Sozialkompetenz Soziale Kompetenz ist sehr gefragt

von Redaktion LZ
Freitag, 21. Mai 2010
LZnet. Sozialkompetenz ist die begehrteste Eigenschaften bei akademischen Nachwuchskräften. Das zeigt eine aktuelle Stichprobe der LZ bei führenden FMCG-Herstellern.
Konsumgüterhersteller sind anspruchsvolle Arbeitgeber. Und noch können sich vor allem diejenigen Unternehmen, deren Markenkraft auch auf ihr Image als Brötchengeber abstrahlt, die besten Absolventen für Nachwuchspositionen aussuchen. Neben fachlicher Eignung spielen beim Schaulaufen vor allem die passenden Persönlichkeitsmerkmale eine entscheidende Rolle. Und innerhalb dieser sogenannten Soft Skills macht Sozialkompetenz das Rennen, wie eine von der LZ durchführte Stichprobe ergeben hat. 16 von 18 befragten Personalexperten nannten sie "sehr wichtig", zwei "wichtig". So hohe Werte schaffte kein anderes der vorgegebenen Merkmale.

Die Eigenschaften ihres Idealkandidaten haben internationale Markengiganten wie Procter & Gamble, Unilever, Nestlé, Mars oder Kraft Foods ebenso skizziert wie deutsche Global Player à la Oetker oder Henkel, Kosmetikproduzenten wie Beiersdorf und L’Oréal, die Süßwarenhersteller Ferrero, Haribo oder Storck, die Frischeprofis Nordmilch, Bongrain oder Vion sowie die Getränkeabfüller Bitburger und Coca-Cola.

Auf Platz zwei der gefragtesten Merkmale finden sich gleichauf "Berufserfahrung/Praktika" und "Teamfähigkeit". Auch sie beurteilt keiner der Personaler als "weniger wichtig". Peter Green, HR-Director der Coca-Cola GmbH, zum Beispiel nennt "erste Berufserfahrung im Bereich Fast Moving Consumer Goods, möglichst im internationalen Umfeld", als Einstiegsvoraussetzung.

Berufserfahrung und Praktika

"Relevante Erfahrungen durch Praktika" fordert auch sein Kollege Dr. Alexander Lauer von Ferrero Deutschland. Bitburger-Personalleiter Theo Scholtes findet "eine solide Fachkenntnis unerlässlich" und erwartet von Neulingen, dass sie "sowohl eigenständig als auch teamorientiert" arbeiten können. Für Bongrain-HR-Chef Martin Follmann zählt Teamfähigkeit ebenfalls zu den unverzichtbaren Eigenschaften.

Gleiches gilt für Fremdsprachenkenntnisse. Die FMCG-Branche wird immer internationaler, und wer sich nicht verständigen kann, hat in diesem Business schlechte Karten. Bei Bongrain wird teilweise sehr gutes Französisch vorausgesetzt, sehr gutes Englisch bei Coca-Cola. Ferrero verlangt verhandlungssicheres Englisch, Italienischkenntnisse indes sind in der deutschen Niederlassung des Süßwarenimperiums zwar "hilfreich, aber nicht obligatorisch".

Auch Auslandserfahrung steht bei den HR-Entscheidern hoch im Kurs. "Bewerber sollten internationale Erfahrungen mitbringen und auch schon während des Studiums über den Tellerrand hinaus geschaut haben", formuliert Henkel-Personalchefin Kathrin Menges ihr Anforderungsprofil, stellvertretend für viele der Branche. Das zahlt sich dann im Traineeprogramm oder beim Direkteinstieg aus, der bei vielen Arbeitgebern eine internationale Etappe als Highlight für die zukünftigen Führungskräfte vorsieht.

Ausbildungsstationen im Ausland

Bei Ferrero geht es nach Italien – mehrere Wochen in der Firmenzentrale in Alba stehen auf dem Programm. Bei Nestlé gehört eine Station außerhalb des Heimatlands ebenfalls zur Ausbildung, berichtet Personalvorstand Elke Strathmann. Procter & Gamble verweist auf seine Niederlassungen in mehr als achtzig Ländern, die viele Möglichkeiten zu internationalen Einsätzen bieten.

Auch L’Oreál gibt sich polyglott: Deutschland sei das Land innerhalb der Kosmetikgruppe, das die meisten Mitarbeiter im Ausland einsetze, heißt es aus der Zentrale in Düsseldorf. Und Vion-Personalchef Roger Legath plädiert ausdrücklich dafür, grenzüberschreitende Ambitionen seiner Nachwuchsmanager "aktiv zu fördern".

Kleine Abstriche machen die Arbeitgeber der Markenartikelindustrie eher in Sachen Mobilität: Bei diesem Punkt wird drei Mal "weniger wichtig" angekreuzt. Oder auch bei der Abschlussnote: Nur für zwei der Befragten ist ein überdurchschnittliches Examen "sehr wichtig", dreizehn halten es lediglich für "wichtig". Drei beurteilen es sogar als "weniger wichtig". Fazit: Wer im Studium nicht ganz so überragend abschneidet, aber mit seiner Persönlichkeit zu überzeugen vermag, hat gute Aussichten im Rennen um die spannendsten Jobs.

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