Arbeitsplatz Handel Attraktive Jobs für alte Hasen

von Redaktion LZ
Freitag, 21. Dezember 2012
Der Handel hält mit
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Der Handel hält mit
LZnet./cd. Wie attraktiv ist der Handel für seine Mitarbeiter? Um diese Frage zu beantworten, hat das Institut für Handelsforschung die deutschen Daten der Great-Place-to-Work-Befragung ausgewertet. Demnach muss sich die Branche zwar nicht verstecken, hat aber Nachholbedarf.
Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist – diese fünf Ausprägungen beschreiben einen "großartigen Arbeitsplatz" im Untersuchungsmodell von Great Place to Work.

In diesem Jahr nahmen hierzulande mehr als 500 Unternehmen am Wettbewerb "Deutschlands beste Arbeitgeber" teil – vom Kleinbetrieb mit 50 Mitarbeitern bis hin zum Konzern mit mehr als 5.000 Beschäftigten. Die besten 100 wurden – differenziert nach Größenklassen – prämiert.

Das Institut für Handelsforschung (IfH), Köln, hat nun untersucht, wie sich der Handel in diesem Umfeld schlägt. Ein positives Gesamturteil über ihren Arbeitsplatz fällen 68 Prozent aller teilnehmenden Mitarbeiter, die nicht dem Handel zugeordnet werden können. Im Handel fällt die Bewertung mit 64 Prozent etwas verhaltener aus.

Große Bedeutung für die wahrgenommene Job-Attraktivität hat dabei offensichtlich die hierarchische Position im Unternehmen. Bei den Mitarbeitern ohne Führungsfunktion zeigen sich zwei Drittel beider Vergleichsgruppen von ihren Jobs angetan. Bei den unteren und mittleren Führungskräften im Handel sind 67 Prozent zufrieden – weniger als in den übrigen Bereichen (74 Prozent). Im oberen Managementbereich erreicht die Zufriedenheit im Handel 87 Prozent und damit fast soviel wie in der restlichen Wirtschaft (90 Prozent).

Obere Führungsebene ist besonders zufrieden

Gravierender sind die Unterschiede zwischen Händlern und Nicht-Händlern mit Blick auf die Antworten nach Bildungsabschluss. Ob Lehre, FH-Abschluss oder Meisterprüfung, MINT- oder sonstiges Uni-Examen: Überall ist die Jobbegeisterung der Nicht-Händler deutlich höher als die der Händler. Der Unterschied beträgt 10 bis 16 Prozentpunkte.

Nur bei den Mitarbeitern ohne Bildungsabschluss dreht sich das Bild. Hier liegt die Wohlfühlrate bei den Händlern mit 85 Prozent höher als bei den übrigen (82). "Für Beschäftigte in einfachen Angestelltenpositionen ist der Handel ein attraktiver Arbeitgeber", sagt Bettina Seul. Zudem äußern sich Teilzeitkräfte im Handel deutlich positiver (71 Prozent) als Vollzeitbeschäftigte (64 Prozent), fügt die Bereichsleiterin Forschung und Konzepte des IfH hinzu.

Sehr gut kommt die Retail-Branche bei langjährig Beschäftigten weg. Befragte mit einer Betriebszugehörigkeit von mehr als 15 Jahren weisen mit 76 Prozent erheblich höhere Zufriedenheitswerte auf als in anderen Wirtschaftzweigen (68). Bei alten Hasen, die schon länger als 20 Jahre im Handel arbeiten, liegt die Rate der Positivurteile sogar bei 78 Prozent (andere Branchen: 68 Prozent). Seul: "Wer sich einmal für den Handel entschieden hat, bleibt ihm treu."

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