Freitag, 25. Mai 2012

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Feuer gefangen

Donnerstag, 29.10.2009

Von Annette C. Müller
LZ|NET. Die Begeisterung für seinen Job ist Oliver Kluth sofort anzumerken. Der Jungmanager, der als wissbegierig und pragmatisch gilt, hat seinen Job bei der Unternehmensgruppe Dornseifer von der Pike auf gelernt.

Mit 24 Jahren hat er bei dem mittelständischen Rewe-Händler eine schnelle Karriere absolviert und ist bereits Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsleitung. Der gebürtige Rheinländer ist hier für den Bereich Category Management zuständig. Zudem betreut er drei der insgesamt 20 Super- und Verbrauchermärkte.

Frische im Fokus

Oliver Kluth
Oliver Kluth
"Einzelhandel war ursprünglich nicht mein Traumjob", räumt er ein. Doch dann sprang bei einem zweijährigen Aushilfsjob in einem Dornseifer-Markt der Funke über und Kluth stieg nach dem Abitur ganz in den LEH ein. Er machte bei dem Rewe-Händler Dornseifer eine verkürzte Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und rückte dann sofort zum stellvertretenden Marktleiter der Filiale in Overath auf.

"Wir haben den Kunden gezeigt, was wir als Vollsortimenter zu bieten haben", sagt er. Dies wurde sein Gesellenstück. Kluth und das Team rückten die Frische im Markt noch mehr in den Fokus. Die Umsätze kletterten zweistellig nach oben: 2007 um 15,6 Prozent und 2008 um 18,3 Prozent. Zudem engagierte sich die junge Führungskraft für die Aus- und Weiterbildung im Unternehmen.

Seniorchef Friedhelm Dornseifer gefiel dieser "Mut des Frischlings" und holte Kluth 2008 in die Geschäftsleitung. Das Nachwuchstalent weiß die schnellen Entscheidungswege und den direkten Kontakt zur Basis im Mittelstand zu schätzen. "Der gute Mittelstand hat Zukunft, und dort sehe auch ich meine Zukunft", sagt Kluth.

Praxis alleine nicht ausreichend

Er genieße es "frei entscheiden zu können". Vertieft hat er das Thema dann in einer wissenschaftlichen Arbeit zur "Unternehmensführung im Mittelstand". Mit der Praxis allein will sich Kluth nicht zufrieden geben und absolviert seit 2006 berufsbegleitend ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er im kommenden Jahr abschließt.

Danach geht es für den künftigen Diplom-Kaufmann in die nächste Wissenschaftsrunde: Kluth visiert bereits den MBA an. Für sein zweites Studium möchte er auch das Preisgeld verwenden. Ihn reizt es, "Praxis und wissenschaftliche Theorie miteinander zu verbinden", sagt der Manager. Denn das Führen von Mitarbeitern könne man nicht an der Universität oder Fachhochschule lernen.

Kluth, der von sich selbst sagt "ich bin der betriebswirtschaftliche Typ", ist ein Teamplayer. Der 24-Jährige hat es im Einzelhandel mit etlichen alten Hasen zu tun, auf deren Erfahrung er baut: "Es ist mir wichtig, das Vertrauen der Mitarbeiter zu erarbeiten. Und das geht nur über ständige Kommunikation." Annette C. Müller

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