Grey Authentische Kommunikation mit den Kunden

von Daniela Rück
Freitag, 05. Oktober 2012
YBF bei Grey
G. Lukas
YBF bei Grey
"Selbst Marken-Ikonen hinterfragen ihren Kern", eröffnet Uli Veigel, CEO und Chairman von Grey, die Young Business Factory (YBF) der LZ, bei der Jungmanager aus Handel und Industrie bei der Düsseldorfer Agentur zu Gast waren. Es herrsche eine starke gesellschaftliche Verunsicherung aufgrund der absoluten "Verdatung" der Welt. Dies befeuere den Trend ‚SoLoMo’ (Social Local Mobile).


Marken experimentieren mit Social Media. Veigels Grey-Kollege André Schieck (Head of Digital) nennt dazu etwa den Kellogg-Shop in New York, wo man mit seinen Tweets bezahlen kann. Der Kunde erwarte mehr als Marketing, er sucht einen echten Dialog. "Klassische Werbewelten mit Authentizität glaubhaft zu verbinden", ist für Veigel das Erfolgsmodell der Zukunft.

Hartmut Gahmann, Leitung Corporate Communications, Nestlé Deutschland, erläuterte, wie das Unternehmen mit einem Qualitätsprogramm der vorherrschenden Skepsis der Konsumenten begegnen will. Einer aktuellen Studie zufolge machen sich 52 Prozent der Konsumenten Sorgen über die Lebensmittelqualität, die sie oftmals nur schwer beurteilen können.

Die Herausforderung liegt für Gahmann in der Wahrhaftigkeit von Qualität. Sie müsse erlebbar gemacht und objektiviert werden. In den Austausch über notwendige Verbesserungen will Nestlé die Verbraucher und auch kritische NGOs miteinbeziehen. Die Online-Plattform Nestlé-Marktplatz und das -Zukunftsforum sollen zur Diskussion von Qualitätsverbesserungen beitragen.

Die Community gewinnt an Einfluss

Auch Nicolas von Sobbe ist davon überzeugt, dass Digital die Art und Weise der Kommunikation verändert hat. "User generieren Inhalte", sagt der Department Head Media und Community Relations McDonald’s. Der Fast-Food-Gigant ließ online Burger kreieren und aktivierte somit eine virtuelle Marken-Gemeinschaft, die die Begeisterung für Burger teilt.

Die Produktentwicklung durch Konsumenten berge jedoch Risiken: Das Unternehmen hat nicht mehr die volle Kontrolle über den Fortlauf der Aktion. Die Community gewinnt an Einfluss. "Wenn man damit angefangen hat, gibt es kein Zurück mehr", stellt von Sobbe klar.

Strategie statt Hektik

"Facebook macht uns zu gläsernen Menschen und verändert unsere Gesellschaft", verdeutlicht Manfred Mandel, Marketing-Chef von Real mit seinem "kritischen Blick auf Hypes". Diese könnten selbst Börsenkurse beeinflussen. Dennoch sei es ratsam, die Ruhe zu bewahren: "Es hat schon so viele Blasen gegeben, und nichts ist passiert." Statt übertriebene Hektik zu entwickeln, sei es ratsam, eine Strategie zu entwerfen.

Als Beispiel nennt Mandel die Online-Aktivitäten von Real: "Wir haben 200.000 Fans auf dem Hauptprofil von Facebook, rund 56.600 Kanalaufrufe auf Youtube. Auf Twitter werde neuerdings eine gezielte Angebotskommunikation verfolgt." Der SB-Warenhausbetreiber misst seinen Erfolg an den Interaktionszahlen. Der Social-Media-Marketing-Etat liegt laut Mandel im einstelligen Prozentbereich.

"Von Retail zu Wetail"

Stefan Grubendorfer, Inhaber von zwei zur Rewe Dortmund gehörenden Märkten, zeigt gemeinsam mit Azubi Maximilian Wöhrle auf, wie kreatives Marketing mit geringen Mitteln sowohl auf der Fläche als auch im Internet umgesetzt werden kann. Aktionen wie Midnight-Shopping, Rewe rockt, Rosenverkäufe vor den Läden am POS bis hin zu aktuellen Unternehmens- und Produkt-News im Netz sprechen für den Erfolg des Händlers.

Über die Zukunft der Handelskommunikation referierte Alessandro Panella, Head of Strategic Planning, Grey Worldwide. "Von Retail zu Wetail" lautet sein Ansatz. Durch innovative Technologien könne man mehr Insights generieren. Immer häufiger rücken Händler soziale Medien in den Mittelpunkt, um die Kunden stärker zu fokussieren. (dr)

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