Foodhersteller Foodhersteller mit Imageproblemen

von Redaktion LZ
Freitag, 24. August 2012
Rangfolge der Anforderungen der Studenten an zukünftige Arbeitgeber
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Rangfolge der Anforderungen der Studenten an zukünftige Arbeitgeber
LZnet. Fragt man Studenten nach ihren bevorzugten Branchen, rangiert die Nahrungsmittelindustrie nur im Mittelfeld. Eine neue Studie der FH Erfurt und der Topos Personalberatung offenbart zudem, dass die Zielgruppe wenig über den Foodsektor weiß. Ein Großteil schätzt deren Ruf negativ ein.
Ein gutes Betriebsklima, ein sicherer Arbeitsplatz und ein interessantes Aufgabengebiet: Das sind der Analyse zufolge die Top-3-Kriterien, nach denen Studierende potenzielle Arbeitgeber auswählen. Das Gehalt rangiert bei den Befragten mit Platz sechs nur im Mittelfeld.

Für die Studie wurden mehr als 400 Studenten verschiedenster Fachbereiche an technischen Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und Universitäten befragt. Mit 36 Prozent waren Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am stärksten vertreten, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 31 Prozent. Sieben von zehn Befragten sind Bachelor-Studenten.

Dabei sollte herausgefunden werden, welche Rolle für die künftigen Absolventen das Thema Work-Life-Balance spielt, wie präsent der Fachkräftemangel in den Köpfen der Nachwuchskräfte ist und welche Unterschiede sich in Bezug auf Region, Geschlecht, Alter oder Abschluss zeigen. Besonderes Augenmerk legte die Studie auf die Nahrungsmittelbranche.

Bewertung der Nahrungsmittelbranche nach einzelnen Kriterien
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Für mittelständische Unternehmen zeichnet die Studie laut Professor Steffen Schwarz von der Fachhochschule Erfurt ein optimistisches Bild. Jeder zweite Befragte gibt an, bei der Wahl eines künftigen Arbeitgebers mittelständische Unternehmen zu bevorzugen.

"Die Studenten versprechen sich im Mittelstand erklärtermaßen ein besseres Arbeitsklima, flachere Hierarchien, mehr Handlungsspielräume sowie größere Anerkennung", erläutert der wissenschaftliche Betreuer des Projektes die Studienergebnisse.

Als mögliche Nachteile werden fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, geringeres Gehalt und Arbeitsplatzunsicherheit genannt. "Hier haben mittelständische Betriebe aber die Chance, Überzeugungsarbeit zu leisten", ist der Initiator der Studie, Carl Christian Müller von der Topos Personalberatung, überzeugt.

"Ernüchternd" findet Müller die Ergebnisse für die Nahrungsmittelbranche. Bei den bevorzugten Wirtschaftszweigen rangiert sie nur auf dem fünften Platz und muss sich unter anderem den Bereichen "Forschung & Entwicklung", "Automobilindustrie" und "Öffentliche Verwaltung" geschlagen geben.

Nestlé ist bekanntestes Unternehmen

Die Teilnehmer wurden zudem gebeten, Unternehmen aus der Foodindustrie aufzuzählen, die ihnen spontan einfallen. Mit Abstand am häufigsten fällt dabei der Name Nestlé, gefolgt von Dr. Oetker, Kraft und Unilever. Mehr als die Hälfte nennt "Nestlé" an erster oder zweiter Stelle.

Für viele Studenten ist Branche offensichtlich eine Art "Black Box". Die auffallende Häufung der Antwortoption "weiß nicht" zeige, wie wenig sie über potenzielle Arbeitgeber in diesem Sektor wissen und wie wenig sie die Branche an sich einschätzen können, so Müller.

"Eindrucksvoll" sei zudem die große Zahl derer, die angeben, sie habe keinen guten Ruf. "Die Nahrungsmittelbranche hat offensichtlich ein Imageproblem", sagt Müller. Die Unternehmen seien gefordert, auch an ihren Employer Brands zu arbeiten, wenn sie "im Wettbewerb um junge Talente künftig nicht leer ausgehen wollen".

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