Workshop Suchen und gefunden werden

von Redaktion LZ
Donnerstag, 04. Juli 2013
Thorsten Ebertshäuser (l). und Matthias Hennig beantworten Fragen rund um den Berufsstart.
Fedra
Thorsten Ebertshäuser (l). und Matthias Hennig beantworten Fragen rund um den Berufsstart.
LZnet. Wie kann man Fettnäpfchen im Bewerbungsprozess und den ersten Tagen und Wochen im neuen Job elegant umschiffen? Zwei Workshops beim LZ Karrieretag geben hilfreiche Tipps.
"Wir haben einen Arbeitnehmermarkt. Sie können sich ein Stück weit die Unternehmen aussuchen, für die Sie arbeiten wollen." Thorsten Ebertshäuser weiß, dass Absolventen heute selbstbewusst auf die Suche nach ihrem ersten Job gehen können. Dennoch, so der Personalberater von Eurosearch, stehen sie im Wettbewerb "mit sieben oder mit 70 anderen".

Umso wichtiger ist eine gelungene Bewerbung, ob klassisch oder elektronisch. "Das Internet setzt die Regeln nicht außer Kraft." Schludrigkeit und Austauschbarkeit sind auch online tabu. Und jedes unbedachte Posten von Fotos, Kommentaren oder Videos - auf welcher Plattform auch immer - kann wie ein Bumerang zurückkommen.

"Man muss selbst aktiv werden"

Ebertshäuser rät, über alle Kanäle nach dem passenden Arbeitgeber zu fahnden. Profile auf Xing oder Linked-in helfen dabei, "gefunden zu werden, statt selbst zu suchen". Sie ersetzen den Suchprozess aber nicht. Gleiches gilt für das Hochladen des Lebenslaufs auf Jobbörsen. "Das Web 2.0 ist kein Selbstläufer. Man muss aktiv werden und sich von anderen positiv abheben."

Das könne auch eine kreative Lösung wie ein eigener Bewerbungsflyer sein. Links auf eine persönliche Bewerberpage im Internet würden von Personalern derzeit jedoch noch selten angeklickt.
Bewerben sollte man sich so, wie im Jobangebot gefordert. Immer häufiger heißt das: online. Wenn dabei ein Formular auszufüllen ist, kann man Freitextfelder nutzen, um sich von anderen abzuheben.

Von Blindbewerbungen hält Ebertshäuser wenig. Initiativbewerbungen indes, die man im Unternehmen ankündigt und an einen konkreten Empfänger richtet, hätten durchaus Chancen auf Erfolg.
Matthias Hennig, Personalberater von Rau Consultants, gibt den Berufseinsteigern über die formalen Anforderungen hinaus einige praktische Tipps zum heiklen Thema der Gehaltsforderungen.

Viele Faktoren beeinflussen das Gehalt

Grundsätzlich sei es ratsam, sich im Vorfeld zu informieren, welcher Rahmen als Einstiegssalär für die Position üblich ist, auf die man sich bewirbt. Für Absolventen liege die Bandbreite in der Ernährungsindustrie zwischen 30.000 und 45.000 Euro pro Jahr.

Dabei würde im Vertrieb in der Regel besser bezahlt als im Qualitätsbereich und mit Master bekommt man etwas mehr als mit Bachelor-Abschluss. Einen Einfluss habe außerdem die Unternehmensgröße sowie der Standort. Hennig sagt aber klar: "Niemand von Ihnen sollte für weniger als 30.000 Euro Jahresgehalt irgendwo anfangen."

Wenn ein Gehaltswunsch schon in der Bewerbung gefordert wird, empfiehlt Hennig, eine Spanne von 3.000 bis 4.000 Euro zu nennen. Im Gespräch würde er das Thema lieber nicht anschneiden. "Sollten Sie den Job bekommen und stellen erst im Vertrag fest, dass das Gehalt weit unterhalb Ihrer Vorstellung liegt, dann haken Sie es einfach als Erfahrung ab."

Wenn die Differenz gerade noch akzeptabel sei, gebe es immer die Möglichkeit, nach einigen Monaten erfolgreicher Zusammenarbeit erneut über das Gehalt zu sprechen.

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