Azubis Motivation zur Eigeninitiative

von Redaktion LZ
Donnerstag, 05. April 2012
Ambitioniert: Erich Schuster weiß, wie man die Leistungsbereitschaft stärkt.
Holger Görtz
Ambitioniert: Erich Schuster weiß, wie man die Leistungsbereitschaft stärkt.
LZnet. Die Defacto Stiftung macht Hauptschüler ausbildungsfähig. Nach Erfolgen im Raum Nürnberg ist nun die bundesweite Expansion geplant. Der Deutsche Fachverlag unterstützt die Initiative.
"Hauptschüler sind besser als ihr Ruf", weiß der Unternehmer und Vorsitzende der Defacto Stiftung, Erich Schuster, aus eigener Erfahrung. Dennoch hat die Hälfte von ihnen ein Jahr nach dem Abschluss noch keinen Ausbildungsplatz.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Die Frühjahrsumfrage des Handelsverbands Deutschland legt offen, dass unzureichende schulische Voraussetzungen das Haupthemmnis für die Ausbildung im Handel sind. Hinzu kommen falsche Vorstellungen vom Beruf. Personalverantwortliche klagen darüber, dass viele junge Menschen "nicht ausbildungsfähig" sind.

Haupthemmnis unzureichende schulische Voraussetzungen

Das will Schuster ändern. Vor fünf Jahren hat er das Projekt Hauptschul-Power ins Leben gerufen. Im Raum Nürnberg haben seitdem rund 500 Hauptschüler daran teilgenommen und zu 95 Prozent im Anschluss erfolgreich eine Ausbildung gemacht.

"Wir machen Lust auf Zukunft", beschreibt Schuster das Erfolgsrezept, "und holen die Leute aus der Komfort-Zone." Die Schüler durchlaufen ein achtmonatiges Programm, das vor allem Softskills wie Motivation, Eigeninitative, Leistungsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit und Selbstvertrauen stärkt.

Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen im Einzelhandel 2012
LZ-Grafik
Während den an Wochenenden durchgeführten Veranstaltungsblöcken lernen die Teenager verschiedene Berufe praktisch kennen, stellen sich neuen Herausforderungen in einem Hochseilgarten oder beim Theaterworkshop und erarbeiten eigene Bewerbungsunterlagen.

Bundesweite Expansion des Konzepts

Prominente Sportler und Künstler wie Joey Kelly, Axel Schulz oder Sylke Otto dienen als Vorbilder dafür, wie man mit der richtigen Einstellung und Disziplin ein Ziel erreicht.

Schuster will jetzt die bundesweite Expansion des Modells vorantreiben. Unterstützt wird er dabei vom Deutschen Fachverlag, in dem auch die LZ erscheint. Als Grundlage hat er ein Franchise-Konzept entwickelt, das in Verbindung mit der Stiftung handelnde GmbHs vorsieht. Für die praktische Umsetzung sucht der Initiator einerseits Unternehmerpersönlichkeiten zur regionalen Verbreitung und andererseits Partner-Unternehmen, welche die jungen Menschen als Auszubildende einstellen wollen.

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