LZ-Arbeitgeberstudie Händler bekommen gute Zeugnisse

von Redaktion LZ
Freitag, 27. April 2012
Getestet und für gut befunden
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Getestet und für gut befunden
LZnet. Wie denken Handelsmitarbeiter über ihre Jobs? Der zweite Durchgang der LZ-Arbeitgeberstudie bringt es an den Tag. dm, Dohle, Hornbach, Rossmann und Tegut stellen sich dem Votum ihrer Fach- und Führungskräfte. Diese schreiben ihren Unternehmen auch dieses Jahr ein glänzendes Zeugnis aus.
Die Konsumgüterwirtschaft hat bei Absolventen viele Fans – vor allem die Herstellerseite. International aktive Markenschmieden wie L’Oréal, Beiersdorf, Coca-Cola, Procter & Gamble, Unilever oder Nestlé zählen bei Studenten, die sich für die Branche interessieren, zu den beliebtesten Arbeitgebern. Den Handel dagegen haben sie – wenn überhaupt – unter "ferner liefen" auf dem Schirm.

Deshalb hat die Lebensmittel Zeitung zum zweiten Mal die "Arbeitgeberstudie Handel" durchgeführt, bei der die Mitarbeiter selbst zu Wort kommen. Sie bewerten ihre Jobs und ihre Unternehmen, ihre Perspektiven und ihr Gehalt, aber auch "Wohlfühlfaktoren" wie Betriebsklima und Unternehmenskultur.

dm erzielt Top-Noten beim Image
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"Wir wollen wissen, wo wir gut sind und wo weniger gut", bringt Tegut-Chef Thomas Gutberlet seine Motivation, zum zweiten Mal teilzunehmen, auf den Punkt. Auch dm-Drogeriemarkt, Rossmann und Dohle stellen sich erneut der Beurteilung durch ihre Fach- und Führungskräfte.

Authentisches Bild der Jobrealität im Handel

Als Neuling in diesem Jahr lässt sich Baumarktprofi Hornbach von seinen Angestellten ein Zeugnis schreiben. Mit Schulnoten von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) benoten die Handelsinsider 27 Einzelaspekte ihrer Jobs. So ergibt sich ein authentisches Bild der Arbeitsrealität im Lebensmittelhandel.

Bei Rossmann herrscht ein gutes Klima
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Insgesamt sind die Teilnehmer der LZ-Studie mit ihren Arbeitgebern rundum zufrieden. Die Unternehmen werden ausgesprochen positiv eingeschätzt – und gern weiterempfohlen. Die dm-Befragten vergeben mit 1,5 die beste Note für die "Attraktivität des Arbeitgebers insgesamt".

Wettbewerber Rossmann erhält eine 1,8. Mit 1,9 kann sich auch die Bewertung von Dohle sehen lassen. Nur ein Zehntel "schlechter" schneidet Tegut in den Augen seiner Mitarbeiter ab. Wiederum knapp dahinter folgt Hornbach mit 2,1.

Arbeitgeberattraktivität wird durchweg hoch eingeschätzt

Bei den Detailfragen, die sich rund um die Themen "Fordern & Fördern", Gehalt & Karriere", Kultur & Klima" sowie "Standort & Marke" ranken, liegen die Bewertungen tendenziell recht nah beieinander. Die überwiegende Zahl der Aspekte weist eine Bandbreite der Bewertungen von weniger als einer Schulnote auf.

Dohle punktet mit Fordern und Fördern
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Besonders stolz sind die Leistungsträger auf das Image ihrer Unternehmen in der Öffentlichkeit. Die Noten liegen zwischen 1,2 (dm) und 1,8 (Hornbach und Dohle). Damit korrespondiert das Urteil über die Attraktivität der Retail Brand und der Eigenmarken, die bei dm wiederum jeweils die Traumnote 1,2 erzielen und am anderen Ende der Skala bei Hornbach und Dohle 2,2/2,3 bzw. 2,3/3,0 erreichen.

Mitarbeiter sind stolz auf Unternehmensimage und Retail Brand

In Sachen Klima & Kultur hat dm bei fast allen Fragen die Nase vorn. Mit 1,8 wird der Führungsstil der Karlsruher bewertet, dicht gefolgt von Tegut (1,9). Danach kommen Rossmann (2,1), Dohle (2,3) und Hornbach (2,7).

Tegut ist aufgeschlossen für neue Ideen
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Bei der Unternehmenskultur zeigt sich ein ähnliches Muster. Hinter Spitzenreiter dm (1,4) reihen sich der Rivale aus Großburgwedel (1,7), Tegut (1,9) und Hornbach (2,1) ein. Schlusslicht ist diesmal Dohle (2,3).

Eine Baustelle hat der Handel noch bei Trendthemen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Work-Life-Balance. Zwar haben etliche Unternehmen Aktivitäten eingeleitet, um hier besser zu werden. Es dauert aber seine Zeit, bis so etwas durchschlägt.

Baustelle Work-Life-Balance

Die Drogeriemarktbetreiber haben sich einen leichten Vorteil herausgearbeitet: Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegen die Werte zwischen 2,4 (Rossmann und dm) und 3,0 (Hornbach). Die Noten für die Work-Life-Balance reichen von 2,4 (Rossmann) bis 3,1 (Hornbach).

Hornbach besticht durch Innovationsfähigkeit
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Auch beim Verdienst könnten die Arbeitgeber noch nachlegen, wenn man sich die Beurteilungen ansieht, vor allem bei Rossmann, Tegut und Hornbach (alle 3,1). dm bringt es auf eine 2,8. Die 1,8 bei Dohle kommt wohl dadurch zustande, dass hier fast ausschließlich Vertreter des Mittelmanagements in die Befragung einbezogen worden sind.

Punkten können alle Händler dagegen mit sicheren Jobs und ihrer Verlässlichkeit als Arbeitgeber. Keine Note in diesem Bereich ist schlechter als eine glatte Zwei.

Sichere Jobs und schnelle Karrieren

Auch für schnelle Karrieren und die zügige Übertragung von Verantwortung ist der Handel berühmt. Hornbach ist dabei leicht abgeschlagen mit 2,2. Davor landen Rossmann (1,8) und Dohle (1,7). Spitze sind Tegut (1,5) und dm (1,4).

Die beiden führen auch bei der Innovationsfähigkeit und der Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen mit je 1,5. Mit etwas Abstand folgen Hornbach (2,0), Rossmann (2,1) und Dohle (2,3).

Dennoch dauern Entscheidungen manchen Mitarbeitern zu lange. Vor allem bei Hornbach (3,0) hätte man es gern etwas zügiger, aber auch bei dm und Rossmann (beide 2,5). Dohle-Beschäftigte dagegen sind diesbezüglich zufriedener und geben eine 1,9.

Tegut erreicht zwar "nur" eine 2,4. Der Vorstandsvorsitzende freut sich dennoch über das Ergebnis, denn gegenüber 2011 haben die Fuldaer um 0,4 aufgeholt. "Hier mussten wir besser werden. Manches dauerte einfach zu lange", sagt Gutberlet, dem es "ein persönliches Anliegen war, den Mitarbeitern mehr Freiheit und mehr Herausforderungen zu geben".

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