Egon Zehnder Unflexible Deutsche

von Christiane Düthmann
Freitag, 01. Oktober 2010
Weltweite Bestandsaufnahme
LZ-Grafik
Weltweite Bestandsaufnahme
Welche Lehren ziehen Führungskräfte aus der Krise? Die Personalberatung Egon Zehnder hat 836 Spitzenmanager aus aller Welt dazu befragt.
Mehr als die Hälfte des Panels (56,3 Prozent) sieht es als drängendste Aufgabe an, ein passendes Geschäftsmodell für das veränderte Marktumfeld zu finden, heißt in der Auswertung. Deutschland liegt mit 51,9 Prozent leicht unter dem Durchschnitt.

Weltweite Bestandsaufnahme

An zweiter Stelle der internen Herausforderungen rangiert ein unzulänglich bestückter Talent Pool. In Deutschland bemängeln dies mit 46,8 Prozent ebenfalls etwas weniger Manager als weltweit. Ähnlich viele (44,2 Prozent) sind hierzulande der Auffassung, es fehle an Führungskraft insgesamt.

Rund vier von zehn Executives beobachten Unsicherheit und Angst innerhalb ihrer Belegschaft – gut sechs Prozentpunkte mehr als der Gesamtwert. Dass die eigene Business-Strategie kein ausreichendes Differenzierungsmerkmal mehr darstellt, befürchtet jede fünfte hiesige Spitzenkraft.

Innovationskraft wenig gefragt

In einem zweiten Schritt befragte Egon Zehnder die Manager nach den ihrer Meinung nach wesentlichen Erfolgsfaktoren für schlechte Zeiten. Dabei legen die Deutschen, verglichen mit dem Durchschnitt, eine geringere Flexibilität an den Tag.

So halten 57,1 Prozent Anpassungsfähigkeit für die wichtigste Eigenschaft – global sind es mit 63,6 Prozent deutlich mehr. Improvisationsfähigkeit hat nirgendwo ein so schlechtes Ansehen wie bei hiesigen Executives. Nur jeder zehnte führt sie an, 18,8 Prozent sind es insgesamt.

Mehr als die Hälfte (51,9 Prozent) sieht sein Heil dagegen in soliden Kundenbeziehungen, "ein Spitzenwert, der auf kein hohes Maß an Elastizität hindeutet", kommentieren die Studienautoren. Bei der Frage nach dem Innovationspotenzial indes werden die Deutschen ihrem Erfinderimage gerecht: Mit 54,5 Prozent halten dies deutlich mehr Manager für einen Erfolgsgaranten als im Durchschnitt (41,7 Prozent). (cd)

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