Neckermann Neckermann frischt sich auf

von Redaktion LZ
Freitag, 16. September 2011
Kulturwandel:Das Frankfurter Traditionsunternehmen will auf dem Arbeitsmarkt seine dynamische Seite zeigen.
Neckermann
Kulturwandel:Das Frankfurter Traditionsunternehmen will auf dem Arbeitsmarkt seine dynamische Seite zeigen.
LZnet. Neckermann.de hat sich vom klassischen Katalogversender zum Online-Händler entwickelt. Ein Wandel, den das Unternehmen nun auch in seiner Employer Brand spürbar machen will.
Ursula Sessinghaus gibt sich resolut. Auf Top-Arbeitgeberadressen wie zum Beispiel Amazon angesprochen, mit denen Neckermann um Talente konkurriert, kontert die Leiterin Human Resources: "Amazon ist der Protagonist des E-Business. Das heißt aber nicht, dass wir das Spiel nicht mitspielen."

Bislang setzte Neckermann in seiner Außendarstellung vor allem auf Werte wie Tradition und Verlässlichkeit. Aber das Geschäft habe sich weiterentwickelt hin zu einem echten Online-Händler. Dadurch ändere sich auch die interne Kultur. "Tradiert und verlässlich, das war gut, reicht aber heute bei weitem nicht mehr aus", weiß Sessinghaus. "Wir sind inzwischen wesentlich spannender geworden und in dem, was wir tun, anspruchsvoller."

Ursula Sessinghaus, HR-Leiterin bei Neckermann.
Noch vor zwei bis drei Jahren habe man darum gekämpft, "im Spiel zu bleiben", erinnert die Personalerin an die bewegte Unternehmensgeschichte. Heute erwirtschafte Neckermann rund 70 Prozent seines Umsatzes über das Internet. 80 Prozent der Neukunden seien Online-Kunden. Mit rund 4000 Mitarbeitern ist die Gruppe in zehn europäischen Ländern aktiv.

Wachsender Bedarf an E-Commerce-Profis

Entsprechend wächst der Bedarf an Menschen mit E-Commerce-Affinität. "Wir haben zwar schon viele richtig gute Leute im Haus", so Sessinghaus, "aber die müssen noch mehr werden." Gesucht werden qualifizierte Fachkräfte mit Berufserfahrung ebenso wie Hochschulabsolventen.

Dazu verstärkt Neckermann das Thema Employer Branding. "Wir wollen im Relevant Set der Leute landen, die für uns interessant sind, und dafür sorgen, dass sie sich bei der Jobwahl für uns entscheiden."

In puncto Arbeitgeberqualität brauche man sich nicht zu verstecken. "Wir sind groß und dynamisch genug, um Neulingen und Professionals anspruchsvolle und komplexe Aufgaben zu bieten – mit zunehmend internationaler Ausrichtung", wirbt die HR-Leiterin.

Karrieretag für Hochschulabsolventen

Das will das Unternehmen auch bei seinem dritten Karrieretag unter Beweis stellen, der am 21. September 2011 am Frankfurter Hauptsitz stattfindet und akademische Nachwuchskräfte für Neckermann interessieren soll.

Absolventen können zwischen Traineeprogrammen und dem Direkteinstieg wählen. Im vergangenen Jahr wurden rund 100 eingestellt, für 2011 erwartet Sessinghaus eine ähnliche Größenordnung.

Parallel startet eine Recruitingkampagne mit Botschaften wie "Leidenschaft für E-Commerce" oder "Chancen für Gestalter". Sobald die begehrte Zielgruppe darauf reagiert und Neckermann als potenziellen Brötchengeber auf dem Radarschirm hat, ist nach Ansicht der Personalleiterin die schwierigste Hürde genommen. "Denn wenn wir mit den Menschen erst einmal im Gespräch sind, können wir sie in der Regel auch für uns begeistern."

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats