Douglas Lebenslanges Lernen bei Douglas

von Judit Hillemeyer
Freitag, 27. Juni 2008
Foto: Douglas
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In Zeiten des Kostendrucks lassen viele Unternehmen das Thema Weiterbildung außer Acht. Anders die Douglas-Gruppe. Sie investiert mit ihrer Holding Academy in die Idee des lebenslangen Lernens. Das betrifft auch die zentrale Führungsriege.



Beatrix Henseler, Direktorin Personal und Organisation bei der Douglas Holding

Entgegen dem allgemeinen Trend: Handel und Industrie investieren durchaus in Weiterbildung. Sie sparen damit nicht am falschen Ende. Das Engagement leisten sie nicht aus Edelmut, sondern innerer Notwendigkeit. "Wir spüren schon, dass die Qualität der Bewerber abnimmt", sagt Beatrix Henseler, Direktorin für Personal und Organisation bei Douglas. Traditionell und vor dem Hintergrund des Fach- und Führungskräftemangels generiert der Einzelhandel seinen Nachwuchs aus eigenen Reihen.

Nachwuchsförderung ist ein Wettbewerbsfaktor. Er entscheidet über die Leistungsfähigkeit und den Erfolg von Mitarbeitern und Unternehmen. Grundlage dafür bilden zunehmend unternehmensinterne Akademien, wie beispielsweise bei Fressnapf, Rewe, KarstadtQuelle, Kamps und Henkel. Über diese Einrichtungen wird systematisch eine standardisierte Qualifikation der Mitarbeiter und nachrückenden Führungskräfte betrieben.

In diesem Sinne unterhält auch Douglas dezentral für jede Sparte eigene Akademien - ohne festen räumlichen Standort. Ihre Aufgabe ist die Nachwuchsförderung. "Unsere Akademien sind ein wichtiger Baustein unserer Weiterbildung", so Henseler. Gerade unter dem Aspekt der Demographieentwicklung, werde sich die Entwicklung von Führungskräften künftig stärker positionieren und einen höheren Stellenwert erreichen.

Lernen - das gilt nicht nur für Hänschen sondern auch für Hans. So hat die Hagener Unternehmensgruppe Anfang dieses Jahres die "Douglas Holding Academy" ins Leben gerufen. Im Fokus stehen Frauen und Männer der ersten und zweiten Führungsebene - ab dem Rang eines Abteilungs- und Bereichsleiters.

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Aufmerksam: An unternehmensinternen Akademien werden Mitarbeiter auf den nächsten Karriereschritt vorbereitet.

Das Konzept ist vergleichbar mit dem "Campus"-Modell der Rewe-Gruppe, das ebenfalls die beiden ersten Führungskreise adressiert.

An der Douglas Holding Academy "haben unsere Top-Führungskräfte die Möglichkeit, sich gezielt weiterzubilden und gleichzeitig ihre Erfahrungen über alle Vertriebslinien hinweg auszutauschen", freut sich Henseler. Im Blickpunkt stehen hier rund 450 Personen. Einbezogen sind sowohl die Führungskräfte der nationalen als auch der internationalen Gesellschaften. Damit soll der Netzwerkgedanke und die Unternehmenskultur im Konzern stärker gelebt und gefördert werden.

Bildung versteht Henseler als freiwilliges Angebot. Alle Teilnehmer erhalten auf Wunsch im Vorfeld eine individuelle Standortbestimmung, um sie gezielt zu fördern. Seminartourismus soll nicht das Ziel sein. Inhaltlich stehen vier Führungsdimensionen im Vordergrund: die unternehmerische, soziale, persönliche und methodische. Die Ausprägung dieser Kompetenzen ist je nach Position und Person unterschiedlich. Diese gilt es je nach Bedarf und Karriereentwicklung weiter zu entwickeln. "Unser Motto heißt, Stärken zu stärken", betont die Direktorin.

Die entsprechenden Lernmodule für Geschäftsführer erarbeitet Douglas beispielsweise mit der Handelshochschule Leipzig. Für die Schulungen werden externe Trainer engagiert. 98 Prozent aller Schulungen finden bei Douglas in Präsenzseminaren statt.

Darüber hinaus arbeitet die Hagener Unternehmensgruppe unter anderem mit der Universität Bochum zusammen. Dabei geht es unter anderem um Lernkonzepte speziell für ältere Mitarbeiter. "Nicht nur unsere Kunden, sondern auch unsere Mitarbeiter werden älter", weiß Henseler. Und speziell für diese Gruppe soll langfristig etwas getan werden. Der Diskurs rund um das Thema Lernen im Alter beginne bereits bei der Medienwahl. In diesem Punkt dürften ältere Teilnehmer nicht überfordert werden. Berücksichtigt werden müsse außerdem, dass diese Menschen einerseits viel Erfahrung mitbringen, andererseits mehr zum Lernen motiviert werden müssen.

Das Bildungsangebot der Douglas Akademien, resümiert Henseler, werde "sehr gut" angenommen, sowohl von den Geschäftsführern als auch den Bereichs- und Abteilungsleitern des Konzerns. (juh)

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