Ein offenes Ohr für König Kunde
„Deutscher Supermarkt-Kongress“ lotet Markenkonzepte zwischen Premium und Discount aus - LZ Direkt kürt die Stars am POS
LZnet/kon. Der Fußball-Weltmeister steht noch nicht fest – die Stars der Verkaufsförderung 2010 hingegen schon: Sachkundige Vorträge beim „Deutschen Supermarkt-Kongress“, eine ebenso spannende wie unterhaltsame Salescup-Preisvereihung und eine gelungene Sieger-Party bot die LZ-Schwesterzeitung „Lebensmittel Zeitung Direkt“ in Wiesbaden in dieser Woche.
Gleich der erste Referent, Jean-Jacques Vandenheede, Retail-Europe-Experte von Nielsen, präsentierte den rund 300 Teilnehmern des "Deutschen Supermarkt-Kongresses" von LZ Direkt und der Conference Group im DFV gute Nachrichten: Seit dem ersten Quartal dieses Jahres geht es in Deutschland und in Teilen Westeuropas – mit Ausnahme Irlands und Großbritanniens – für die FMCG-Industrie wieder aufwärts. In den USA verharre das Wachstum dagegen bei 0,3 Prozent; schon fast wieder "Partylaune" herrsche in China.
Laut Vandenheede verhält sich das Gros der deutschen wie europäischen Verbraucher in wirtschaftliche schwierigen Zeiten bei der Einkaufsstätten-, aber auch bei der Markenwahl wie ein "Gewohnheitstier, das beim Shopping seinem Autopiloten" folgt. Promotions gehörten für ihn beispielsweise mittlerweile zur Gewohnheit. Wer das starre Verhalten aufbrechen wolle, müsse in Erfahrung bringen, "was der Kunde wirklich will". Als "Wiederholungstäter das Gleiche tun, wie im Vorjahr", helfe da nicht weiter.
Kundenverständnis als Basis für Ideen
"Der Shopper ist ein Gewohnheitstier", griff auch Stefan Leitz zu Beginn seines Vortrages über "Consumer Insights" die Vorgabe auf. Deswegen müsse man dem Verbraucher einen "Cocktail bereiten, um ihn zu locken", betont der Vertriebsgeschäftsführer bei Unilever. Der Kunde muss aus 40000 Artikeln im LEH auswählen können. Wichtig sei es, sowohl nationale als auch kundenspezifische Konzepte zu entwickeln.
Was differenziert dabei Marken oder Geschäftskonzepte vom Wettbwerb? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge der LZ-Direkt-Veranstaltung. Auch für den Keynotespeaker, Nestlé Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge, bildet ein "tiefes Konsumentenverständnis" den Kern von Innovationen, neuen Konzepten oder Geschäftsmodellen.
Berssenbrügge beschrieb eindrucksvoll unterschiedliche Strategien für erfolgreiches Marken- und Innovationsmanagement aus Sicht der Industrie. "Markenloyalität ist wichtig. Sie sind aber erst wirklich gut, wenn Ihre Marke weiterempfohlen wird", schrieb der Vorstandsvorsitzende den Zuhörern ins Stammbuch. Und: "Der Handel braucht starke und innovative Marken, weil der Konsument sie will."
Unverwechselbarkeit und Professionalität Eine unverwechselbare Marke ist die Dornseifer-Gruppe. Der Rewe-Selbstständige Friedhelm Dornseifer brach in seinem inspirierenden Vortrag eine Lanze für den gut geführten und sortierten Supermarkt als "Format mit Zukunft". Am Beispiel des im März in Siegen eröffneten, 3400 qm großen Marktes der sauerländischen Händlerfamilie (
lz 13-10) demonstrierte der Unternehmer, wie dieses Ansinnen professionell umzusetzen ist. Seine Botschaft ans Auditorium: "Der Kunde will, dass sich jemand wirklich um ihn kümmert."
Gemäß dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" wurden im Anschluss an die Vorträge des ersten Kongresstages die von Lebensmittel Zeitung Direkt mit dem begehrten Vkf-Branchenlorbeer gekürten Salescup-Sieger im Wiesbadener Kurhaus gebührend gefeiert. Bis nach Mitternacht standen bei den geladenen Gästen gute Unterhaltung, Branchentalk und Kontaktpflege auf dem Programm.