Tegut Tegut bildet Logistiker in Fulda aus

von Redaktion LZ
Freitag, 01. Juni 2012
Die Initiatoren: Tegut-Logistikchef Andreas Perisgehl (l.) in der Diskussion mit Hochschullehrer Michael Huth
Tegut
Die Initiatoren: Tegut-Logistikchef Andreas Perisgehl (l.) in der Diskussion mit Hochschullehrer Michael Huth
LZnet. Für Mittelständler abseits der Metropolen wird es immer schwieriger, Fachkräfte zu finden. Auch in der Logistik drohen Engpässe. Tegut hat deshalb mit der Hochschule Fulda den Studiengang "Logistikmanagement" ins Leben gerufen.
Duale Studiengänge sind für Tegut grundsätzlich nichts Neues. Bislang kooperierte der Lebensmittelfilialist mit baden-württembergischen Ausbildungsstätten. Ein Nachteil ist die Entfernung zu den Studierenden. "Nähe ist wichtig, um Einfluss auf das Studium nehmen zu können", weiß Tegut-Logistikchef Andreas Persigehl.

Zudem könnten sich die Studenten dann auch während der Theoriephasen mit dem Unternehmen vernetzen. "Unsere Intention war es deshalb, einen hochattraktiven Studiengang in Fulda auf die Beine zu stellen, um Führungsnachwuchskräfte in der Logistik zu entwickeln."

Und das in Kooperation mit anderen Vertretern der Konsumgüterbranche wie dem Logistikdienstleister Zufall oder der Spedition John aus Eichenzell. "Mehrere Unternehmen suchten nach Partnern direkt in der Umgebung. Das war die Initialzündung für diesen Studiengang", blickt Professor Michael Huth von der Hochschule Fulda auf die Entstehungsgeschichte zurück.

Generalisten statt Spezialisten

Dieser interdisziplinäre Ansatz in der Lehre und in den Praxisphasen "macht unser Studium zu etwas Besonderem". Auch Tegut sieht darin nur Vorteile: "Wir wollen keine absoluten Spezialisten, sondern Generalisten, die über den Tellerrand eines mittelständischen Lebensmittelhändlers hinausblicken und wissen, was abgeht in der Welt", stellt Persigehl klar.

Bei Praktika und Betriebsführungen beispielsweise können sich die Unternehmen austauschen, und die Studenten breiter gefächerte Erfahrungen sammeln. Weitere Partner sind deshalb willkommen. "Wir sind mit Unternehmen aus der Branche im Gespräch", erzählt Persigehl.

Weitere Partner sind willkommen

Im vergangenen Oktober startete der Bachelor-Studiengang Logistikmanagement am dortigen Fachbereich Wirtschaft mit einem Dutzend Studenten. "Wir sind mit der Teilnehmerzahl zufrieden", sagt Huth. Es sei schließlich kein Massenstudium geplant. Bei 25 sieht er die Grenze. Im dualen Studiengang wechseln sich Theorie- und Praxisphasen ab. Pro Monat werden 200 Euro Gebühren fällig, die von den Unternehmen getragen werden.

Vier der Studenten arbeiten bei Tegut. Zuvor durchliefen sie ein "sehr anspruchsvolles Auswahlverfahren", berichtet Persigehl. Neben der fachlichen Eignung sind ihm soziale Kompetenzen besonders wichtig. "Denn es ist durchaus ein Investment, junge Menschen über Jahre zu begleiten und zu Führungsnachwuchskräften zu entwickeln."

Frühzeitige Karriereplanung

Zurzeit werden Kandidaten für die nächste Runde rekrutiert. Insgesamt will Tegut pro Semester drei bis vier Personen in den Studiengang schicken. Deren Arbeitsverträge sind an den erfolgreichen Abschluss gekoppelt. "Wir setzen uns schon nach dem vierten Semester mit ihnen zusammen und vereinbaren konkrete Perspektiven", beschreibt Persigehl die Karriereplanung für den Nachwuchs.

Die Qualität der Ausbildung ist für den Logistikmanager, der selbst einmal mit einem dualen Studium in den Beruf gestartet ist, der Dreh- und Angelpunkt des Projekts. "Die Studentenzahlen schrumpfen. Wenn man nicht absolute Klasse anbietet, kommt niemand."

Positives Feedback

Das Feedback der Premierenteilnehmer sei positiv. "Vor allem die branchenübergreifenden Inhalte werden geschätzt." Praktiker sind in den Lehrplan einbezogen. Persigehl zum Beispiel referiert demnächst über "Dispositionsverfahren bei Tegut".

Um die Ausbildung attraktiv zu machen, unterstützt der Lebensmittelfilialist Auslandsaufenthalte seiner Studenten – "obwohl wir ein regionales Unternehmen sind". Aber man profitiere auch davon, denn "Studenten kommen mit ganz anderen Ideen und Ansätzen aus der weiten Welt zurück".

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