Personalberater "Fragen Sie nie nach dem Gehalt"

von Redaktion LZ
Donnerstag, 28. Juni 2012
Matthias Hennig (l.), Thorsten Ebertshäuser
Fedra
Matthias Hennig (l.), Thorsten Ebertshäuser
LZnet. Wie nutze ich digitale Medien im Bewerbungsprozess, und was kann ich in der Branche verdienen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der beiden Personalberater-Workshops beim LZ Karrieretag.
Geld ist ein sensibles Thema, auch beim Start in den Beruf. "Es sollte Ihnen zwar nicht primär ums Gehalt gehen", so Personalberater Matthias Hennig von Rau Consultants in seinem Workshop. "Aber wenn es unter 30.000 Euro liegt, dann stimmt etwas nicht." Viele Faktoren spielen bei der Bemessung des Salärs eine Rolle.

Heuert man bei einem Großkonzern an, liegt es meist höher als bei einem Mittelständler. In Ballungsräumen wird großzügiger entlohnt als auf dem platten Land. Und die immer noch neuen Abschlüsse Bachelor und Master bringen das Gefüge zusätzlich durcheinander.

Allenfalls Richtgrößen kann Hennig deshalb den Absolventen mit auf den Weg geben. Und ein paar Verhaltensregeln in puncto Geld. Die wichtigste lautet: "Fragen Sie im Bewerbungsgespräch niemals nach dem Gehalt, auch wenn es schwerfällt." Denn das Unternehmen will vor allem Leidenschaft für die zu besetzende Position sehen. Und wer sich zu sehr für die Rahmenbedingungen interessiere, könne sich damit leicht in "arge Erklärungsnöte" bringen.

Selbstbewusst auftreten

Wer eine Gehaltserhöhung durchsetzen will, sollte über erzielte Erfolge wie beispielsweise gelungene Projekte Buch führen, um gute Argumente parat zu haben. Der Hinweis "ich bin nun schon zwei Jahre dabei" ist dagegen fehl am Platz. Frauen rät Hennig dazu, besonders selbstbewusst aufzutreten, denn: "Sie werden schlechter bezahlt, weil sie sich schlechter verkaufen."

Praktische Tipps vor allem für den Umgang mit digitalen Medien in der Bewerbungsphase hielt Personalberater Thorsten Ebertshäuser von Eurosearch bereit. "Mit dem Web 2.0 hat auch ein neues Bewerbungszeitalter begonnen", stellt er klar. Zwar gelte es weiter, bestimmte Grundregeln zu beachten. Darüber hinaus ergeben sich jedoch weitere Anforderungen – und auch Chancen.

Beispielsweise ist es heute möglich, sich ein aussagekräftiges Profil in sozialen Netzwerken wie Xing anzulegen und die Personaler einzuladen, sich dies anzusehen. Das hat den Vorteil, dass auch "lebendige Ergänzungen bis hin zu einem eigenen Video" angefügt werden könnten. Damit dieser Weg funktioniert, muss der Bewerber allerdings eine besonders begehrte Qualifikation mitbringen – und der Rekruter mitspielen.

Kaffeeflecken gibt es auch online

Grundsätzlich ist es ratsam, sich in die Perspektive der Personalverantwortlichen hineinzuversetzen, empfiehlt Ebertshäuser den Nachwuchskräften. Das beginnt damit, vor Versand der Unterlagen stets im jeweiligen Unternehmen nachzufragen, was und in welcher Form überhaupt erwünscht ist.

Lautet die Antwort "E-Mail-Bewerbung", bedeutet das, sämtliche Belege in einem einzigen Dateianhang zusammenzufassen, damit die Personalabteilung nicht zig einzelne Dokumente öffnen muss und zu "Bastelarbeiten" gezwungen wird.

"Es gibt auch Kaffeeflecken auf digitalen Unterlagen", erklärt Ebertshäuser dem überraschten Publikum. Diese zeigen sich in einer unsauberen Datenverarbeitung etwa durch verpixelte, schlecht aufgelöste Fotos oder aber durch Dateianhänge mit einem Umfang von 20 Megabyte und mehr. Die nämlich kommen in den meisten Unternehmen nicht einmal an der Firewall vorbei.

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