Freitag, 25. Mai 2012

mail mail mail Schwerpunkt: Anuga 2011

"Die Marke Deutschland ist ein Verkaufsschlager"

Freitag, 07.10.2011

Außenminister Guido Westerwelle eröffnet die Anuga.
Außenminister Guido Westerwelle eröffnet die Anuga.
Foto: FDP
LZnet/GvP. Die Bedeutung der Anuga als internationale Plattform wächst von Mal zu Mal. Ein Grund: Die größten Wachstumschancen nutzt die deutsche Ernährungswirtschaft im internationalen Geschäft. Entsprechend gestiegen sind die dort bewegten Umsätze. Aber auch die Globalisierung der Märkte und die Vernetzung der Unternehmen nehmen zu. Dazu passend eröffnet Bundesaußenminister Guido Westerwelle am kommenden Samstag die größte Nahrungsmittelmesse der Welt in Köln.

Lebensmittel Zeitung: Herr Westerwelle, Sie werden am Samstag die Nahrungsmittelmesse Anuga in Köln eröffnen. Als Bundesaußenminister setzen Sie damit ein Zeichen. Welchen Stellenwert haben aus Ihrer Sicht die Branche und die Messeplattform?

Guido Westerwelle: Die deutsche Ernährungswirtschaft ist global aufgestellt. Dies wird sich in den kommenden Tagen erneut eindrucksvoll zeigen. Als weltgrößte Fachmesse für Ernährungsthemen ist die Anuga ein Magnet für Aussteller und Besucher aus über 180 Ländern geworden. Dies zeigt: Die Marke "Deutschland" ist auch in der globalen Lebensmittelindustrie ein Verkaufsschlager.

LZ: Das klingt sehr positiv und fast schon euphorisch. Die Nahrungsmittelbranche ist aber sehr mittelständisch geprägt und verfügt von daher nicht über die Möglichkeiten von Weltkonzernen im globalen Wettbewerb. Kann Ihr Ministerium hier Hilfestellung leisten?

Westerwelle: Im letzten Jahr haben deutsche Unternehmen aus der Ernährungswirtschaft Güter im Wert von 52 Mrd. Euro aus Deutschland in die Welt exportiert. Das entspricht in etwa den deutschen Ausfuhren nach China. Das Auswärtige Amt und unsere 220 Botschaften und Konsulate unterstützen die deutsche Ernährungswirtschaft hierbei mit großem Engagement.

LZ: Wie konkret?

Westerwelle: In 16 Wachstumsmärkten können die Unternehmen der Lebensmittelindustrie auf die Unterstützung von spezialisierten Landwirtschaftsexperten an unseren Botschaften zurückgreifen. Unser Engagement hört hier nicht auf: In diesem Jahr haben wir mit großem Erfolg den 3.Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Auswärtigen Amt veranstaltet.

Gerade weil ich in der Unterstützung deutscher Unternehmen eine Kernaufgabe des Auswärtigen Amts sehe, ist es mir wichtig, dass die deutsche Wirtschaft in uns einen Partner mit internationalen Verbindungen und Kompetenz in der Sache findet. Deutsche Diplomaten wissen dies und engagieren sich weltweit mit Erfolg für deutsche Unternehmen – auch aus der Ernährungswirtschaft.

LZ: Was haben Sie spontan gedacht, als Sie erfuhren, wer Partnerland der Anuga 2011 sein wird?

Westerwelle: Mich freut besonders, dass Italien dieses Jahr Partnerland der Anuga geworden ist. Italienischer Wein, italienisches Olivenöl, italienische "Pasta" und vieles mehr gehören mittlerweile auch zur deutschen Lebensmittelkultur. Ohne den italienischen Beitrag zu unserer Küche wäre Deutschland ärmer. Die "Globalisierung auf dem Teller" ist eine häufig übersehene Folge der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung.

LZ: Welchen Nutzen verbinden Sie mit einer Globalisierung der heimischen Ernährungsindustrie?

Westerwelle: Deutsche Unternehmen der Ernährungsindustrie sind Teil der Globalisierung. Gleichzeitig investieren sie auch immer stärker in neuen Märkten. Durch ihr langfristig angelegtes Engagement in Schwellen- und Entwicklungsländern tragen sie dazu bei, wichtige Errungenschaften unserer Sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verbreiten. So entsteht aus der wirtschaftlichen Globalisierung auch eine Globalisierung der Werte.

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