Stark in der Region
YBF der LZ blickt bei Rewe Dortmund in die Praxis - Fokus auf Kaufleuten und Regionalität
Das Team der Rewe-Dortmund präsentiert sich bei der YBF in bester Laune.
LZnet. Als starker Supermarktbetreiber mit regionalem Profil präsentierte sich die Rewe Dortmund bei der Young Business Factory (YBF) der LZ. Der Rewe-Vorstand diskutierte mit Nachwuchsmanagern über Sortimente, Ladenbaukonzepte und Logistiklösungen.
"Der Supermarkt in der Hand selbstständiger Kaufleute ist dem Filialsystem überlegen", betonte Heinz-Bert Zander, Vorstandssprecher der Rewe Dortmund, bereits am ersten Abend beim Colloquium Privatissime in der Rohrmeisterei in Schwerte. Richtig eingesetzte Freiheiten setzten "Leistungen frei, die ein enges Filialsystem nicht bieten kann", so der Chef der selbstständigen Handelsgenossenschaft. Zander ist auch Aufsichtsratschef der Rewe Group, der über 1000 Selbstständige angehören.
Rewe Dortmund unterscheidet sich vom übrigen Rewe-Reich dadurch, dass sie den Kaufmann in den Mittelpunkt stellt. 246 Selbstständige mit rund 450 Supermärkten sind die Keimzelle des Unternehmens, das mit Michael Brücken auch über ein Filialsystem verfügt. Rund 120 Nachwuchsmanager aus Handel und Industrie reizte es, mehr über die Philosophie der Handelsgruppe zu erfahren, deren Verbreitungsgebiet sich über Ruhrgebiet, Bergisches Land, Sauerland und Niederrhein erstreckt. Der Großhandel erzielte 2008 einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro, während die Kaufleute auf 2,6 Mrd. Euro kommen. Die Westfalen geben sich preisaggressiv, da sie in einem vom Discount geprägten Umfeld agieren, so Zander. Als weiteren Erfolgsfaktor sieht er die Kundennähe. So falle die Werbung, verglichen mit der Rewe Group, " umfangreicher, aufwendiger und emotionaler aus".
"Wichtig ist, dass unsere Märkte ein klares Profil haben", sagte Zanders Vorstandskollege Rudolf Helgers, der für das Warengeschäft verantwortlich ist. Allein 17 bis 19 Prozent des Umsatzes werden mit Fleisch, Wurst und Geflügel erzielt. Die Dortmunder greifen auch auf eine eigene Wurstproduktion zurück. Regionale Produkte wie Milch, Apfelsaft und Honig, die durch das eigene Label "NRW-Heimat, Produkt-Rewe" herausgestellt werden, sind wichtige Sortimentsbausteine. Bei der YBF-Besichtigungstour durch drei verschiedene Märkte konnten sich die Jungmanager vor Ort ein Bild machen.
Mit ihrem Ladenbaukonzept will sich die Genossenschaft vom Wettbewerb abheben, wie Jan Christoph Paas und Birgit Olschowski von der Bauabteilung unterstrichen. Die Genossen setzen mit der Rewe-Farbe Rot und einem klaren Ladenlayout Akzente. Zentrale Elemente sind die Obst- und Gemüse- und die umfangreichen Bedienungsabteilungen.
Zum Ausflug in die Praxis gehörte eine Besichtigung des Zentrallagers im Asselner Hellweg. Obwohl Donnerstag eigentlich der ruhigste Tag für die Kommissionierer ist, brausten Staplerfahrer mit vollen Paletten unentwegt Richtung Warenausgang. Stefan Hahn, Geschäftsbereichsleiter Lagerbetriebe, sagte, dass massiv in diesen Bereich investiert wird. Rund 40 Mio. Euro fließen in ein neues Lager, eine neue Zentralfleischerei und einen Schulungstrakt.
Astrid Leinkenjost, die für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist, stellte den "Projektkreis Selbstständigkeit" vor, den Rewe Dortmund vor zwei Jahren aufgelegt hat. Rund 20 angehende Kaufleute werden hier für den großen Schritt fit gemacht. Zum Programm gehören Themen wie Standortanalyse und Rentabilitätsrechnung, aber auch das Team-Training in einem Klettergarten, wie Projektkreis-Teilnehmer Markus Corzilius bei der YBF anschaulich schilderte.