Arbeitgeberranking Branche büßt Sympathien ein

von Redaktion LZ
Freitag, 13. Mai 2011
Absolventenbaroemter
Quelle: Trendence, Grafik: LZ
Absolventenbaroemter
LZnet. Wenige Gewinner, aber viele Verlierer: Dieses Bild kennzeichnet die aktuelle Sonderauswertung des Trendence-Instituts für die LZ. Sie erhebt die Arbeitgeberpräferenzen besonders konsumgüteraffiner Studenten. Vor allem der Handel knickt bei der Beliebtheit ein.
Apple schießt in diesem Jahr den Vogel ab. Der Hersteller von iPhone und iPad steigt neu in die Riege der beliebtesten Jobadressen konsumgüteraffiner Studenten ein – und landet aus dem Stand auf Platz sieben. Ein Top-Ergebnis, dass sich wohl vor allem mit der enormen Strahlkraft seiner Lifestyle-Produkte erklären lässt.
Arbeitgeber-Studie
Eine ähnliche Dynamik liegt wahrscheinlich dem Employer-Brand-Erfolg von Sony zugrunde: Der Playstation-Anbieter schafft es von Null auf den 24. Rang. Eine gute Figur machen auch die großen Autobauer. Von Volkswagen bis Daimler verbessern sie sich in der Gunst der branchennahen Wirtschaftswissenschaftler fast ausnahmslos.

Das heißt, sogar bei ausgesprochenen FMCG-Fans "konnten branchenfremde Unternehmen punkten", fasst Jörn Klick, Senior Account Manager beim Trendence-Institut, zusammen.

LEH gerät ins Hintertreffen

Der Lebensmittelhandel mit seinen weniger glamorösen Employer Brands hat das Nachsehen. Er verliert an Zuspruch, und das teilweise deutlich. "Ein Hauptgrund ist wohl, dass nach der Krise auch in anderen Sektoren wieder eingestellt und der Markt immer umkämpfter wird", sagt Klick.

Lidl trifft es am härtesten – der Discounter rutscht um 11 Platzierungen auf Position 35 ab. Douglas steht jetzt auf Rang 30, acht Plätze weiter hinten als im vergangenen Jahr. Metro (Platz 23) und Rewe (33) steigen jeweils um fünf Positionen ab. Aldi Süd, mit Rang 19 nach wie vor der bestplatzierte Lebensmittelhändler im Trendence-Ranking, war 2010 noch vier Positionen weiter vorn zu finden.

Nur Tchibo und Otto legen zu

Alle fünf Retailer stehen jetzt sogar weiter hinten in der Liste als zwei Jahre zuvor. Einzig Tchibo (11) und die Otto Group (20) können sich vom Negativtrend absetzen und schieben sich jeweils um eine Position nach vorne.

Die Markenartikelindustrie kommt insgesamt glimpflicher davon als der Handel. Einige Hersteller können sogar Boden gut machen, wenn auch in kleinen Schritten. Vor allem die Beautyspezialisten L’Oréal (Platz 2) und Beiersdorf (3) stehen glänzend da und verbessern sich um eine beziehungsweise zwei Positionen.

Geringere Verluste in der Industrie

Auch Procter & Gamble (5), Henkel (15) und Mars (31) landen jeweils zwei Plätze weiter vorn im Ranking als im vergangenen Jahr. Auf der anderen Seite büßt der weltgrößte Foodhersteller Nestlé (9) einen, Coca-Cola (4) zwei Plätze ein.

Drei sind es bei Unilever (8), Kraft Foods (17), Dr. Oetker (18) und Bahlsen (25). Ferrero, 2010 von Null auf dem zehnten Platz gelandet, muss einen Abstieg um vier Plätze hinnehmen, ebenso wie Philip Morris (43).

Doch allen Verschiebungen zum Trotz erweist sich die Gunst der Studenten insgesamt als erstaunlich stabil. Betrachtet man die zehn Besten dieses Jahres, lagen acht davon bereits 2010 in der Spitzengruppe. Innerhalb der Top Zwanzig gibt es ebenfalls nur zwei Neulinge.

Insgesamt hohe Kontinuität unter den Top 20

Gleichwohl ist Erfolg im Employer Branding kein Selbstläufer, weiß Trendence-Mann Klick: "Angesichts des erstarkten Wettbewerbs müssen einige jetzt möglicherweise erkennen, dass der eingebrachte Euro weniger Wirkung zeigt als zuvor." Vor allem der LEH muss am Ball bleiben.

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