Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: Goldener Zuckerhut

Mit Lifestyle zum Erfolg

Donnerstag, 06.11.2008

Der Name Douglas steht für Luxus und Ambiente. Vor allem die Parfümerien des Konzerns, dem Dr. Henning Kreke seit 2001 vorsteht, gelten europaweit als state of the art. Die geglückte Kombination aus Tradition und Moderne schafft die Basis für hohe Renditen / Von Tanja Fries
LZ|NET. Wer Großes bewegen will, der braucht vor allem eines: Eine gehörige Portion Mut! Den hat der junge Kaufmann Jörn Kreke gleich mehrfach bewiesen. Ende der sechziger Jahre gibt er eine Zeitungsannonce auf, die als äußerst mutig zu bezeichnen ist: "Deutschlands größtes Parfümerieunternehmen sucht Geschäftsführer", lässt Kreke in dicken Lettern drucken.



Die Stellenanzeige sorgt für Interesse. Der junge Handelsmanager Hans Hellwig meldet sich auf die Annonce hin und ist nach einem kurzen Bewerbungsgespräch begeistert von dem angebotenen Job. "Eine Frage habe ich aber noch", sagt der designierte Geschäftsführer von Deutschlands größter Parfümeriekette. "Wie viele Filialen haben Sie?" Und der Visionär Kreke antwortet: "Noch keine! Aber wir wollen die Größten werden."

Zwar ist der Vollbluthändler bereits seit 1963 beim Süßwarenanbieter Hussel aktiv. Aber mit dem Parfümgeschäft betritt Kreke Neuland - und legt damit den Grundstein für eine der außergewöhnlichsten Erfolgsgeschichten im Handel: die der Douglas-Gruppe.

Ein Schotte legt den Grundstein

Selbst wenn heute das Buchgeschäft, Schmuck, Mode und Süßwaren weitere wichtige Säulen sind: Der "Lifestyle"-Konzern steht in erster Linie für ein erfolgreiches Parfümeriekonzept, das im Inland wie im Ausland Maßstäbe gesetzt hat. Dabei reicht die Geschichte der Douglas-Parfümerien zurück bis ins 19. Jahrhundert.

Ein junger Mann namens J.S. Douglas, ein gebürtiger Schotte, wandert nach Deutschland aus und gründet 1821 eine Parfümerie- und Seifenfabrik in Hamburg. Schon bald avanciert Douglas zum Vorreiter für feine Parfümerieartikel. Die erste "Parfümerie Douglas" eröffnet 1910 am Jungfernstieg.

Nach wechselvollen Jahren übernimmt die Hussel AG - die später in Douglas Holding AG umbenannt wird - 1969 zunächst die Braunschweiger Parfümerie Hanhausen und wenig später die Parfümerie Douglas mit sechs Geschäften in Hamburg. "Damit war der erste wichtige Schritt in Richtung Diversifikation gemacht", erzählt Dr. Henning Kreke.

Jörn Krekes Sohn steht seit 2001 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Unternehmens. An der Erfolgsformel hat sich im Kern nichts geändert: "Herausragender Service, erstklassige Sortimente und ein erlebnisorientiertes Ambiente - daran arbeiten wir täglich".

Die Rechnung geht auf. Die Parfümeriesparte ist die Perle im Portfolio. Auch in Zeiten, in denen der Rest der Handelslandschaft mit sinkenden Umsätzen und rückläufigen Erträgen zu kämpfen hat, können die Hagener punkten. Insgesamt steht das Parfümerie-Geschäft heute für einen Umsatz von über 1,8 Milliarden Euro - eine Leistung, vor der Wettbewerber wie Lieferanten den Hut ziehen.

Das Management erkennt schnell: Allein auf den Heimatmarkt zu setzen, reicht nicht aus. So betritt Douglas 1972 mit der Übernahme der Parfümerie Ruttner in Wien erstmals internationales Parkett. Wenig später erfolgt der Einstieg in den holländischen Markt. Weitere Auslandsgesellschaften kommen hinzu, die für ein schnelles Wachstum sorgen. Heute trägt der Handel außerhalb des Heimatmarktes in der Parfümeriesparte mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.

Unternehmerisches Handeln

"Das Vertrauen in das unternehmerische Handeln der Teams vor Ort gepaart mit dem Streben nach renditeorientiertem Wachstum", beschreibt Henning Kreke die unternehmerische Leistung seines Vaters. Das schließt auch den Vorstoß in neue Geschäftsfelder ein.

So erfolgt 1979 der Einstieg ins Schmuckgeschäft. Ebenfalls 1979 starten die Hagener in Deutschland mit dem Buchhandel. Durch den Zusammenschluss mit Thalia 2001 avanciert die Buchsparte zum mittlerweile zweitstärksten Geschäftsbereich hinter den Parfümerien mit einem Umsatz von knapp 770 Millionen Euro.

Dass Douglas strenge Anforderungen an die einzelnen Bereiche hat, zeigt aktuell die Situation der Textil-Sparte. "Appelrath-Cüpper steht auf dem Prüfstand", bekennt Kreke ohne Umschweife. Die 15 Häuser verdienen ihre Kapitalkosten derzeit nicht. "Wir erwarten eine angemessene Verzinsung auf das gebundene Kapital - mindestens 6,5 Prozent nach Steuern."

Auch in den vergangenen Jahren ist der Konzern nie davor zurückgescheut, sich von Sparten zu trennen, die entweder nicht in das Konzept passten oder die Vorgaben nicht erfüllten.

Begeisterte Mitarbeiter können ihre Kunden begeistern

Es ist nicht zuletzt das konsequente Management des Portfolios, das Douglas so erfolgreich macht: Mit einer Umsatzrendite von konzernweit 4,8 Prozent im Geschäftsjahr 2006/2007 jedenfalls gehören die Hagener zu den Besten im deutschen Handel.

Teil des Erfolgsgeheimnisses ist sicherlich auch die Tatsache, dass sich der Konzern trotz seiner Börsennotierung den Charakter eines Familienunternehmens bewahrt hat. Neben gut 22 Prozent der Anteile, die die Oetker-Gruppe hält, sind rund 35 Prozent der Anteile in der Hand der Familien Kreke und Eklöh. Der Rest ist breit gestreut. "Es geht nicht um eine kurzfristige Renditeoptimierung", sagt der heutige Firmenchef. Ziel sei vielmehr, Douglas langfristig optimal aufzustellen.

Dabei sei es wichtig, neben den Kunden auch die Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu stellen. "Es ist uns wichtig, dass jeder Mitarbeiter ernst genommen und als Mensch geschätzt wird, denn nur begeisterte Mitarbeiter können auch ihre Kunden begeistern", so Kreke.

Dass Douglas auch in dieser Hinsicht auf dem richtigen Weg ist, zeigen die überdurchschnittlich langen Betriebszugehörigkeiten. Auch Hans Hellwig, der in den sechziger Jahren den Einstieg in das junge Parfümerie-Unternehmen wagte und später bis in den Vorstand aufstieg, blieb für Jahrzehnte. Und aus der Vision wurde Wirklichkeit: Douglas ist die unangefochte Nummer 1 in Deutschlands Parfümerielandschaft.

Goldener Zuckerhut







LZ Karriere

E-Paper: Lesen Sie das neue LZ Karriere



LZnet auf dem iPhone

Immer aktuell: Branchen-News und Firmenprofile auf Ihrem iPhone.


Virtueller Supermarkt


Warenkunde in neuen Dimensionen:
Die Online-Lernplattform für den LEH


Nur in Print

Umwelt? Hilfe!
Im Kampf um die öffentliche Meinung greifen Verbände häufig zu rechtlichen Mitteln.
LZ 20

"Super Ausgangslage"
Metro verfügt über eines der attraktivsten Portfolios im Handel.
LZ 20

Heimspiel
Das Pirmasenser Unternehmen Wasgau im Porträt.
LZ 20

Zum Probe-Abo