LZ Karrieretag 2010 Branche trifft Zukunft

von Redaktion LZ
Freitag, 29. Oktober 2010


LZnet. Rund 230 Jungakademiker kamen zum zweiten LZ Karrieretag. Sie nutzten die Gelegenheit, Unternehmen kennenzulernen und ihren eigenen Marktwert zu testen.

"Hi, ich bin der Alex", grüßt Alexander Krümke die Runde der Interessierten, die sich zur Ausstellersession von Beiersdorf eingefunden hat. Locker und authentisch berichtet der Halbkoreaner über seine Erfahrungen als Sales-Trainee beim Nivea-Produzenten. Zum Beispiel über seine Mitarbeit an einem Pilotstore bei Walmart in Mexiko. Oder über sein Feeling als Teil der Gruppe internationaler Trainees: "Eine Super-Community. Macht echt Spaß." 

Insider schildern ihre Joberfahrungen

Sein Arbeitgeber ist mit 150 Gesellschaften in allen Erdteilen unterwegs. Ähnlich bunt gemischt ist die Nachwuchstruppe, die das 18-monatige Programm durchläuft. Auf dem LZ-Karrieretag stellte der Hautpflegespezialist sein Angebot für den Managementnachwuchs vor, mit Schwerpunkt auf den globalen Aufgaben.

Neben Beiersdorf nutzten weitere renommierte Unternehmen der Branche die Möglichkeit zur ausführlichen Vorstellung im Rahmen der so genannten Ausstellersessions, darunter Mars, Nestlé und Obi. Ihre Auftritte spiegelten jeweils ein Stück ihrer Kultur wider. Während Lidl, von Geschäftsführer Robert Lohmiller präsentiert, bodenständig und unkompliziert daherkam, gab sich Unilever weltläufig.

Unilever punktet mit Internationalität

Wie das Gebäude, in dem der Konsumgüterriese seit vorigem Jahr in Deutschland residiert. Und dessen Eindruck Dr. Marina Stadler in ihrer Darbietung wirken ließ. Es macht schon etwas her, das neue Haus in der Hafencity, mit viel Glas und Blick auf die Elbkulisse. "Hier halten wir tatsächlich Meetings ab", kommentierte Stadler ein Bild, das einen Freisitz am Fluss zeigt.

Freilich wird nicht jeder zukünftige Unilever-Mitarbeiter am Stammsitz in Hamburg eingesetzt. "Wer bei uns startet, arbeitet international", betonte die HR-Direktorin. Aber im Unterschied zu früher bedeutet das nicht mehr zwangsläufig, dass man jahrelang im Ausland lebt. "Heute sind wir eher in virtuellen Welten unterwegs", sagt Stadler. Stolz verwies sie darauf, dass Unilever zum 12. Mal den Dow Jones Sustainability-Index anführt. Ein Pluspunkt. Denn soziale Verantwortung zieht bei der Zielgruppe.

Das Thema griff auch Astrid Teckentrup, Director Marketing Operations Beauty & Grooming bei Procter & Gamble, in ihrem Vortrag auf. Der amerikanische Konzern hat sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verschrieben und sie in seine Leitlinien aufgenommen. In der anschließenden, sehr lebhaften Diskussion ging es dann unter anderem um den Unterschied zwischen echtem Engagement und bloßem "Greenwashing".

Abschied von Klischeevorstellungen

Volkmar Schwenk, Direktor Trade Marketing bei Ferrero, differenzierte in seinem Vortrag ebenfalls. Er schilderte die strategische Dimension des Vertriebs – und grenzte sich entschieden gegen das Klischee des "Klinkenputzers" ab.

Insgesamt beteiligten sich fünfzehn Konsumgüterhersteller und acht Handelsunternehmen am LZ Karrieretag. An ihren Ständen konnten sich die Jungakademiker über Einstiegsprogramme, Karrieremöglichkeiten und offene Stellen informieren.

Man beschnupperte sich gegenseitig und klärte Fragen rund um das Thema Jobs und Bewerbung: Etwa ob die bisherige Qualifikation ausreicht, um in die engere Auswahl für einen Traineeplatz zu gelangen oder in welchen Bereichen besonderer Bedarf besteht. Viele Stände waren den ganzen Tag über dicht umlagert.

Die Personaler an den Ständen haben viel zu tun

Die Teilnehmer standen geduldig Schlange, um an die Gesprächspartner heranzukommen. Alle Beteiligten zeigten sich mit der Resonanz hoch zufrieden und nutzten die Gelegenheit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Das Niveau der Hochschulabsolventen wurde allgemein als sehr gut beurteilt.

Auch die Teilnehmer lobten die Veranstaltung. Sie machten von den vielfältigen Informationsmöglichkeiten regen Gebrauch. "Ich kannte von Real bisher nichts außer den Läden", sagte ein Zuhörer nach dem Vortrag von Dirk Königsfeld, Division Manager beim SB-Warenhaus-Anbieter.

"Man macht sich zu wenig klar, was hinter den Kulissen passiert." Der Real-Mann veranschaulichte dies und zeigte, was Markenbildung im Handel heißt und warum man dabei auf Eigenmarken setzt.

Dass auch Quereinsteiger im Handel willkommen sind, dafür ist Dr. Ursula Schütze-Kreilkamp mit ihrer ungewöhnlichen Vita selbst das beste Beispiel. Die Personalleiterin, bei Rewe für die Entwicklung des oberen Managements tätig, ist Gynäkologin mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung.

Praxistipps für die Bewerbung

Inwieweit diese Fähigkeiten beim Formen der neuen Rewe zum Einsatz kamen, verriet sie nicht. Wohl aber, dass sie die Geburtswehen miterlebt hat. Unter der Ägide des Vorstandsvorsitzenden Alain Caparros schaffte es die Gruppe, sich aus den Verkrustungen der Vergangenheit zu lösen und schlug einen frischen Weg ein.

Die praktische Seite der Jobsuche kam ebenfalls nicht zu kurz. Begeistert nutzten die Studenten die Gelegenheit, ihre Mappen von Personalberatern checken zu lassen. Und auch deren Tipps zur professionellen Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche kamen gut an.

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