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Nicht nur hohe Zuckerpreise verhageln manchem Hersteller das Ergebnis.
Foto: Südzucker
LZnet. Lieferanten des Lebensmittelhandels stöhnen wegen hoher Rohstoffkosten wie noch nie. In den noch anstehenden Jahresgesprächen und auf der Anuga rückt für manche das Thema auf Platz 1.
Stephan Hackenberg, Chef der Merger & Acquisition Abteilung der Rabobank in Frankfurt, ist sich mit anderen M&A-Experten einig: In den zurückliegenden Monaten ist die Zahl der Lieferanten, die ihr Unternehmen verkaufen wollen, dramatisch gestiegen. Mit Blick auf 2012 dürfte sich daran wenig ändern.
Der Grund: Hohe Rohstoffpreise und teils extreme Preisschwankungen bei der Beschaffung auf einen Seite – Einkaufsverantwortliche des Handels, die sich möglichst lange gegen Preiserhöhungen sperren, auf der anderen Seite.
Vor diesem Hintergrund begann diese Woche eigentlich gut. Denn das Signal, das Aldi gerade mit der
Anhebung der Abgabepreise für Haushaltszucker gesetzt hat, wurde von der Branche begrüßt. Von Beruhigung auf Lieferantenseite ist aber keine Spur.
Zu breit ist das Spektrum der Rohstoffe, die sich in den vergangenen 12 Monaten exorbitant verteuert haben. Für Zucker müsse seit Beginn des 4. Quartals 44 Prozent mehr bezahlt werden, da die EU-Quoten ausgeschöpft sind und Zucker auf dem internationalen Markt teurer und nur begrenzt verfügbar ist, melden Weiterverarbeiter. Die Spirituosenindustrie spricht von 32 Prozent teurerem Monopolsprit seit Februar/März 2011.
Video: Zuckerpreis: Weltmarkt, EU-Import, Verbraucherpreis-Index
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Die deutsche Fruchtsaftindustrie als großer Abnehmer von brasilianischem Orangensaftkonzentrat stöhnt schon länger. Sie bezahlte für die Tonne vor eineinhalb Jahren noch 760 Dollar. Heute schlagen laut Herstellern 2650 Dollar zu Buche, und das bei einem verschlechterten Euro-Kurs.
Auch bei Kakao täuschen nach Angaben von Experten größere Erntenmengen nach dem Ende des Bürgerkriegs an der Elfenbeinküste darüber hinweg, dass zwar für Kakao-Pulver aktuell "nur 1.800 Dollar" pro Tonne veranschlagt werden gegenüber 2.650 Dollar 2010.
Video: Chart Kakao (Weltmarktpreis)
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Das Preisniveau liege aber deutlich über dem von 2006 (1.000 Dollar pro t). Die Rohwarenexperten der Rabobank rechnen mit stabilen, hohen Preisen wegen reger Nachfrage auch der Emerging Markets.
Nicht viel anders die Situation bei Arabica-Kaffee. Anfang dieses Jahres kostete das Pfund dieser Sorte Rohkaffee 3 Dollar, im August 2,90 Dollar und Ende September 2,23 Dollar. Das klingt komfortabel, doch Anfang 2010 waren es nur 1,20 Dollar.
Video: Chart Kaffee (Weltmarktpreis)
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Das Fazit: Bei einigen Rohstoffen ist zwar eine leichte Entspannung eingetreten. Das Preisniveau liegt aber fast durchweg deutlich höher als noch vor wenigen Jahren. Die einhellige Meinung der Lieferanten: Zu Preiserhöhungen gibt es keine Alternative.
Wenn der Handel sich weiter hartnäckig gegen Teuerungen wehrt oder versucht, sie zeitlich zu verschleppen, drohe in der mittelständischen Industrie nach allgemeiner Auffassung ein Unternehmenssterben größeren Ausmaßes.