Konsum Dresden von Discountern umzingelt
Mit Qualität, Vielfalt und regionalen Sortimenten differenziert sich die Genossenschaft – YBF bei dem innovativen Händler zu Gast
LZnet/sl. Konsum Dresden gibt sich trotz dem extremen Wettbewerbsumfeld nicht geschlagen. Bei der YBF erläuterte das Management interessierten Nachwuchskräften aus Handel und Industrie sein Erfolgsgeheimnis.
Konsum Dresden hat es in seiner kaufkraftarmen Region schwer. Discounter drängeln sich dicht an dicht, 22 sind es pro 100000 Einwohner. Zum Vergleich: In München gibt es 13. Wegen des harten Wettbewerbs muss sich der Händler abheben vom Umfeld.
Entscheidend sind für den Vorstandsvorsitzenden Roger Ulke der Standort und das richtige Sortiment. Selbst im kleinsten Markt des Frischekonzeptes Frida verkauft er satte 7000 Artikel auf 350 Quadratmetern.
Die Young Business Factory der LZ (YBF) gab den Teilnehmern Gelegenheit, sich von den Märkten ein eigenes Bild zu machen. Die freundliche und helle Atmossphäre kam bei den Jungmanagern gut an.
"Das Ambiente trägt auch dazu bei, dass die Kunden bereit sind, mehr Geld auszugeben", erklärt Ulke. Er versucht mit dem Marktaufbau immer eine Geschichte zu erzählen. Das ist kein Zufall: Ulke begann seine Karriere als Ladenbauer.
Mit Vielfalt und Qualität differenziert sich die Genossenschaft vom Discount. "Die Leute glauben ohnehin, dass wir teurer sind. Dann sind wir es eben auch", sagt Ulke selbstbewusst. Der Händler ist trotzdem bestens etabliert. Geschafft hat er das durch ungewöhnliche Architektur, mutige Innovationen und den Fokus auf Regionales und Bio.
Das Unternehmen mutierte mit dem Fall der Mauer vom Goliath zum David. Der staatliche Versorgungsauftrag war weg, stattdessen kehrte mit der Marktwirtschaft auch harter Konkurrenzkampf ein. Von 160 Filialen 1990 blieben 31 übrig. Die Schrumpfkur hat Konsum Dresden offenbar gut getan. Seit einigen Jahren floriert das Unternehmen. Der Umsatz stieg 2010 um 5,7 Prozent auf 109,1 Mio. Euro.
Der Zustand war nicht immer so gut, weiß Aufsichtsratschef Christian Klose: "Wir haben schon oft die Totenglöckchen läuten hören", berichtet er. Der Wirtschaftsprüfer aus München ist seit 1992 Chef des Gremiums.
Heute blickt er aufgeschlossen in die Zukunft: Die aktuelle Expansion erweitert das Einzugsgebiet. "Wir können in Dresden nicht mehr signifikant wachsen", sagt Klose. Deshalb expandiert der Händler mit seinem Frischekonzept Frida auch in den Westen – nach Nordbayern.
Für die Mitglieder lohnt sich die Genossenschaft übrigens mehr als jedes Sparbuch: 2010 erhielten sie eine Dividende von 4 Prozent.