Mack&Schühle Mack&Schühle: Christoph Mack


Lebensmittel Zeitung: Was waren aus Ihrer Sicht im abgelaufenen Jahr die wichtigsten Themen für die Weinbranche?

Christoph Mack: Schwierige, vor allem kleine Ernten in Deutschland, Österreich und verschiedenen Regionen Süd – und Westeuropas sind eine große Herausforderungen für die Weinbranche. Die Konsequenzen sind Verknappung des Angebots, teilweise nahezu Komplettausfälle und Preissteigerungen bei der Rohware. Das schlechte Wetter während der Vegetationsperiode ist zum einen dafür verantwortlich. Zum anderen führt der ruinöse Preiskampf der letzten Jahre, gerade bei Konsumweinen in vielen Regionen unaufhaltsam zur Verkleinerung von Anbau, Produktion und Angebot.
Die neue Weinmarktordnung stellt alle Produzenten und Vermarkter in Europa vor neue Aufgaben und sorgt teilweise für Verunsicherung. Regionale Veränderungen von Produktionsrichtlinien, wie zum Beispiel beim wichtigen Eckartikel Prosecco führen zusätzlich zu völlig neuen Rahmenbedingungen. Zwar werden damit durchaus mehr Transparenz und Authentizität in Bezug auf das Produkt erzielt. Allerdings führen diese Maßnahmen zusätzlich zur Verknappung und teilweise drastischen Veränderungen der Quotierungen.
Berg- und Talfahrt des Euro führt zu hohem kalkulatorischem Risiko bei Import und Export. Die für den deutschen Markt wichtigen Erzeugermärkte in Übersee zeigen sich in Angebot und Preisentwicklung felsenfest. Dies gilt für Südafrika genauso, wie für das unter den Folgen des Erdbeben leidenden Chile und auch für die Kalifornier, die wieder den anspringenden Konsum in den USA für sich entdeckt haben. Bleibt abzuwarten, wie die an der Vermarktung von Wein beteiligten Strukturen sich auf die neuen Anforderungen einstellen. 
LZ: Welche (Preis-)Entwicklung und (Absatz-)Trends erwarten Sie für die Branche im kommenden Jahr?

Mack: Die Quotierungen in nahezu allen Produktionsgebieten sind fest bis stark ansteigend. Das Delta zwischen Eckartikeln im Basissegment und führenden Erzeugermarken wird kleiner. Dies führt ohne Zweifel zu einer Stärkung der Marke. Die Aufklärung des Konsumenten im erklärungsproblematischen Produktbereich Wein entwickelt sich weiter. Was mehr und mehr zählt ist „Value for Money“. Dies bedeutet keineswegs „billig“, sondern Genuss, Werte und Identifikation mit dem Produkt. Wein ist und bleibt kein Produkt des „Rund-um-die-Uhr- Bedarfs“, sondern ein Genussmittel für den besonderen Anlass. Man hat durchaus manchmal das Gefühl, dass eben dies bei Marketing und Vermarktung leicht übersehen wird.

Dieses Angebot ist nur für Abonnenten zugänglich.

Unsere Digital-Aboangebote für Sie:


Jahresabo only

  • 1 Jahr
  • Online + Mobil
  • tägliches Update
Top-Angebot!

Jahresabo für Printabonnenten

  • 1 Jahr
  • Online + Mobile
  • tägliches Update


Miniabo

  • 2 Monate
  • Online + Mobile
  • Kennenlern-Angebot


Probeabo

  • 10 Tage
  • Online + Mobile
  • Kennenlern-Angebot

Unser Angebot für Unternehmen:

Attraktiver Paketpreis:

Firmenlizenzen
ab 725,00 € pro Jahr

Diese und mehr Angebote finden Sie im Abo-Shop.

stats