Tatkräftige Kosmopolitin
Mirna Torres Nogueira, Trainee Beiersdorf
Mirna Torres Nogueira
Foto: Bert Bostelmann
LZnet/dr. Internationalität – wohl kaum ein Begriff beschäftigt Mirna Torres Nogueira mehr. Die gebürtige Brasilianerin parliert fließend in etlichen Sprachen. In Sao Paulo aufgewachsen, studiert der heutige Beiersdorf-Trainee zunächst BWL mit Schwerpunkt Außenhandel in der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates.
Nebenbei hat die 28-Jährige immer gejobbt, um sich "Extras" wie etwa ein Auto leisten zu können. Ihre Eltern finanzieren dafür den privat zu zahlenden Uni-Aufenthalt.
Das interkulturelle Naturtalent wollte sich akademisch stets weiterentwickeln und seinen Master im Ausland absolvieren. USA oder Deutschland stehen damals zur Auswahl. "Meine Freunde haben englischsprachige Länder vorgezogen", sagt die Power-Frau.
Sie hingegen sucht die besondere Herausforderung und wählt Deutschland. Neue Sprache, neue Kultur. "Ich fand mich sehr mutig", gibt Torres Nogueira unumwunden zu.
Neue Sprachen erlernt sie gern Vor vier Jahren geht sie nach Nürnberg, um ein Master International Business-Programm zu beginnen. Und damit einhergehend einen achtmonatigen Deutschkurs. "Es war zunächst schwierig, Kontakt zu deutschen Kommilitonen zu bekommen – die Sprache war Fränkisch", meint die Nachwuchsmanagerin augenzwinkernd. So hält sie sich zunächst an internationale Kollegen.
Aber das ändert sich im Laufe der Zeit. Die ambitionierte Brasilianerin besucht deutsche Vorlesungen, obwohl sie auch die Möglichkeit hat, in englische zu gehen. Schließlich platzt der Knoten. Ihr Deutsch wird zunehmend besser, somit auch der Draht zu den Studenten hierzulande.
Kurz nach Beendigung des Masters im Mai 2010 packt sie wieder die Koffer und absolviert seitdem eine fünfstufige Trainee-Einheit im Bereich Supply Chain bei Beiersdorf. Das Arbeitsklima und die Atmosphäre dort findet sie gut. Gereizt hat die als flexibel und offen geltende Frau vor allem ein fünfmonatiger Aufenthalt bei einer Tochtergesellschaft in Shanghai im nächsten Jahr. Dafür lernt sie mit Chinesisch gerade schon die nächste Sprache – und nebenbei gerade noch das Tennis spielen.
Erst China, dann ein Doktortitel
Wenn Torres Nogueira aus dem Reich der Mitte zurück ist, will sie mit ihrer Promotion zum Thema "Chancen und Risiken für ausländische Direktinvestitionen in Brasilien" durchstarten. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Konsumgüterindustrie, daran arbeiten wird sie parallel zu ihrem Job.
Für die Umsetzung will sie das Preisgeld einsetzen: "Ich möchte zwei Forschungsprojekte finanzieren, um mit Unternehmen vor Ort, aber auch Professoren, Vertretern der Handelskammern sowie verschiedenen Behörden zu sprechen", betont Torres Nogueira. Zudem will sie auf die "ausgezeichneten" Bibliotheken in Sao Paulo und Brasilia zurückgreifen. "Das kostet viel Zeit und Geld", sagt die junge Frau. In drei bis vier Jahren will die zukünftige Doktorandin das Vorhaben abschließen.