Ausbildung „Das Matching wird immer schwieriger“

von Redaktion LZ
Donnerstag, 25. Juli 2013
Der Handel wird nicht alle angebotenen Lehrstellen besetzen können.
LZ-Archiv
Der Handel wird nicht alle angebotenen Lehrstellen besetzen können.
LZnet. Zum Start des neuen Ausbildungsjahrs sind noch viele Lehrstellen unbesetzt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht Probleme vor allem in Ostdeutschland und in westlichen Ballungsgebieten. Auch mit der Eignung vieler Jugendlicher hapert es.
Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, aber die Tendenz ist eindeutig: Sowohl die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten Ausbildungsstellen der Einzelhandelsbranche als auch die der Bewerber sind rückläufig – letztere etwas stärker. Die Zahl der unbesetzten Stellen nehme zu.

"Die Matching-Probleme werden immer größer", benennt HDE-Bildungsexperte Wilfried Malcher das Phänomen, dass Stelle und Bewerber oft nicht zueinander finden, selbst wenn rein rechnerisch kein Engpass herrscht. Das liege zum Teil daran, dass sich die Kandidaten für die Anforderungen der Arbeitgeber nicht eignen. Zum anderen ist die regionale Streuung dafür verantwortlich, dass Angebot und Nachfrage nicht zusammenpassen.

"In München ist es besonders schwer, Azubis zu finden", sagt Malcher. In den Ballungsräumen wie Frankfurt oder Düsseldorf herrscht ebenfalls ein intensiver Wettbewerb um jugendliche Berufsstarter. Was dazu führt, dass die Umworbenen sich oft erst sehr spät für eine Option entscheiden. Auch in Ostdeutschland, wo die Schülerzahlen rapide zurückgehen, ist es für viele Unternehmen problematisch, ihre Stellen zu besetzen.

Wenig Begeisterung für die Bedientheke

Besonders für die beratungsintensiven Bedienbereiche suchen viele Händler händeringend Nachwuchskräfte. Hinter der Fleisch- oder Käsetheke wollen viele Jugendlicher nicht stehen.

"Diese Tätigkeiten werden als nicht sonderlich attraktiv wahrgenommen", weiß Malcher. Dabei handele es sich um ausgesprochen anspruchsvolle Aufgabengebiete, gerade durch den Kontakt zu den Kunden und das erforderliche Detailwissen. Doch in der beruflichen Orientierung der Youngster komme der Bereich zu kurz.

"Das liegt aber sicher nicht an den Unternehmen", stellt sich Malcher vor die Lebensmittelbranche. Der Handel sei rege und kreativ bei der Ansprache der Zielgruppe. Doch die Konkurrenz anderer Arbeitgeber sei zu stark. "Gegen High-Tech, Banken und Autos kommt der LEH nicht an."

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