachte nämlich eine große
Affinität zu Bio-Produkten und ein gutes Auge für die ansprechende
Gestaltung von Produkt-Verpackungen mit. So war der Weg in die
Projektleitung geebnet. Danach ging die Arbeit erst richtig los: In Zusammenarbeit mit dem
Einkauf und der Qualitätssicherung mussten Lieferanten gefunden und
auf Herz und Nieren geprüft werden. Schief gehen durfte nichts,
denn für die Eigenmarke steht das Unternehmen mit seinem Namen.
Anfang des Jahres war es dann soweit: K-Bio hatte seine
Premiere in allen Kaufland und Handelshof-Märkten der Gruppe.
"Inzwischen haben wir über 130 Artikel unter K-Bio", erklärt die
Jung-Managerin stolz. Auf ihren Lorbeeren ausruhen will sie sich
aber nicht. Sie will mehr erreichen für ihr "Baby", wie sie
liebevoll sagt: "Meine Aufgabe ist es nun, das Bio-Eigenmarken
Sortiment sukzessive weiter auszubauen und neue Artikel zu suchen.
Ihr Preisgeld will die 30-Jährige nutzen, um sich im Bereich
Mitarbeiterführung und interkulturelle Kommunikationsfähigkeit
fortzubilden. "Ich möchte auf Dauer eine tragende Rolle im
internationalen Eigenmarken-Geschäft spielen" formuliert sie ihr
Ziel.