Rewe Gesundheit hat viele Facetten

von Judit Hillemeyer
Freitag, 01. August 2008
Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein weites Feld. Sie bewegt sich zwischen gesetzlichen Bestimmungen und internem Engagement. Um die Pflicht mit der Kür zu verbinden, hat die Rewe Group ihr Gesundheitsmanagement neu positioniert.



Themen wie Arbeitssicherheit, Gesundheit, Betriebssport, Demographie und Familienpolitik sind für Rewe nicht neu. Bereits 1997 hat das Handelsunternehmen die "Luxemburger Deklaration" der Europäischen Union mitunterzeichnet. Ziel des Netzwerkes ist es, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Europa "betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz" umsetzen. Um die Idee im eigenen Haus effizient voranzutreiben, hat Rewe das betriebliche Gesundheitsmanagement organisatorisch neu aufgestellt.

Den Prozess der Neukonzeption leitete Rewe 2005/2006 ein. Mit der Einstellung des Betriebsarztes im April 2008 hat der organisatorische Aufbau seinen Abschluss gefunden. Die Gremien in der Konzernzentrale sowie in den nationalen und regionalen Geschäftseinheiten gestalten die Ausrichtung des Gesundheitsmanagements.

Mitarbeiter stärken binden

"Unsere Intention ist keine Sozialromantik", betont Roland Kraemer, Funktionsbereichsleiter im Gesundheitsmanagement der Rewe Group. "Wir verfolgen auch klare betriebswirtschaftliche Interessen." Die Handlungsfelder reichen von Arbeitsschutz, Führung und Organisation über den Aufbau von Gesundheitswissen bis hin zu Bewegungs- und Entspannungsangeboten. Dieses Engagement sei ein Beitrag zur Unternehmenskultur, sagt Kraemer. Es diene der Mitarbeiterbindung und der Imageverbesserung - insbesondere vor der zu erwartenden Demographieentwicklung sowie dem Fach- und Führungskräftemangel.

Das Angebot ist vielfältig und erstreckt sich thematisch je nach Bedarf und Möglichkeit regional oder flächendeckend. Einige der entwickelten Projekte konzentrieren sich in Köln beziehungsweise weiteren Großstädten, andere beschränken sich beispielsweise auf Logistikmitarbeiter: "Wir haben hochgerechnet, dass sich in unserem Lager in Hürth in zehn Jahren die Alterspyramide deutlich verschiebt", erläutert Inger-Marie Sandberg, Rewe-Referentin im Gesundheitsmanagement. Hier stehen zum Beispiel ergonomische Arbeitsplätze, technische Hilfsmittel und Schichtabläufe auf dem Prüfstand - für eine altersgerechte Personalpolitik.

Medizische Vorsorgetests

Unter den verschiedenen Aktivitäten gibt es auch das Projekt "Naprima". Es widmet sich der Vorbeugung von Muskelskeletterkrankungen, in Zusammenarbeit mit dem Institut für gesundheitliche Prävention und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz. Die Erkenntnisse, die Rewe derzeit aus den Pilotmärkten in drei Regionen gewinnt, wollen Kraemer und Sandberg auf die Fläche übertragen.

Weil Rewe Gesundheit groß schreibt werden in Kooperation mit der Silberberg-Klinik in Bodenmais medizinische Vorsorgeuntersuchungen organisiert. In diesem Jahr nahmen rund 1000 Mitarbeiter an einem kostenlosen Allergietest teil.

Auch eine aktive Familienpolitik zählt zu Rewes Gesundheitsmanagement. So sieht das Gesundheitsmanagement seine Aufgabe darin, qualifizierte Frauen nach ihrem Erziehungsurlaub bei der beruflichen Wiedereingliederung aktiv zu unterstützen. Insgesamt treffe das gesamte Angebot, inklusive des umfangreichen Sportprogramms, bei den Mitarbeitern auf "sehr positive" Resonanz. (juh)

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