Feuer gefangen
Von Annette C. Müller
LZ|NET. Die Begeisterung für seinen Job ist Oliver Kluth sofort
anzumerken. Der Jungmanager, der als wissbegierig und pragmatisch
gilt, hat seinen Job bei der Unternehmensgruppe Dornseifer von der
Pike auf gelernt.
Mit 24 Jahren hat er bei dem
mittelständischen Rewe-Händler eine schnelle Karriere absolviert
und ist bereits Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsleitung. Der
gebürtige Rheinländer ist hier für den Bereich Category Management
zuständig. Zudem betreut er drei der insgesamt 20 Super- und
Verbrauchermärkte.
Oliver Kluth
"Einzelhandel
war ursprünglich nicht mein Traumjob", räumt er ein. Doch dann
sprang bei einem zweijährigen Aushilfsjob in einem Dornseifer-Markt
der Funke über und Kluth stieg nach dem Abitur ganz in den LEH ein.
Er machte bei dem Rewe-Händler Dornseifer eine verkürzte Ausbildung
zum Einzelhandelskaufmann und rückte dann sofort zum
stellvertretenden Marktleiter der Filiale in Overath auf.
"Wir
haben den Kunden gezeigt, was wir als Vollsortimenter zu bieten
haben", sagt er. Dies wurde sein Gesellenstück. Kluth und das Team
rückten die Frische im Markt noch mehr in den Fokus. Die Umsätze
kletterten zweistellig nach oben: 2007 um 15,6 Prozent und 2008 um
18,3 Prozent. Zudem engagierte sich die junge Führungskraft für die
Aus- und Weiterbildung im Unternehmen.
Seniorchef Friedhelm
Dornseifer gefiel dieser "Mut des Frischlings" und holte Kluth 2008
in die Geschäftsleitung. Das Nachwuchstalent weiß die schnellen
Entscheidungswege und den direkten Kontakt zur Basis im Mittelstand
zu schätzen. "Der gute Mittelstand hat Zukunft, und dort sehe auch
ich meine Zukunft", sagt Kluth. Er genieße es "frei entscheiden zu können".
Vertieft hat er das Thema dann in einer wissenschaftlichen Arbeit
zur "Unternehmensführung im Mittelstand". Mit der Praxis allein
will sich Kluth nicht zufrieden geben und absolviert seit 2006
berufsbegleitend ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er
im kommenden Jahr abschließt.
Danach geht es für den künftigen
Diplom-Kaufmann in die nächste Wissenschaftsrunde: Kluth visiert
bereits den MBA an. Für sein zweites Studium möchte er auch das
Preisgeld verwenden. Ihn reizt es, "Praxis und wissenschaftliche
Theorie miteinander zu verbinden", sagt der Manager. Denn das
Führen von Mitarbeitern könne man nicht an der Universität oder
Fachhochschule lernen.
Kluth, der von sich selbst sagt "ich
bin der betriebswirtschaftliche Typ", ist ein Teamplayer. Der
24-Jährige hat es im Einzelhandel mit etlichen alten Hasen zu tun,
auf deren Erfahrung er baut: "Es ist mir wichtig, das Vertrauen der
Mitarbeiter zu erarbeiten. Und das geht nur über ständige
Kommunikation." Annette C. Müller