Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: Goldener Zuckerhut

Prestigeobjekte

Freitag, 09.11.2007

LZ|NET/mur. Was machen die Auserwählten eigentlich mit der Trophäe, die ihnen die Lebensmittel Zeitung mit großem Brimborium verleiht? Die Frage hat sich wohl jeder schon einmal gestellt, der dem Festakt zugesehen hat. Freudig bewegt tragen sie den Artefakt zu ihrem Ehrentisch, nehmen ihn spät nachts dann mit auf ihr Hotelzimmer; alles weitere entzieht sich der Beobachtung.

LZ-Redaktion und Deutscher Fachverlag deuten mit der Gestaltung des Preises nur dezent an, wie sie sich den angemessenen Umgang damit vorstellen. Zunächst: Das Ding heißt zwar Goldener Zuckerhut, aber es ist nicht aus Gold. Keineswegs aus Knauserigkeit verzichten die Spender auf die massive Ausführung in Edelmetall, sondern aus weiser Voraussicht. Der Zuckerhut müsste sonst ja im Safe verschwinden – oder der eine oder andere Empfänger könnte in Versuchung geraten, das gute Teil in der Pfandleihe zu versetzen. Selbst Vorzeigeunternehmen bleiben nicht alle von den Wechselfälle des Wirtschaftslebens verschont...

Wo steht Ihr Goldener Zuckerhut?






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Also besser nicht aus Gold. Aber aus billigem Blech oder aus Zucker ist er auch nicht, sondern aus Messing gedreht, handgraviert und echt vergoldet. Zarte Frauenhände in weißen Handschuhen setzen das edle Stück in eine Pyramide aus Plexiglas. Würde ein Preisträger deshalb um die gläserne Pyramide herum eine aus Stein bauen, bei der LZ wüsste man es zu schätzen. Doch auch, wer die Trophäe hinter Glas ausstellt, handelt ganz im Sinne der Erfinder.

Letzteres scheint die übliche Aufbewahrungsart zu sein. Ein Aufruf an die Ausgezeichneten, doch bitte den Standort ihrer Zuckerhüte mit einem Foto zu dokumentieren, fand starken Widerhall. Und das Bild, das sich danach zeichnen lässt, ist ziemlich einheitlich. Der Preis wird auch nach Jahrzehnten in Ehren gehalten und mit andere Preziosen in einer Vitrine ausgestellt.

Das perfekte Beispiel ist das Ausstellungsmöbel der Spar Österreich. Die Zahl und Qualität der Exponate ist einer Kulturnation wie der österreichischen würdig: Ehrendegen, Pokale, Schalen, Büsten... der Zuckerhut aber auf dem besten Platz. Auch bei Dohle und Haribo, wen wundert’s, füllen die Ehrungen ganze Schränke. Der Zuckerhut als Highlight, aber ohne Anspruch auf Alleinstellung. Bei Tegut, in Hieber’s Frische Center und bei Langnese Iglo wird sie ihm trotzdem eingeräumt.

Bisher sind 254 Zuckerhüte in die Welt gegangen. Einer der ältesten ist der von Maggi aus dem Jahr 1959. Bis heute nimmt er im Traditionswerk in Singen einen Ehrenplatz ein. Im Museum der Nestlé-Tochter steht er neben anderen Erinnerungsstücken wie dem abgebildeten Bronzeteller mit dem Konterfei des Firmengründers Julius Maggi und der Widmung „Für Treue und vertrauensvolle Mitarbeit“.

Was ein zeitloses Design wert ist, demonstrieren in der dm-Zentrale in Karlsruhe zwei Zuckerhüte auf einmal. Die beiden Preise, die dem Unternehmen selbst und dessen Inhaber Götz Werner verliehen wurden, machen in diesem hochmodernen Ambiente ebenfalls keine schlechte Figur. Auch Storck kombiniert in Berlin die klassische Form des Zuckerhuts mit moderner Kunst. Ohne Bruch fügt sich der Zuckerhut auch in das futuristische Ambiente der Hornbach-Zentrale.

Der Goldene Zuckerhut ist eine Allzweckwaffe – und das weniger als stumpfer, schwerer Gegenstand, sondern wegen seiner ästhetischen Qualitäten. Weder der UEFA-Pokal noch die DFB-Meisterschale ließen sich so harmonisch mit dem Corporate Design sowohl von Fressnapf wie dem der Sektkellerei Henkell auf Henkellsfeld kombinieren. Immerhin, Preisträger Peter Frauen wagt sogar die direkte Gegenüberstellung von Sportpokalen und Zuckerhut... Passt. Weniger überraschend: Ein Zuckerhut passt selbstverständlich auch perfekt zu den Muffins von Dr. Oetker.

Einige der eingegangenen Fotos lassen erkennen, dass die Auszeichnung eigens zum Jubiläum einen neuen Ausstellungsplatz bekommen hat. Bei Dornseifer wurde ein Arrangement aufgebaut, wie es niemand 16 Jahre lang gegen das Einstauben verteidigen möchte.

Das liebenswerteste Arrangement findet sich aber vielleicht bei der Privatkellerei F.W. Langguth. Seit 25 Jahren steht dort der Zuckerhut in einem barocken Vitrinenschrank, zusammen mit einem Foto der Preisübergabe durch Nestlé-Chef Helmut Maucher und einer handverlesenen Auswahl anderer Erinnerungsstücke, mit denen sich der Hausherr Wolfgang Langguth an sein Lebenswerk erinnert. Der Goldene Zuckerhut als Kleinod, genau so ist er gedacht.

Goldener Zuckerhut







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